Roklum ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen. Sie gehört der Samtgemeinde Elm-Asse an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Schöppenstedt hat.
Geografie Roklum liegt im Südosten des Kreisgebietes am Nordrand des Großen Bruchs, das die Gemeinde entlang dem Schiffgraben nach Süden in Richtung Großen Fallstein abgrenzt. Mehrere Gräben, insbesondere der Triftgraben und Nördliche Randgraben verlaufen in der südlichen Übergangszone zum Bruch. Der Winnigstedter Tiefenbach durchfließt den Norden des Gemeindegebiets und mündet im Großen Bruch, sodass sich Roklum östlich des Großen Fallsteins im Einzugsgebiet der Bode bzw. der Elbe befindet.
Geschichte und Ortsname Erstmals wurde die Gemeinde im Jahr 1159 urkundlich als Rokele erwähnt. Diese Form blieb mit leichten Abwandlungen bis 1542 erhalten, wo der Ort als Rockel erwähnt wird. Der Zusatz -um zeigte sich erst ab dem 18. Jahrhundert (Rocklum 1754), mit Vorstufen im 17. Jahrhundert (Rockelm, 1630). Zur Deutung des Bestimmungsworts gibt es zwei Ansätze: Einer geht von einer altgermanischen Wurzel *hrauk- aus, die so viel wie 'kegelförmiger Haufen' bedeutet und in Kombination mit dem Diminutiv -el 'kleiner Hügel' bedeutet. Eine Alternative geht von einer Zusammensetzung aus hrok für 'Saatkrähe' und -loh für 'Wald' aus.
Roklum wurde am 1. August 1941 im Zuge der Neuordnung des Salzgitter-Gebiets zusammen mit Hornburg und Isingerode (beide jetzt Ortsteile der Gemeinde Schladen-Werla) aus dem Landkreis Wernigerode (Provinz Sachsen) aus- und in den Landkreis Wolfenbüttel eingegliedert.
Im Jahr 2015 scheiterte eine Fusion zwischen Roklum und der Nachbargemeinde Winnigstedt, weil sich die Einwohner beider Dörfer und beide Gemeinderäte nicht auf einen gemeinsamen Namen einigen konnten. Zur Debatte standen unter anderem die Namen Winnigstedt-Roklum, Tiefenbach (Elm-Asse), Großes Bruch und Mattierzoll.
Einwohnerentwicklung In jüngerer Vergangenheit zeigte sich in Roklum seit Mitte der 1990er-Jahre ein demografischer Abwärtstrend, in dem die Einwohnerzahl zwischen 1991 und 2010 um etwa einen Viertel schrumpfte. Die Tendenz verlangsamt sich seit Ende der 2000er-Jahre jedoch.
Entwicklung Jahr Einwohner 1987 535 1988 560 1989 579 1990 577 1991 586 1992 576 1993 568 1994 581 1995 558 1996 541 Jahr Einwohner 1997 551 1998 541 1999 539 2000 538 2001 537 2002 538 2003 524 2004 508 2005 493 2006 488 Jahr Einwohner 2007 471 2008 469 2009 463 2010 464 2011 461 2012 446 2013 449 2014 461 2015 444 2016 443 Jahr Einwohner 2017 4352020 4372022 432
Die Daten entstammen den Angaben des Statistischen Landesamtes Niedersachsen. Sie beziehen sich auf den 31. Dezember eines jeden Jahres.
Politik Rat Der Rat der Gemeinde Roklum setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Bürgermeister Bürgermeister ist Karl-Heinz Müller (CDU).
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Wirtschaft und Infrastruktur Die Bundesstraße 79 Wolfenbüttel – Halberstadt verläuft direkt durch den Ort.
Persönlichkeiten Heinrich Andreas Pröhle (1797–1875), Schriftsteller und Pfarrer in Roklum Reinhold Eggers (1890–1974), Sicherheitsoffizier des Offizierslagers Oflag IV-C auf Schloss Colditz
Einzelnachweise
Weblinks
Roklum auf der Website der Samtgemeinde
Kategorie:Ort im Landkreis Wolfenbüttel