Otto Ludwig Johann Wilhelm Hagemann (* 7. Oktober 1884Kirchenbuch Neubrandenburg (St. Marien): Geburts- und Taufeintrag Nr. 206/1884. in Neubrandenburg; † 1. April 1974 in Berlin) war ein deutscher Fotograf, der ab den 1920er Jahren rund vier Jahrzehnte Architekturfotografien unter anderem für die Denkmalpflege fertigte.Christian Schindler: . In: Berliner Woche, 14. November 2016, abgerufen am 27. Dezember 2021.

Leben Otto Hagemann wurde in der südostmecklenburgischen Vorderstadt Neubrandenburg als Sohn des Arbeiters Carl Friedrich Theodor Hagemann und dessen Ehefrau Caroline Friederike Dorothee, geb. Tesch, geboren.

Ab 1910 lebte Hagemann in Berlin-Friedenau.Wohnadressen lt. Heiratsurkunden seiner drei Ehen: (1910) Berlin-Friedenau, Odenwaldstr. 16; (1921, 1931) Berlin-Friedenau, Hackerstr. 7. Ab 1912 arbeitete er für die Königlich Preussische Messbild-Anstalt, die später die Staatliche Bildstelle Berlin wurde. Seine Aufgabe, für die er großformatige Plattenkameras nutzte, war die fotografische Dokumentation wichtiger Gebäude im Gebiet des Deutschen Kaiserreichs für die Denkmalpflege. So lichtete er beispielsweise die Breslauer Jahrhunderthalle, mittelalterliche Burgen im Rheinland, Fachwerkhäuser und Landschaften ab.

Nach dem Ersten Weltkrieg publizierte Hagemann seine Bilder in dem 1921 gegründeten Deutschen Kunstverlag.

Hagemann wurde 1932 aus dem Staatsdienst entlassen; ungeklärt ist, ob das kurz vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten aufgrund seiner Überzeugungen als Sozialdemokrat geschah. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland stellte Hagemann einen Wiedergutmachungsantrag als politisch Verfolgter.

In der frühen Nachkriegszeit arbeitete Hagemann als freier Fotograf. Er veröffentlichte vor allem zeitgenössische Bildbände und gilt als „Chronist des Nachkriegsbauens in Berlin“. Zu seinen mehrfachen Auftraggeberinnen zählte neben den städtischen Wohnungsbaugesellschaften beispielsweise die Tobis-Sascha.

Bis in die 1960er Jahre hinein fotografierte Hagemann mit einer großformatigen Plattenkamera, mit der er Glasnegative im Format 18 × 24 Zentimeter belichtete. Damit fertigte er sehr lichtstarke und bis ins Detail gestochen scharfe Schwarz-weiß-Aufnahmen. Insgesamt belichtete er mit seiner rund 300 Kilogramm schweren Fotoausrüstung aus Kamera, Stativ und Glasplatten rund 7000 Platten.Oliver Ohmann: So scharf war einmal das alte Berlin. In: Berliner Zeitung, 25. Dezember 2016, abgerufen am 27. Dezember 2021.

1961 verkaufte Otto Hagemann sein Archiv aus rund 7000 Glasplatten an die Landesbildstelle Berlin.

Ende Dezember 2016 zeigte das Landesarchiv Berlin in Berlin-Reinickendorf Fotografien Hagemanns in der Ausstellung Architektur auf Glas. Die Kuratoren der Ausstellung würdigten den Künstler mit den Worten:

Bildbände (Auswahl) Berlin, vor der Zerstörung aufgenommen, mit einer Einleitung von Paul Ortwin Rave, 3. veränderte Auflage, Berlin: Deutscher Kunstverlag; Berlin: Gebr. Mann, 1952 Hauptstadt Berlin. Gestern, heute, morgen, mit Bildunterschriften in deutscher und englischer Sprache, unter Mitarbeit von Felix Alexander Dargel (Bildlegenden), 6. Auflage, Berlin-Grunewald: arani Verlags-Gesellschaft, 1962 Das neue Gesicht Berlins. Ein Bildbuch, 4., verbesserte Auflage, Berlin-Grunewald: arani Verlags-Gesellschaft, 1962 Berlin der goldenen Jahre. 60 Aufnahmen der Reichshauptstadt, mit einer Einleitung und Bilderlegenden von Walther G. Oschilewski, Berlin-Grunewald: arani Verlags-Gesellschaft, 1963

Weblinks

Christian Schindler: . Artikel auf der Seite der Berliner Woche vom 14. November 2016 Oliver Ohmann: So scharf war einmal das alte Berlin. Artikel auf der Seite der Berliner Zeitung vom 25. Dezember 2016

Einzelnachweise

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