mini|hochkant|Gerhard Heid Gerhard Heid (* 7. Juli 1931 in Darmstadt; † 8. April 2025 ebenda) war ein deutscher Architekt; er beschäftigte sich in seiner Arbeit mit anpassungsfähigen Bausystemen und umweltfreundlichen Technologien.
Leben Nach abgeschlossenem Abitur am Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt studierte er ab 1951 Architektur an der Technischen Hochschule Darmstadt. Die Diplom-Vorprüfung legte er im Jahr 1953 bei Ernst Neufert ab und setzte sein Studiun für 4 Semester an der Münchener Kunstakademie fort, u. a. bei Sep Ruf. Während eines Aufenthalts in Helsinki im Jahr 1955 arbeitete er im Büro von Aarno Raveala. Die Diplom-Hauptprüfung folgte im Jahr 1957 in Darmstadt.
Danach arbeitete er im Büro von Otto Bartning und Otto Dörzbach in Heidelberg sowie bei Jakob Wilhelm Mengler. Ein Jahr später wurde ihm gemeinsam mit Theodor Seifert der 1. Preis im renommierten Constanze-Wettbewerb verliehen, dieser Entwurf fand u. a. Beachtung bei Walter Gropius. Bei einem Wettbewerb der Münchener Kunstakademie wurde Heid mit einer Belobigung ausgezeichnet.
Heid arbeitete dann zusammen mit Theodor Seifert als freischaffender Architekt in Darmstadt. Er verfasste Artikel und ganze Sonderhefte für die Fachzeitschriften für Bauwelt und baukunst und werkform. Mit Rudolf Doernach veröffentlichte er zwei Bücher: Biohaus für Dorf und Stadt (1981 im S. Fischer Verlag) und Das Naturhaus (1982 im Wolfgang Krüger Verlag, mit Vorwort von Friedensreich Hundertwasser).
Werk mini|hochkant|Konkrete Utopie: „Marotel“ Zum Hauptwerk von Gerhard Heid gehört die Erfindung eines schwimmenden Hotels namens „Marotel“, das als schwimmendes Ferienhotel, Kongresszentrum, Klinik und Einkaufszentrum konzipiert wurde. Mit diesem Projekt zog er über mehrere Jahrzehnte die Aufmerksamkeit des internationalen Marinetourismus auf sich. Er wurde nach Miami auf die 2. internationale Messe für Marinetourismus Oceanology International eingeladen und stellte sein Projekt auf Messen in London und Nizza vor. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete darüber. In Zusammenarbeit mit dem Essener Großunternehmen Ferrostaal und der Frankfurter Unternehmensberatung Dr. Eberhard Gugg & Partner war eine Umsetzung im Hafen von Marseille geplant, die an der Finanzierung scheiterte. Er hielt für sein „Marotel“ mehrere nationale und internationale Patente inne.
Im Jahr 1969 gründete er mit Ot Hoffmann die Heimbau Bauträgergesellschaft mbH in Darmstadt, die bis 1993 bestand. Zu den wichtigsten Bauten gehörten das 1971 erbaute erste Terrassenhaus in Darmstadt-Eberstadt und die Hangbebauung einer Siedlung in Roßdorf. Mit seiner Stadtmöblierung der Rheinstraße, der Planung des Café Mini und himmelartigen Beleuchtungen in der gesamten Fußgängerzone gestaltete er das Stadtleben in Darmstadt aktiv mit. Geschäftsführend war u. a. seine Ehefrau Käthe Heid.
In den 1980er Jahren gründete er das Unternehmen Eutec Electro, das den Serienbau seines innovativen Elektromobils zum Ziel hatte und in der ZDF-Sendung Drehscheibe vorgestellt wurde.
Schriften mini|hochkant|Das Naturhaus (Gerhard Heid und Rudolf Doernach) mit Rudolf Doernach: Biohaus für Dorf und Stadt. Wohngemeinschaft zwischen Pflanzen, Tier und Mensch. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-596-24055-7. mit Rudolf Doernach: Das Naturhaus. Wege zur Naturstadt. Wolfgang Krüger Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-8105-0420-3. (mit Vorwort von Friedensreich Hundertwasser) Die Architektur steht zentral. Der Baumeister Alvar Aalto. Ein Bericht über neues Bauen in Finnland. In: baukunst und werkform, Jahrgang 1956, Heft 6. Bauen in Rußland gestern und heute. In: Bauwelt, Jahrgang 1958, Heft 27. mit Theodor Seifert: Konstruieren mit synthetischen Baustoffen / Konstruktion mit Mehrschichtplatten. / Montagehaus mit Stahlskelett und Kunststoffplatten. In: Bauwelt, Jahrgang 1960, Heft 48. Beständig bauen, beweglich wohnen. In: Bauwelt, Jahrgang 1962, Heft 62.
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