mini|Ortsdurchfahrt Altort in Richtung Norden; links: Wirtshaus, Mitte: historisches Schulhaus, rechts Kirche St. Peter und Paul (2018) mini|Gasthof (2024)

Leerstetten (fränkisch: LäaschdienE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 42. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: lęɘšdīn.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Schwanstetten im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Leerstetten liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Schwanstetten, teils auf dem gemeindefreien Gebiet Soos. Sie hat eine Fläche von 20,740 km² und ist in 3627 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5718,27 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Furth, Hagershof, Harm, Holzgut, Mittelhembach und Schwand bei Nürnberg (zum Teil).

Geographische Lage Das Pfarrdorf liegt etwa 15 Kilometer südlich von Nürnberg und ist größtenteils von Waldgebieten umgeben. Die Kreisstraße RH 1 führt nach Großschwarzenlohe zur Staatsstraße 2239 (2,5 km nordwestlich) bzw. nach Schwand (2,9 km südlich). Die Kreisstraße RH 2 zweigt von dieser ab und führt nach Penzendorf zur St 2239 (3,8 km westlich).

Die Bayerische Uraufnahme zeigt Leerstetten in den 1810er Jahren als ein Kirchdorf mit 36 Herdstellen und zwei Gottesäckern.

Geschichte Der Ort wurde 1194 als „Larenstetten“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet Wohnstätte am leeren [Platz, Gestade oder Ufer].E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 42.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Leerstetten 29 Anwesen. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Schwand aus. Grundherren waren das Richteramt Schwand (3 Ganzhöfe, 3 Halbhöfe, 5 Gütlein, 1 Gütlein mit Tafernwirtschaft, 1 Gütlein mit Gastwirtschaft, 2 Leerhäuser; mittelbar die Kirche Schwand: 1 Gütlein), das Kastenamt Roth (4 Halbhöfe, 4 Köblergüter, 1 Gütlein, 1 Gütlein mit Gastwirtschaft, 2 Leerhäuser) und der Nürnberger Eigenherr von Neu (1 Halbhof). Außerdem gab es eine Pfarrkirche, ein Pfarrhof, eine Schule, eine Schmiede, ein Hirtenhaus, ein Schäferhaus.F. Eigler: Schwabach, S. 403. Es gab 26 Untertansfamilien, von denen 24 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 309.

Von 1797 bis 1808 unterstand Leerstetten dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Leerstetten gebildet. Zu diesem gehörten Furth, Hagershof, Harm, Holzgut und Mittelhembach. 1818 entstand die Ruralgemeinde Leerstetten, die mit dem Steuerdistrikt deckungsgleich war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Leerstetten zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1879 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).F. Eigler: Schwabach, S. 476f. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 16,757 km².

Seit der Auflösung des Landkreises Schwabachs im Jahr 1972 gehört sie zum Landkreis Roth. Am 1. Mai 1978 wurden Leerstetten und die Nachbargemeinde Schwand im Zuge der Gebietsreform in Bayern zum Markt Schwanstetten zusammengefasst.

Baudenkmäler Es gibt in Leerstetten 10 Baudenkmäler: Evangelisch-lutherische Kirche St. Peter und Paul Further Straße 1: Pfarrhaus Hauptstraße 2 und 6: Bauernhäuser Hauptstraße 4: Schulhaus Hauptstraße 16: Gasthaus Hauptstraße 34: Türgewände Steinkreuz Friedhof Kriegerdenkmal

Einwohnerentwicklung Gemeinde Leerstetten Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 447 470 520 520 518 509 485 484 484 469 424 457 425 449 477 458 462 454 433 665 643 610 635 1912HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 79 91 87 92 93 104 91 102 125 Quelle Für die Gemeinde Leerstetten zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Furth (S. 28), Hagershof (S. 35), Harm (S. 36) und Mittelhembach (S. 59). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 480 Einwohner.

Ort Leerstetten Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 250 286 303 298 281 279 299 413 447 1714 3136Häuser 41 56 55 67 59 68 90 928 Quelle

Religion mini|Wasserturm (2024) Leerstetten ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Peter und Paul. Die Katholiken sind nach Heilig Kreuz (Plöckendorf) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Schwanstetten) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung 1194 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth