mini|Gleisarbeiter in den USA Poor Paddy Works on the Railway ist ein irischer und amerikanischer Folksong, der auch als Seemannslied gesungen wird. In dem Stück geht es um einen irischen Arbeiter, der am Aufbau einer Eisenbahnstrecke arbeitet. Das Lied ist unter verschiedenen Titeln bekannt, darunter Pat Works on the Railway, Paddy on the Railway, Paddy Works on the Erie und Fillimiooriay. Es ist mit der Nummer 208 im Roud Folk Song Index eingetragen.

Geschichte In seinem 1927 erschienenen Buch The American Songbag schreibt der Schriftsteller und Historiker Carl Sandburg, das Lied sei seit den frühen 1850er Jahren in Notenblättern veröffentlicht worden. Die früheste bislang bestätigte Veröffentlichung war jedoch erst im Jahr 1864 in einer Manuskript-Zeitschrift. 1938 wurde das Lied für die Library of Congress erstmals aufgenommen, die Aufnahme wurde 1941 veröffentlicht.

Die Verwendung des Liedes als Shanty ist erstmals 1867 in Seven Years of a Sailor’s Life von George Edward Clark bezeugt. Clark berichtet von den Liedern, die die Fischer beim Lichten des Ankers sangen. Eines davon hieß Paddy on the Railway. In On Board the Rocket bringt Robert Chamblet Adams 1879 Beispiele für Melodien und Texte von Shanties, darunter auch „Paddy, Come Work on the Railway“.

Text Die Große Hungersnot in Irland führte in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Emigration zahlreicher Iren nach Großbritannien und in die Vereinigten Staaten. Dort fanden viele Arbeit bei dem damals erfolgenden Bau der Eisenbahn. Der Text des Liedes spiegelt die Arbeit wider, die Tausende von irischen Gleisarbeitern in der irischen Diaspora verrichteten.

Das Lied besingt einen mehrjährigen Zeitraum ab 1841. Der Name Paddy oder Pat ist eine Kurz- bzw. Koseform des Vornamens Pádraig (= Patrick), der in Irland besonders verbreitet ist. Er steht in dem Lied allgemein für den Typus des irischen Arbeiters und bezieht sich nicht auf eine bestimmte Person. Das Lied erzählt weniger eine durchgehende Geschichte, sondern reiht vielmehr spezifische und manchmal zufällige Gedanken aneinander, die einen Reim mit der Jahreszahl bilden. Das zeigt beispielsweise die aus jedem Zusammenhang gerissene Erwähnung des irischen Politikers Daniel O’Connell (1775–1847), der keinerlei Bezug zum Eisenbahnbau oder zu Gleisarbeitern hatte.

Der Songtext ist in unterschiedlichen Versionen überliefert, von denen im Folgenden zwei wiedergegeben werden.

Songtext

Chorus: I’m weary of the railway Poor Paddy works on the railway.

Verses: In eighteen hundred and forty one Me corduroy breeches I put on Me corduroy breeches I put on To work upon the railway, the railway

In eighteen hundred and forty-two I didn’t know what I should do I didn’t know what I should do To work upon the railway, the railway

In eighteen hundred and forty-three I sailed away across the sea I sailed away across the sea To work upon the railway, the railway

In eighteen hundred and forty-four I landed on Columbia’s shore I landed on Columbia’s shore To work upon the railway, the railway

In eighteen hundred and forty-five When Daniel O’Connell he was alive When Daniel O’Connell he was alive To work upon the railway, the railway

In eighteen hundred and forty-six I changed my trade to carrying bricks I changed my trade to carrying bricks For working on the railwayauch umgekehrt verbreitet: I changed my trade from carrying bricks to working on the railway

In eighteen hundred and forty-seven Poor Paddy was thinking of going to Heaven Poor Paddy was thinking of going to Heaven To work upon the railway, the railway

In eighteen hundred and forty-eight, I learned to take my whiskey straight I learned to take my whiskey straight To work upon the railway, the railway Sinngemäße Übersetzung

Refrain: Ich habe genug von der Eisenbahn Der arme Paddy arbeitet bei der Eisenbahn.

Strophen: Achtzehnhunderteinundvierzig Zog ich meine Cordhosen an. Ich zog meine Cordhosen an, Um bei der Eisenbahn zu arbeiten, der Eisenbahn.

Achtzehnhundertzweiundvierzig Wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, Um bei der Eisenbahn zu arbeiten, der Eisenbahn.

Achtzehnhundertdreiundvierzig Segelte ich weg über das Meer. Ich segelte weg über das Meer, Um bei der Eisenbahn zu arbeiten, der Eisenbahn.

Achtzehnhundertvierundvierzig Landete ich an Columbias Küste. Ich landete an Columbias Küste, Um bei der Eisenbahn zu arbeiten, der Eisenbahn.

Achtzehnhundertfünfundvierzig, Als Daniel O’Connell noch lebte, Als Daniel O’Connell noch lebte, Um bei der Eisenbahn zu arbeiten, der Eisenbahn.

Achtzehnhundertsechsundvierzig Wechselte ich meine Arbeit zum Schleppen von Ziegeln. Ich wechselte meine Arbeit zum Schleppen von Ziegeln Für die Arbeit bei der Eisenbahn.

Achtzehnhundertsiebenundvierzig Dachte der arme Paddy daran, in den Himmel zu gehen. Der arme Paddy dachte daran, in den Himmel zu gehen, Um bei der Eisenbahn zu arbeiten, der Eisenbahn

Achtzehnhundertachtundvierzig, Lernte ich, meinen Whiskey pur zu trinken. Ich lernte, meinen Whiskey pur zu trinken. Um bei der Eisenbahn zu arbeiten, der Eisenbahn

Alternativer Songtext

Chorus: Fil-i-me-oo-ree-eye-ri-ay Fil-i-me-oo-ree-eye-ri-ay Fil-i-me-oo-ree-eye-ri-ay To work upon the railway

Verses: In eighteen hundred and forty-one I put me cord’roy breeches on I put me cord’roy breeches on To work upon the railway

In eighteen hundred and forty-two I left the Old World for the new Bad cess to the luck that brought me through To work upon the railroad

When we left Ireland to come here And spend our latter days in cheer Our bosses, they did drink strong beer And Pat worked on the railway

Our boss’s name, it was Tom King He kept a store to rob the men A Yankee clerk with ink and pen To cheat Pat on the railroad

It’s "Pat do this" and "Pat do that" Without a stocking or cravat And nothing but an old straw hat While Pat works on the railroad

One Monday morning to our surprise Just a half an hour before sunrise The dirty divil went to the skies And Pat worked on the railroad

And when Pat lays him down to sleep The wirey bugs around him creep And divil a bit can poor Pat sleep While he works on the railroad

In eighteen hundred and forty-three ’Twas then I met Miss Biddy MacGhee And an illygant wife she’s been to me While workin' on the railway

In eighteen hundred and forty seven Sweet Biddy MacGhee, she went to heaven If she left one child, she left sevenauch "eleven" To work upon the railway

In eighteen hundred and forty eight I learned to take my whiskey straight ’Tis an illygant wifeauch "drink" and can’t be bate For working on the railway Sinngemäße Übersetzung

Refrain: Fil-i-me-oo-ree-eye-ri-ay Fil-i-me-oo-ree-eye-ri-ay Fil-i-me-oo-ree-eye-ri-ay Um bei der Eisenbahn zu arbeiten

Strophen: Achtzehnhunderteinundvierzig Zog ich meine Cordhosen an Ich zog meine Cordhosen an Um bei der Eisenbahn zu arbeiten

Achtzehnhundertzweiundvierzig Verließ ich die Alte Welt für die Neue Verflucht sei das Glück, das mich durchbrachte Um bei der Eisenbahn zu arbeiten

Als wir Irland verließen, um hierher zu kommen Und unsere letzten Tage in Freude zu verbringen Unsere Bosse, die tranken starkes Bier Und Pat arbeitete bei der Eisenbahn

Der Name unseres Bosses war Tom King Er hatte einen Laden, um die Männer auszurauben Ein Yankee-Angestellter mit Tinte und Feder Um Pat bei der Eisenbahn zu betrügen

Es heißt "Pat dies" und "Pat das" Ohne Strumpf und Krawatte Und nichts als einen alten Strohhut Während Pat bei der Eisenbahn arbeitet

Eines Montagmorgens zu unserer Überraschung Nur eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang Ging der schmutzige Teufel in die Lüfte Und Pat arbeitet bei der Eisenbahn

Und wenn Pat sich zum Schlafen hinlegt Krabbeln die Wanzen um ihn herum Und der arme Pat kann kein bisschen schlafen Während er bei der Eisenbahn arbeitet

Achtzehnhundertdreiundvierzig Damals lernte ich Miss Biddy MacGhee kennen Und sie war mir eine wunderbare Frau Während ich bei der Eisenbahn arbeitete

Achtzehnhundertsiebenundvierzig Die süße Biddy MacGhee, sie ging in den Himmel Wenn sie ein Kind hinterließ, hinterließ sie sieben Um bei der Eisenbahn zu arbeiten

Achtzehnhundertachtundvierzig Lernte ich, meinen Whiskey pur zu trinken Sie ist eine gute Frau und kann nicht getadelt werden Für die Arbeit bei der Eisenbahn

Melodie Das Lied wird auf unterschiedliche Melodien gesungen. In einigen Versionen ähnelt die Melodie der ersten Zeilen jeder Strophe jener der Lieder Johnny I Hardly Knew Ye und When Johnny Comes Marching Home. Oftmals wird das Lied nach und nach schneller.

Aufführungen Dieses Lied wurde von zahlreichen Musikern und Sängern interpretiert, darunter Ewan MacColl, The Weavers, The Dubliners, The Wolfe Tones, Angelo Kelly & Family, The Pogues, Ferocious Dog und The Tossers.

Varianten Die Version der Dubliners, die später von The Pogues übernommen wurde, basiert auf der ersten oben dargestellten Textversion, hat aber in manchen Strophen einen davon abweichenden Text. Außerdem hat sie einen alternativen Refrain, der zusätzlich zu oder anstelle von „I’m weary ...“ gesungen wird, aber in einem viel höheren Tempo:

I was wearing corduroy britches Digging ditches, pulling switches, dodging hitches I was workin’ on the railway. Ich trug Kordhosen Ich grub Gräben, zog Weichen, wich Stößen aus Ich habe bei der Eisenbahn gearbeitet.

Für die Verwendung als Shanty überliefert R.C. Adams folgenden Text: In eighteen hundred and sixty-three, I came across the stormy sea. My dungaree breeches I put on

Chorus: To work upon the railway, the railway, To work up-on the railway. Oh, poor Paddy come work on the railway. Achtzehnhundertdreiundsechzig, kam ich über das stürmische Meer. Meine Latzhosen zog ich an,

Refrain: Um bei der Eisenbahn zu arbeiten, der Eisenbahn, Um bei der Eisenbahn zu arbeiten. Oh, armer Paddy, komm und arbeite bei der Eisenbahn.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

Kategorie:Folksong Kategorie:Shanty Kategorie:Lied (19. Jahrhundert) Kategorie:Schienenverkehr in der Kultur Kategorie:Migration (Irland)