Sandra Knecht (* 24. März 1968 in Bern) ist eine Schweizer Konzept- und Performancekünstlerin. Sie lebt und arbeitet in Buus und Basel und beschäftigt sich vornehmlich mit den Themen Identität und Heimat.

Leben und Wirken Sandra Knecht ist im Zürcher Oberland aufgewachsen. Sie arbeitete während 25 Jahren als Sozialpädagogin, bevor sie sich entschied, hauptsächlich als Künstlerin tätig zu werden. Sie studierte von 1992 bis 1996 an der Schauspielakademie Ulm und ist Inhaberin eines Theaterregiediploms. Von 2011 bis 2014 studierte sie an der Zürcher Hochschule der Künste und schloss den Master of Fine Arts mit Auszeichnung ab. Während des Kunststudiums begann sie sich mit den Themen Heimat und Identität auseinanderzusetzen, welche ihr Schaffen prägen.

Zur künstlerischen Praxis von Sandra Knecht gehören das Kochen, Film und Performance.

Projekt «Chnächt» Sandra Knecht eröffnete im November 2016 die «Chnächt» Scheune am Basler Hafenareal. Eine Intention der Künstlerin bestand im Schaffen eines Heimatortes inmitten eines Unortes, zur Findung ihrer künstlerischen Identität. Die für einen Franken ersteigerte Scheune stand seit den 1930er Jahren in Boncourt JU und wurde ab- und an der Uferstrasse in Basel originalgetreu wieder aufgebaut. Das Gebäude wurde für den gastronomischen Betrieb ausgebaut. Während vier Jahren fand im «Chnächt» eine monatliche Veranstaltungsreihe mit dem Titel «Immer wieder sonntags» statt. Dabei bekochte die Künstlerin während vier Jahren jeweils 30 Personen mit fünf Gängen, ohne ein Rezept zu verwenden und ohne dass ein Gericht wiederholt serviert wurde. Am «Chnächt» kam es mehrmals zu Vandalismus.

Einzelausstellungen (Auswahl) 2014: Am Gone To Carolina In My Mind, Kaskadenkondensator, Basel 2016: #Troja, Galerie Idea Fixa, Basel 2017: Salon Suisse: Two: eating well, Biennale in Venedig 2018: Beehave; Die Honigbiene als künstlerische Inspiration, Kunsthaus Baselland 2020: Sandra Knecht – my land is your land, Galerie Stephan Witschi, Zürich 2021: Babel, Park des Hofguts Mapprach, Zeglingen 2025: Home Is a Foreign Place, Kulturstiftung H. Geiger | KBH.G., Basel

Koch- und Ess-Happenings, Performances 2007: Orientalisches Café, Thomas Isler, mit Reiseberichten von Johanna Lier, Sandra Knecht, Dolly Dhingra, Raphael Urweider, Chantal Elisabeth, Sabine Hagmann, Les Complices*, Zürich 2015–2019: Immer wieder sonntags, monatlich, Chnächt, Basel 2016: #Troja, Galerie Idea Fixa, Basel 2018: Der Lauf der Dinge, Bürgenstock-Konferenz, Kultur- und Kongresszentrum, Luzern 2018: Streetwise, Römerberg, Frankfurt am Main 2018: Hidden Bar, Art Basel, Basel 2018: Autorreconstrucción: Social Tissue, Kunsthaus Zürich, Zürich 2018: Bœuf sous-vide, Betty Bossi, Kaufleuten, Zürich 2018: Salon Suisse, Palazzo Trevisan degli Ulivi, Biennale di Venezia, Venezia 2019: Genusswoche Basel, Basel 2019: Chnächt, Locarno Garden la Mobiliare, Castello Visconteo, Locarno 2019: Futur, Casa d’Angel, Lumbrein 2019: Gletschermilch, Kunsthaus Baselland, Muttenz 2020: Genusswoche Basel, Basel 2020: Erntedank, Lavin 2020: The Dinner Party, Revolutionisnotalovesong, Galerie & Edition Stephan Witschi, Zürich 2020: Hochgenuss, Gastro Suisse, Kartause Ittingen, Warth 2025: The Dinner Party. Kulturstiftung H. Geiger | KBH.G., Basel, The Magazine – Serpentine North Gallery, London

Filme und Videoarbeiten

2011–2014: Jung Brutal Gutaussehend, Video 2015: sirocco, 8 mm digitalisiert 2015: Und oben sitzt ein Affe, Video 2022: Dark night (video version), mit einem Song der Band Fiji

Auszeichnungen/Ehre 2022: Schweizer Kunstpreis (Swiss Art Award) 2023: Stipendium der Kantone Basel-Stadt und Baselland 2020: Swisslos Fonds 2017: ADC Switzerland, Bœuf sous-vide, Art Direction 2016: Werkbundpreis, Deutschland 2015: Stipendium der Kantone Basel-Stadt und Baselland 2013: Z+ Stipendium der Zürcher Hochschule der Künste, Zürich

Veröffentlichungen Kulturstiftung Basel H. Geiger Geiger | KBH.G: Home Is a Foreign Place, Hatje Cantz Berlin, 2025, ISBN 978-3-7757-5934-2 Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung: Sandra Knecht. Cahiers d’Artistes 2021. Edizioni Periferia Luzern, 2021, ISBN 978-3-907205-16-7. Sandra Knecht: Babel. Christoph Merian Verlag, 2021, ISBN 978-3-85616-954-1. Sandra Knecht – Collection Cahiers d’Artistes 2021, Pro Helvetia Swiss Arts Council Schweizer Kulturstiftung, Edizioni Periferia, ISBN 978-3-907205-16-7https://prohelvetia.ch/app/uploads/2023/12/210428-cda-sandra-knecht-druckbogen-150.pdf

Weblinks Sandra Knecht auf sandraknecht.ch Kunst kommt von Kochen – Auf Bratkartoffeln und Spiegeleier mit Sandra Knecht, SRF, 30. Juli 2018

Einzelnachweise

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