mini|Dolmatowski in Leipzig (1954)Jewgeni Aronowitsch Dolmatowski (; wiss. Transliteration ; * in Moskau; † 10. September 1994 ebenda) war ein sowjetischer Dichter und Liedtexter.
Leben mini|Dolmatowskis Eltern (1906) mini|Dolmatowski (auf dem Panzer, 1. v. r.) in Berlin: nach der Unterzeichnung des Befehls zur Einstellung der Kampfhandlungen durch General Weidling am 2. Mai trug er am Brandenburger Tor Gedichte vor (Foto von Jewgeni Chaldei) mini|Familiengrab der Dolmatowskis auf dem Donskoi-Friedhof Dolmatowski war der Sohn des Juristen Dr. Aron Moisewitsch Dolmatowski (1880–1939) und seiner Frau Adel.Dsch Journal Nr. 35 (Juli 2011) auf dschjournal.com (englisch), abgerufen am 23. Dezember 2021 (PDF; 117 KB) Nach dem Abschluss an der Pädagogischen Hochschule gehörte er von 1932 bis 1934 dem Komsomol an und arbeitete in diese Zeit am Bau der Moskauer U-Bahn mit. Seine Erfahrungen verarbeitete er 1956 in dem Gedicht Добровольцы (Dobrowolzy). 1934 erschien Dolmatowskis erster Gedichtband, drei Jahre später errang er den Abschluss am Maxim-Gorki-Literaturinstitut.
1941 trat Dolmatowski der KPdSU bei.Biografie Dolmatowskis auf sdivizia-141.narod.ru (russisch), abgerufen am 23. Dezember 2021 Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges war er als Berichterstatter für die Rote Armee tätig. Im August 1941 erlitt der Dichter eine Verwundung und geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft, konnte jedoch flüchten und seinen Dienst wieder aufnehmen.Eintragung Dolmatowskis in der Großen Russischen Enzyklopädie (russisch), abgerufen am 22. Dezember 2021 Er bekleidete den Rang eines MajorsKopie der Verleihungsurkunde auf pamyat-naroda.ru (russisch), abgerufen am 22. Dezember 2021 und war 1945 Zeuge der Befreiung Berlins. Ein bekanntes Bild des Fotografen Jewgeni Chaldei zeigt den jungen Dichter dort am 2. Mai 1945 mit einer Hitler-Büste als Trophäe unter dem Arm in der Nähe des Berliner Reichstagsgebäudes.siehe Foto: Der Dichter Jewgeni Dolmatowski als Sowjetsoldat vor dem Berliner Reichstag (mit Hitler-Büste im Arm) - deutsche-digitale-bibliothek.de Seine Erlebnisse fanden bereits während der Kriegsjahre literarischen Widerhall. 1950 erhielt er für Слово о завтрашнем дне (Slowo o sawtraschnem dne) den Stalinpreis.
Viele seiner Gedichte wurden vertont. Dabei arbeitete er mit bekannten Komponisten wie Dmitri Kabalewski, Dmitri Schostakowitsch, Eddie Rosner und Wassili Solowjow-Sedoi zusammen. Matwei Blanter verfasste 1941 ein Musikstück auf Grundlage von Dolmatowskis Моя любимая (Moja ljubimaja). Vertonungen mehrerer seiner Texte waren auch in Filmen zu hören.
Er ist als Verfasser vieler patriotischer sowjetischer Lieder in Erinnerung. Viele seiner vertonten Texte befanden sich beispielsweise im Repertoire des Alexandrow-Ensembles.
Er starb 79-jährig in seiner Geburtsstadt und wurde auf dem Donskoi-Friedhof beigesetzt.Biografie Dolmatowskis auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 22. Dezember 2021
Würdigungen Dolmatowski war u. a. Träger folgender Titel und Auszeichnungen: Orden des Roten Sterns (29. Januar 1943)Verleihungsliste auf pamyat-naroda.ru (russisch), abgerufen am 22. Dezember 2021 zweimal Orden des Vaterländischen Krieges I. Klasse (12. September 1944, 1. August 1986)Eintragung auf pamyat-naroda.ru (russisch), abgerufen am 22. Dezember 2021 Stalinpreis (1950) „Alexander Fadejew“-Medaille (1983) „Pawlo Tytschyna“-Preis des Schriftstellerverbandes der UdSSR (1985) Orden der Oktoberrevolution zweimal Orden des Roten Banners der Arbeit Ehrenzeichen der Sowjetunion
Bibliografie (Auswahl) Gedichtbände 1934: Лирика (Lirika) 1942: Песнь о Днепре (Pesn o Dnepre) 1944: Вера в победу (Wera w pobedu) 1949: Слово о завтрашнем дне (Slowo o sawtraschnem dne)
Liedtexte 1939: Любимый город (Ljubimy gorod) – Musik: Nikita Bogoslowski 1943: Случайный вальс (Slutschainy wals) – Musik: Mark Grigorjewitsch Fradkin 1949: Песнь о лесах – Musik: Dmitri Schostakowitsch 1950: Родина слышит... (Rodina slyschit) – Musik: Dmitri Schostakowitsch 1956: Школьные годы (Schkolnyje gody) – Musik: Dmitri Kabalewski 1957: Если бы парни всей земли (Esli by parni wsei semli) – Musik: Wassili Solowjow-Sedoi 1958: Комсомольцы-добровольцы (Komsomolzy-dobrowolzy) – Musik: Mark Grigorjewitsch Fradkin 1958: За фабричной заставой… (Sa fabritschnoi sastawoi...) – Musik: Mark Grigorjewitsch Fradkin 1958: Вот так и живём... (Wot tak u schiwjom...) – Musik: Mark Grigorjewitsch Fradkin 1962: И на Марсе будут яблони цвести (I na Marse budut jabloni zwesti) – Musik: Wano Muradeli
Weblinks
(englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Lyrik Kategorie:Literatur (Sowjetunion) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Sowjetunion) Kategorie:Träger des Ordens des Vaterländischen Krieges I. Klasse Kategorie:Träger des Ordens des Roten Sterns Kategorie:Träger des Stalinpreises Kategorie:Träger des Ordens der Oktoberrevolution Kategorie:Träger des Ordens des Roten Banners der Arbeit Kategorie:Träger des Ordens Zeichen der Ehre Kategorie:KPdSU-Mitglied Kategorie:Träger des Leninordens Kategorie:Träger der Medaille „Für Verdienste im Kampf“ Kategorie:Träger der Medaille „Sieg über Deutschland“ Kategorie:Major (Sowjetunion) Kategorie:Russe Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1915 Kategorie:Gestorben 1994 Kategorie:Mann