Erra Bognar (* 7. August 1887 als Erna Margarethe Dorette Bechtold in Braunschweig; † 24. Juni 1979 in Berlin) war eine deutsche Theater- und Filmschauspielerin.

Leben Die geborene Erna Bechtold war eine Tochter des Vergolders Ernst Bechtold und seiner Frau Luise, geb. Rauschenberg.Stadtarchiv Braunschweig, Geburtsregister Standesamt Braunschweig, Nr. 1981/1887. Über ihre Ausbildung und ihre frühen Jahre liegen derzeit keine Informationen vor. Unter ihrem Künstlernamen Erra Bognar ist sie erstmals 1914 nachweisbar, als sie an der Schauburg in Hannover engagiert war. In den beiden darauffolgenden Saisonen war sie zunächst Ensemblemitglied am Schauspielhaus Stuttgart und dann am Kurtheater in Bad Pyrmont. Ab 1917 nahm sie keine Festengagements mehr wahr, sondern trat als gastierende Künstlerin an verschiedenen Bühnen auf.

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs begann Erra Bognar, als Darstellerin beim Stummfilm tätig zu werden. Ihr Debüt gab sie mit einer Nebenrolle im Kriminalfilm Die sterbenden Perlen von Rudolf Meinert. Auch in den Folgejahren verkörperte sie meist Figuren von mittelgroßer bis geringerer Bedeutung in Inszenierungen unterschiedlichster Regisseure und Produktionsgesellschaften. 1926 war ihre Filmkarriere weitgehend beendet, nur 1937 kehrte sie für eine Chargenrolle in Fred Sauers letzter Regiearbeit Der Lachdoktor noch einmal vor die Kamera zurück: Der winzige, im Vorspann ungenannte Part eines blonden Kurgastes mit Lorgnon sollte ihr einziger Auftritt in einem Tonfilm bleiben.

Ab 1925 war Erra Bognar kurzzeitig Inhaberin des Kinos in der Prenzlauer Allee 87 und gab ihm den Namen Erra-Lichtspiele, der auch unter den nachfolgenden Besitzern noch bis Ende der 1940er-Jahre beibehalten wurde. 1932 heiratete sie in zweiter Ehe den Kaufmann Hermann Azzalino (1889–1945).Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Charlottenburg I, Nr. 90/1932 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig). Als Witwe lebte sie bis zu ihrem Tod in einer Wohnung am Südwestkorso in Berlin-Wilmersdorf. Sie starb wenige Wochen vor ihrem 92. Geburtstag.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Wilmersdorf von Berlin, Nr. 1518/1979 (vgl. Namensverzeichnis zum Sterberegister 1979; PDF; 184 MB).

Filmografie 1918: Die sterbenden Perlen 1918: Die tolle Heirat von Laló 1918: Der Wüstendiamant 1918: Das verwunschene Schloß 1918: Hoheit Vater und Sohn 1918: Tanzendes Gift 1919: Argus X 1919: Bahnwärters Lene 1919: Der Fürst der Diebe und seine Liebe 1919: Die Rächerin 1919: Fräulein Colibri 1919: Graf Stöckels Bekenntnisse 1919: Gepeitscht 1919: Gewalt gegen Recht 1919: Die lachende Konkurrenz 1919: Ubo Thomsens Heimkehr 1919: Bis früh um fünfe 1920: Die lila Hölle 1920: Planetenschieber 1920: Der Schädel der Pharaonentochter 1920: Unter der Dornenkrone. Mexikos Kaisertragödie 1920: Riffpiraten 1920: Spiritismus 1920: Entgleist 1920: Das Tagebuch meiner Frau. Die Macht des Goldes 1920: Das Götzenbild der Wahrheit 1920: Anständige Frauen 1920: Fakir der Liebe 1920: Föhn 1921: Die große Sensation 1921: Der wandernde Koffer 1921: Telephon 1313 1921: Das Medium 1921: Gabys Verehrer (Les amoureux de Gaby) 1921: Das goldene Netz 1922: Die Finsternis und ihr Eigentum 1923: Maud, die große Sensation 1924: Die Puppenkönigin 1925: Der behexte Neptun. Paulchen als Sportsmann 1925: Im Strudel des Verkehrs. Ein Film für Jedermann 1925: Die Dame aus Berlin 1926: Falsche Scham – Vier Episoden aus dem Leben eines Arztes 1937: Der LachdoktorDer Lachdoktor. In: Mein Film. Jahrgang 14, Wien 1939, Heft 30, S. 17.

Literatur Deutscher Bühnen-Verein und Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnen-Jahrbuch. F. A. Günther & Sohn, Berlin.

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Einzelnachweise

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