Ściborzyce Wielkie (deutsch Steuberwitz, ) ist ein Ort in Oberschlesien in der Stadt- und Landgemeinde Kietrz im Powiat Głubczycki der Woiwodschaft Opole in Polen. Der Ort liegt linksseitig der Bilawoda.

Ortsteil von Ściborzyce Wielkie ist Przysieczna (Wegen).

Geographie Das Angerdorf Ściborzyce Wielkie liegt in der Nizina Śląska (Schlesischen Tiefebene), neun Kilometer südlich von Kietrz, 30 Kilometer südöstlich von Głubczyce (Leobschütz) und 93 Kilometer südlich von Opole (Oppeln). Nördlich, östlich und südlich verläuft die Grenze zu Tschechien.

Nachbarort von Ściborzyce Wielkie ist im Westen Rozumice (Rösnitz). Jenseits der Landesgrenze zu Tschechien liegen im Norden Třebom (Thröm), im Osten Sudice (Zauditz) und Rohov (Rohow) und im Südwesten Hněvošice (Schreibersdorf).

Geschichte mini|Kirche St. Maria Hilfe der Christen mini|Ortsbild Der Ort wurde 1220 erstmals als Styboricz erwähnt. 1250 erfolgte erneut eine Erwähnung als Stiboric sowie 1270 als Styboriz und 1377 als Stiblerndorf. Der Ortsname leitet sich vom altslawischen Personennamen Ścibor ab, das Dorf des Ścibor.Stanisław Drzażdżyński: Die Slavischen Ortsnamen des Kreises Leobschütz. Leobschütz, 1896. S. 17 Digitale Version des Werkes

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Steuberwitz mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1760 wurde im Ort eine evangelische Schule eingerichtet.

Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Steuberwitz ab 1816 zum Landkreis Leobschütz im Regierungsbezirk Oppeln. 1845 bestanden im Dorf eine evangelische Schule, eine Wassermühle, eine Windmühle und 83 Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Steuberwitz 475 Menschen, davon 37 evangelisch und vier jüdisch.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 555. 1861 zählte Steuberwitz 26 Bauern-, acht Gärtner-, 31 Acker- und 38 Häuslerstellen. Die evangelische Schule zählte im gleichen Jahr 150 Schüler.Vgl. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 858. 1874 wurde der Amtsbezirk Piltsch gegründet, welcher die Landgemeinden Piltsch, Rösnitz und Steuberwitz umfasste.Territorial Amtsbezirk Piltsch

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Steuberwitz 805 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und 0 für Polen. Steuberwitz verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich. 1923 wurden das im Zuge der Grenzregulierung vom Gutsbezirk Rohow abgetrennte Vorwerk Lichtenhof und die Einschicht Wegen eingemeindet. 1933 zählte der Ort 1223 sowie 1939 1174 Einwohner. Bis 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Leobschütz. Am 19. März 1945 flüchtete die Bevölkerung in Richtung Sudetenland. Durch Steuberwitz verlief die Front. Innerhalb weniger Tage wechselte der Ort dreimal zwischen der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee den Besitzer. Ende März nahm die Rote Armee Steuberwitz endgültig ein. Durch die Kampfhandlungen im Ort wurde 40 % der dörflichen Bebauung zerstört.

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Ściborzyce Wielkie umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 wurde Ściborzyce Wielkie der Woiwodschaft Oppeln zugeteilt. 1999 wurde es Teil des wiedergegründeten Powiat Głubczycki. Im Juni 2016 wurde das Dorf mehrmals nach zahlreichen heftigen Regenfällen überflutet.Überflutungen Juni 2016, nto.pl (poln.)

Sehenswürdigkeiten mini|Wegekapelle Die Kirche St. Maria Hilfe der Christen (poln. Kościół MB Wspomożenia Wiernych) wurde 1873 errichtet. Bis 1945 diente das Gotteshaus der protestantischen Gemeinde im Ort als Gebetshaus. Evangelischer Friedhof mit erhaltenen deutschen Grabmälern Steinerne Wegekapelle Steinernes Wegekreuz

Vereine Freiwillige Feuerwehr OSP Ściborzyce Wielkie Fußballverein KS Polonia Ściborzyce Wielkie

Literatur Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz 1914–1946. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1990. ISBN 3-87595-277-4

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Gmina Kietrz Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole Kategorie:Ort in Schlesien Kategorie:Angerdorf Kategorie:Ersterwähnung 1220