Moorgrund war eine Gemeinde im Wartburgkreis in Thüringen. Die Einheitsgemeinde erstreckte sich vom Rennsteig bei Ruhla bis in die Werraniederung unmittelbar vor den Toren der Kreisstadt Bad Salzungen. Sie wurde am 1. Dezember 2020 nach Bad Salzungen eingemeindet.
Geografie mini|Lage der ehemaligen Gemeinde im Wartburgkreis Ursprünglich bildete der Moorgrund ein ausgedehntes Feuchtgebiet – im östlichen Teil war es ein Moor, dieses wurde schließlich im 19. Jahrhundert durch Entwässerungsgräben, die mit dem Moorbach und dem Rohrgraben verbunden waren, bis auf kleine Reste zu landwirtschaftlichen Zwecken nutzbar gemacht. An den Rändern des Tales gibt es heute auch geschützte Regionen mit Kalkmagerrasen und Heideflächen. Die bereits in frühgeschichtlicher Zeit entdeckten Kupferminerale lockten im Mittelalter Bergleute an, in einem schmalen Streifen von Kupfersuhl bis Schweina liegen Reste mittelalterlicher Bergwerke in den Wäldern, auch Eisen wurde gefunden.
Auf einer Gemeindefläche von 53,52 km² lebten zuletzt 3358 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2019). Die Gemeinde befand sich auf einer Höhe von 312 m ü. NN.
Gemeindegliederung miniatur|links|Gemeindegliederung Die Ortsteile der Gemeinde waren: Etterwinden Gräfen-Nitzendorf Gumpelstadt (Sitz der Gemeindeverwaltung) Kupfersuhl mit Wackenhof Möhra (Martin-Luther-Stammort) Waldfisch Witzelroda mit Neuendorf
Geschichte Die Gemeinde Moorgrund entstand am 25. März 1994 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Gumpelstadt, Waldfisch und Witzelroda.Thüringer Verordnung über die Auflösung und Zusammenlegung der Gemeinden Gumpelstadt, Waldfisch und Witzelroda Vom 25. Februar 1994 Mit der Gemeinde Möhra bildete Moorgrund noch bis zum 3. November 1994 die Verwaltungsgemeinschaft Moorgrund. Am 4. November 1994 wurden Moorgrund, Möhra und Kupfersuhl zur Gemeinde Moorgrund zusammengefasst.Thüringer Verordnung über die Auflösung und Zusammenlegung der Gemeinden Moorgrund, Möhra und Kupfersuhl vom 7. Oktober 1994 Fundstelle: GVBl 1994, S. 1169 Etterwinden wurde am 1. Januar 1996 nach Moorgrund eingemeindet.§ 3 Thüringer Verordnung über die Auflösung der Gemeinde Etterwinden und ihre Eingliederung in die Gemeinde Moorgrund und über die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft "Eltetal" Vom 21. September 1995 Fundstelle: GVBl 1995, S. 326
Am 1. Dezember 2020 wurde die Gemeinde Moorgrund nach Bad Salzungen eingemeindet.Zweites Thüringer Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2019, aufgerufen am 1. Dezember 2020
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl: 1994: 2.934 1995: 3.029 1996: 3.797 1997: 3.825 1998: 3.822 1999: 3.819 2000: 3.808 2001: 3.817 2002: 3.770 2003: 3.741 2004: 3.754 2005: 3.699 2006: 3.612 2007: 3.563 2008: 3.531 2009: 3.523 2010: 3.514 2011: 3.487 2012: 3.421 2013: 3.404 2014: 3.374 2015: 3.335 2016: 3.321 2017: 3.351 2018: 3.369 2019: 3.358 Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember
Politik Ehemaliger Gemeinderat Der Gemeinderat von Moorgrund setzte sich zuletzt aus 16 Ratsherren und -frauen zusammen. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte bei einer Wahlbeteiligung von 67,1 % (2014: 53,8 %) zu folgendem Ergebnis: Partei / Liste Stimmenanteil +/− %p Sitze CDU 66,8 % + 10,7 11 Bürgerinteressenvertretung Moorgrund (BIV) 20,4 % + 9,8 5 Die SPD (2014: 23,6 %) kandidierte 2019 nicht.
Ehemaliger Bürgermeister Zum letzten hauptamtlichen Bürgermeister wurde am 20. März 2016 Hannes Knott (CDU) gewählt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Historisch hervorzuheben ist der Ort Möhra, hier lebten die Vorfahren von Martin Luther als Bauern und Bergleute. In Gumpelstadt befinden sich die ehemalige Gemeindeverwaltung, ein Schwimmbad und das Naturschutzzentrum Alte Warth. Der Ort besitzt zahlreiche Baudenkmäler. Bemerkenswert ist das ehemalige Jagdhaus Kissel der Meininger Herzöge, es befindet sich in Rennsteignähe. Eine touristische Bedeutung besitzt der Pummpälzweg, er verbindet die Wanderziele von Moorgrund mit den Nachbarorten, Eisenach und Bad Salzungen. Zur sportlichen Betätigung wurde in den 1960er Jahren der Motocross-Platz Alte Warth gestaltet, heute ein bedeutendes Naturschutzgebiet.Gemeindeverwaltung (Hrsg.), Faltblatt Einheitsgemeinde Moorgrund
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Einzelnachweise
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