Hermann Georg Friedrich SchaedtlerReinhard Glaß: [ Schaedtler, Hermann Georg Friedrich] in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 11. März 2026 (* 28. August 1857 in Benthe; † 28. März 1931 in Hannover) war ein deutscher Architekt,o. V.: Schaedtler, Hermann in der Datenbank Niedersächsische Personen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 16. September 2011, zuletzt abgerufen am 11. März 2026 der vorwiegend Bauten im Stil der Neorenaissance entwarf.Helmut Knocke: Schaedtler, Hermann. In: Hannoversches Biographisches Lexikon. S. 309.

Biografie Schaedtler wurde zur Zeit des Königreichs Hannover geboren als Sohn von Alfred Julius Bentinck Schaedtler, dem Pächter des von Türk'schen Vollhofes in Benthe, und der Mathilde Schaedtler, geborene Barkhausen.

Er studierte von 1874 bis 1880 an der Polytechnischen Schule Hannover unter Conrad Wilhelm Hase, durchlief parallel dazu 1875 ein Praktikum bei zunächst im Architekturbüro Otto Goetze, 1876 dann bei Edwin Oppler. In seiner Studienzeit wurde er Mitglied der Studentenverbindung Corps Saxonia Hannover, dem er später als Alter Herr ein nach seinen Plänen im Stil des Neobarock errichtetes neues Verbindungshaus erbauen ließ.o. V.: Korps Saxonia, in: Hannoverscher Courier, Morgenausgabe vom 7. Juni 1912, S. 3; Digitalisat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek

1888 heiratete Schaedtler Emilie KlugCordula Steffen-Hammes: Die Schlossbauten des Architekten Hermann Schaedtler von 1888–1927. Eine traditionelle Bauaufgabe in ihrer Spätphase. (= Dissertation, vorgelegt der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn) Bonn 1996, S. 25; (geboren am 9. März 1866 Hannover; gestorben nach 1943), nach der auf Antrag ihres Vaters, ebenfalls Architekt, 1885 die Emilienstraße benannt worden war, der heutige Wildermuthweg in der Südstadt von Hannover.Helmut Zimmermann: Verschwundene Straßennamen in Hannover. In: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge, 1994, 48, S. 355–378; hier: S. 362; Kurz nach der Eheschließung erwarb Schaedtler das Bürgerrecht der Stadt Hannover. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor; am 4. Oktober 1894 die Zwillinge Edith und Paul, am 4. Oktober 1894 die Tochter Margarethe und am 7. Oktober 1902 der Sohn Hermann junior.

Unterdessen hatte Schaedtler 1898 das Haus Arnswaldtstraße 31 bezogen, in dem er auch sein Atelier unterhielt und in dem er bis in sein Todesjahr laut dem Adressbuch der Stadt Hannover für 1931 als Hauseigentümer im zweiten Stockwerk des Gebäudes wohnte.Adreßbuch der Stadt Hannover zugleich Adreßbuch von Hannover Stadt- und Geschäftshandbuch 1931, Teil 1: Einwohner Hannover, Abteilung Alphabetisches Verzeichnis der Einwohner und Handelsfirmen. S. 422 (dfg-viewer.de).

Laut einer Vereinschronik wurde Schaedtler 1885 in den Hannoverschen Künstlerverein aufgenommen; laut einer in Privatbesitz befindlichen Urkunde wurde die Mitgliedschaft jedoch erst mit Datum vom 9. März 1886 bescheinigt.

Mehrere von Schaedtlers Bauten in Hannover sind erhalten und stehen unter Denkmalschutz.

Schaedtlers Grab befindet sich auf dem Stadtfriedhof Engesohde.

Auszeichnungen 1898: königlich preußischer Kronen-Orden IV. Klasse

Bauten und Entwürfe (Auswahl) mini|Haus der Striehlschen Waisenstiftung in HannoverLichtdruck nach Foto von Georg Alpers senior, aus Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 1899 1884/1888–1889: Anbau zum Herrenhaus auf Rittergut Eimbeckhausen 1889–1890: Herrenhaus auf Rittergut Wittingen 1891–1892: Muster-Wirtschaftshof in St. Magnus bei Bremen 1891–1892: Ausbau des Ritterguts Beyenrode bei Königslutter 1891–1894: Hauptwache der Städtischen Feuerwehr am Goetheplatz in Hannover 1892–1893: Neu- und Umbau des Herrenhauses auf Rittergut Schwedesdorf in Lauenau 1893–1895: Umbau des Herrenhauses auf Rittergut Bennigsen 1893–1897: Neues Palais in Bückeburg 1894–1897: Wiederaufbau von Schloss Lütetsburg bei Norden 1894–1899: Altersheim des St.-Nicolai-Stifts in Hannover, Drostestraße 22 1894–1899: Striehlsche Stiftung in Hannover, Goseriede 4 um 1895 bis 1896: Villa Lange Laube 21 für den Kommerzienrat Carl Vering; nicht erhaltenReinhard Glaß: Schaedtler, Hermann Georg Friedrich in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818-1902) [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 15. Januar 2026 1895–1898: Neu- und Umbau von Schloss Aldelebsen bei Göttingen 1896: Wettbewerbsentwurf für die Flusswasserkunst in Hannover (Ausbau des Beginenturms) 1896–1897: Altersheim der Johann-Jobst Wagener’schen Stiftung in Hannover, Theodor-Krüger-Straße 1896–1897: Waldwirtschaft Lister Turm in Hannover 1896: Wettbewerbsentwurf für den Neubau eines Rathauses in Linden (prämiert mit einem 3. Preis in Höhe von 1000 Mark) 1897: Wettbewerbsentwurf eines Geschäftshauses für die Bank für Niedersachsen in Hannover 1897–1898: Gebäude der Ostfriesischen Landschaft in Aurich 1897, 1899 und 1900: Wettbewerbsentwürfe für das Neue Rathaus in Hannover 1897, 1899, 1900 und 1902: Wettbewerbsentwürfe für das Rathaus in Linden bei Hannover 1898: Wettbewerbsentwurf für das Geschäftshaus der Bremer Baumwollbörse in Bremen (prämiert mit dem 2. Preis in Höhe von 2000 Mark) 1898–1899: Herrenhaus auf Rittergut Tietenwiese bei Nordstemmen 1899: Umbau und Erweiterung der Villa Wolpers in Hannover, Wilhelmstraße 11 1899 Ausbau des Kasinos für das 1. Hannoversche Infanterie-Regiment Nr. 74 in Hannover 1899–1902: Schloss Loburg in Ostbevern 1899–1904: Schloss Darfeld bei Coesfeld 1900: Wettbewerbsentwurf für einen Häuserblock am Kaiser-Wilhelm-Ring in Bremen 1900: Villa Edler in Hannover, Simsonstraße 1 1900–1901: Drachentöterhaus mit Georgspassage in Hannover, Georgstraße 10 (mit Karl Hantelmann, ursprünglich Doppelhaus für den Möbelfabrikanten Louis Fuge, nur noch Eingangsfassade erhalten, denkmalgeschützt)Hugo Thielen: Hantelmann, Werner. In: Stadtlexikon Hannover. S. 269. 1900–1902: Villa Schlange in Hannover, Walderseestraße 5 1900–1903: Umbau und Ausbau von Schloss Assen bei Lipborg 1902: Wettbewerbsentwurf (Motto „Stille Wasser“) für eine Feuerbestattungshalle in Bremen (gemeinsam mit Karl Müller, Entwurf angekauft) 1902–1904: Wiederherstellung und Ausbau der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis in Hannover 1903: Villa Reinhold in Hannover, Tiergartenstraße 35 1903–1904: Schloss Krickenbeck bei Venlo in Nettetal 1903–1905: Villa Seligmann für die Familie von Siegmund Seligmann in Hannover, Hohenzollernstraße 39 (heute Sitz des Europäischen Zentrums für jüdische Musik) 1903–1905: Villa von Crayenberg in Hannover, Hohenzollernstraße 34 1904–1908: Westfälisches Provinzialmuseum in Münster (nach Wettbewerbsentwurf von 1902) 1904: Schloss Calbeck bei Goch 1904–1905: Umbau und Erweiterung von Schloss Wissen bei Weeze 1904–1905: Ausbau von Schloss Leye bei Osnabrück 1904–1907: Schloss Eldingen bei Celle 1904–1908: Königsulanen-Kaserne in Hannover, Schackstraße / Dickensstraße (erhalten sind zwei Wohnhäuser im Neobarock) 1905–1907: Kreisständehaus / Landratsamt in Weißenfels 1905–1907: Kreisständehaus / Landratsamt in Hannover, Höltystraße 17 (heute Altes Kreishaus, Region Hannover) 1906: Wettbewerbsentwurf für das Verwaltungsgebäude des Allgemeinen Knappschaftsvereins in Bochum (prämiert mit einem von zwei 1. Preisen in Höhe von 1.500 Mark, nicht ausgeführt) 1906–1908: Erweiterung und Ausbau von Schloss Ostenwalde bei Melle 1907: Friedhofskapelle auf Stadtfriedhof Ricklingen in Hannover 1908: Wettbewerbsentwurf für die Neue Stadthalle in Hannover 1908: Wasserturm in Hannover, Stader Chaussee 1909–1910: Umbau und Erweiterung der Villa Thiel in Hannover, Warmbüchenstraße 27 1910–1911: Erweiterungsbau des St.-Nicolai-Stifts in Hannover, Edenstraße 1911: Wettbewerbsentwurf für ein Geschäftshaus des Gewerbevereins in Hannover 1911: Entwurf einer Autogarage zum Haus Rixförde 1911–1912: Corpshaus des Corps Saxonia Hannover in Hannover, Wilhelm-Busch-Straße 16 (denkmalgeschützt) 1911–1913: Wasserturm in Hannover, Vahrenwalder Straße 267 (errichtet im Zusammenhang mit dem Wasserwerk Elze, 62 m hoch, einstmals 4.100 Kubikmeter Wasser fassend, nicht mehr in Betrieb, denkmalgeschützt) 1916: Verwaltungsgebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse Hannover in Hannover, Arnswaldtstraße 9 (zusammen mit A. Ziegenhorn, später Haus der Region, abgerissen) 1915: Grabmal für die Familie Reinhold auf dem Stadtfriedhof Stöcken in Hannover 1916: Grabmal Thiel auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover 1923: Grabmal für den Bankier Bernhard Caspar (1844–1918) und seine Familie auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover 1925: Grabmal für Siegmund Seligmann auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover 1929: Grabmal Osan auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover 1929: Grabmal Schimmler / Uehre auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover

Schriften Baugeschichte des Palais-Neubaus Ihrer Hochfürstlichen Durchlaucht Hermine, Fürstin Mutter zu Schaumburg-Lippe, Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont in Bückeburg. Hannover 1896 .

Literatur

Gabriele Zeitler-Abresch: Das Neue Palais in Bückeburg im Werk des Architekten Hermann Schaedtler. Ein Beitrag zur Villenarchitektur des späten 19. Jahrhunderts. Köln 1987 (= Veröffentlichung der Abteilung Architektur des Kunsthistorischen Instituts der Universität zu Köln, 34). Cordula Steffen-Hammes: Die Schlossbauten des Architekten Hermann Schaedtler von 1888-1927. Eine traditionelle Bauaufgabe in ihrer Spätphase. (= Dissertation, vorgelegt der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn) Bonn 1996. Günther Kokkelink, Monika Lemke-Kokkelink: Hannoversche Schule 1850–1900. Schlüter, Hannover 1998 (Biografie, Werke: S. 561). Wolfgang Leonhardt: Biographie des Architekten Hermann Schaedtler. In: Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen, 1999, 19, S. 187–192. Wolfgang Leonhardt: 100 Jahre Lister Turm. Bilder und Planungen einer wechselvollen Geschichte. Leuenhagen / Paris, Hannover 1998, ISBN 3-923976-23-2, S. 113–115 u.ö. Wolfgang Leonhardt: Der Wasserturm an der Vahrenwalder Straße. In: Althannoverscher Volkskalender. Plenge, Sulingen 2012. Helmut Knocke. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 309 ().

Weblinks

Reinhard Glaß: [ Schaedtler, Hermann Georg Friedrich] in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902)

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Hannover) Kategorie:Architekt des Historismus Kategorie:Conrad Wilhelm Hase Kategorie:Mitte (Hannover) Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 4. Klasse Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1857 Kategorie:Gestorben 1931 Kategorie:Mann