Paul Guido Passarge (* 18. Juni 1851 in Berlin; † 2. Januar 1923 ebenda) war ein deutscher Theaterschauspieler und -regisseur sowie ein Stummfilmschauspieler.
Leben und Wirken Am Theater Paul Passarge war ein Sohn von Jenny Passarge, später verehelichte Baumann.Geburts- und Taufregister der Berliner Sophienkirche, Nr. 1211/1856 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig). Über seine frühen Jahre ist derzeit nichts bekannt. Seine ersten Theaterspuren lassen sich frühestens zu einem Zeitpunkt nachweisen, in dem sich der gebürtige Berliner bereits im 40. Lebensjahr befand. Zumeist wirkte Passarge in der Folgezeit an kleinen Spielstätten in der Provinz, wo man ihn auch Regie führen ließ. Folgende Theaterstationen sind laut dem Deutschen Bühnen-Jahrbuch belegt: Ohrdruf (Spielzeit 1890/91), Göttingen (Spielzeiten 1891–1893), Erfurt (1893–1895, dort auch Regie), Neisse (1895/96, auch Regie), Ratibor (1896/97, auch Regie), Wismar (1897–1899, auch Regie), Arnstadt (1899–1902, auch Regie), Elbing (1902/03, auch Regie), Staßfurt (1903/04, auch Regie) und Halberstadt (1904/05, auch Regie). 1905 kehrte Paul Passarge in seine Heimatstadt Berlin zurück. Hier beteiligte er sich an zum Teil winzigen, obskuren Tourneebühnen wie dem Adolf-Behle-Ensemble (1905/06), dem Gastspiel Berliner Bühnenkünstler (1906/07) und dem Unions-Theater (1908/09). Anschließend (1909/10) wirkte Passarge in Burgsteinfurt, ehe er sich zu Beginn der 1910er Jahre dem Pommerschen Städtebundtheater anschloss, wo er nicht nur erneut Regie führte, sondern zeitweilig (bis 1912) auch als stellvertretender Direktor wirkte.
Beim Film Seit 1912 band sich Paul Passarge an keine Bühne mehr fest und wirkte seitdem bis kurz vor seinem Tod nur noch als gastierender Künstler. Tourneen führten ihn durch ganz Deutschland. Diese Ungebundenheit gab Passarge seit 1912 auch die Möglichkeit, mit der einen oder anderen Rolle vor die Filmkamera zu treten. Gleich sein Erstling gilt als erster künstlerisch bedeutender Stummfilm Deutschlands: In Max Macks Adaption eines Paul-Lindau-Bühnenstücks, Der Andere, verkörperte Passarge an der Seite von Albert Bassermann die mittelgroße Rolle des Sekretärs Kleinchen. Später sah man Passarge mehrfach als Partner des Spitzenstars Henny Porten, er war aber auch Filmpartner anderer weiblicher Publikumslieblinge wie Fern Andra, Mia May, Ossi Oswalda, Lotte Neumann, Lya Mara und Mady Christians. In diesen kleinen bis mittelgroßen Rollen wurde er mal als Vater, mal als Subalterner wie Diener, Arbeiter, Pförtner oder Prokurist besetzt, seltener als hochgestellte Persönlichkeit wie etwa als Geheimrat oder als Professor. In seinem letzten Film Die Uhr verkörperte Paul Passarge die Schlüsselrolle des Uhrmachers Weigel. Er starb zu Jahresbeginn 1923 in seiner Wohnung in Berlin-Neukölln.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin-Neukölln I, Nr. 5/1923 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig).
Von 1918 bis zu seinem Tod war Passarge mit seiner Berufskollegin Wanda Manthey verheiratet.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Neukölln I, Nr. 149/1918 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig).
Filmografie 1913: Der Andere 1914: Bismarck 1915: Der Mann mit der leuchtenden Stirn 1916: Die Bettelprinzessin 1916: Der Mann mit der leuchtenden Stirn (Kurzfilm) 1916: Bummelstudenten 1916: Der Schmuck der Herzogin 1916: Zaubertropfen 1916: Friedrich Werders Sendung 1916: Die Wäscher-Resl 1917: Das Teufelchen 1917: Christa Hartungen 1917: Tuberosen 1917: Die Krone von Kerkyra 1917: Klein Doortje 1917: Die Memoiren des Satans, 1. Teil: Dr. Mors 1918: Das Spiel vom Tode 1918: Das Adoptivkind 1918: Agnes Arnau und ihre drei Freier 1918: Nordlicht 1918: Der Ring der drei Wünsche 1918: Drohende Wolken am Firmament 1918: Der fremde Fürst 1919: Irrungen 1919: Das Schwabemädle 1919: Fidelio 1919: Die beiden Gatten der Frau Ruth 1919: Das goldene Buch 1919: Los vom Weibe 1919: Arme Thea 1920: Romeo und Julia im Schnee 1920: Die Wölfin 1920: Wenn Colombine winkt 1920: Die sieben Gesichter 1920: Frauen vom Gnadenstein 1921: Die Gebieterin von Saint Tropez 1921: Der Leidensweg der Inge Krafft 1921: Das begrabene Ich 1921: Das Mädel von Piccadilly (2 Teile) 1922: Die Glocke, 2. Teil: Das verlorene Elternhaus 1922: Der Paradiesapfel 1922: Die Uhr
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