mini|Decauville-Dampflokomotive der Feldbahn bei Le Marcassin im Forêt de Hesse, 22. Juli 1915

Der Forêt de Hesse (deutsch: Hessewald)Georges Chenet: Die Erforschung der gallorömischen Töpfereien in den Argonnen seit dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Band 14, Nr. 3, 1930. ist ein Wald in der französischen Gemeinde Aubréville im Département Meuse in Lothringen in der Region Grand Est.

Lage

Der Forêt de Hesse erstreckt sich westlich von Verdun zwischen den Ortschaften Vauquois, Avocourt, Béthelainville und Récicourt und Neuvilly-en-Argonne vom Tal der Buante bis zum Tal der Aire. Sein Zentrum liegt in einer Höhe von 237 m ü.d.M. nordwestlich der Ferme de Verrières-en-Hesse und des Bois de Récicourt.Forêt de Hesse.

Das Waldgebiet liegt in der Roten Zone von Verdun, einem aufgrund von Kampfmittelresten des Ersten Weltkriegs für die Landwirtschaft unwiederbringlich verloren gegangenen Gebiet, das vom Staat aufgekauft wurde.Georges H. Parent : Trois études sur la Zone Rouge de Verdun, une zone totalement sinistrée: L’herpétofaune, la diversité floristique et les sites d’intérêt botanique et zoologique à protéger prioritairement.

Toponymie Der Name bezeichnet einen Buchenhain oder -wald, da Hesse in Abhängigkeit vom konsultierten Wörterbuch entweder einen „Ort, an dem die Buche wächst“, oder einen „Ort, den man mit einem Zaun aus Buchenholz umgeben hat,“ bezeichnet.Le toponyme Hesse: «lieu où pousse le hêtre» ou bien « lieu que l'on a entouré d'une barrière faite en bois de hêtre »

Geologie Eine geologische Labor- und Feld-Studie, deren Hauptziel es war, Kriterien für die Bewertung des nutzbaren Wasservorrats zu ermitteln, zeigte 2001, dass sich die Horizonte in erster Linie durch ihre Gesamtporosität oder das damit verbundene Massenvolumen unterscheiden. Das korreliert sehr gut mit dem Wassergehalt bei der Feldkapazität und in geringerem Maße mit der Feuchtigkeit am Welkepunkt.

Die Ergebnisse wurden mit Felddaten aus einer dreijährigen Chronik verglichen. Die Berücksichtigung der Schüttdichte zur Einschätzung des Wasservorrats reichte aus, um eine Pedotransferfunktion zu erstellen. Die Verwendung des Wasserbilanzmodells zeigte, dass die Vorhersagen des Wasserverbrauchs durch die Vegetation geringer waren als die In-situ-Messungen mit Neutronensonden. Dennoch gab das Modell die Klimaschwankungen gut wieder.C. Quentin, F. Bigorre, N. Bréda, A. Granier und D. Tessier: Etude des sols de la Forêt de Hesse (Lorraine): Contribution à l'étude du bilan hydrique.

Archäologie

Archäologen untersuchten im Forêt de Hesse gallo-belgische Keramiksiedlungen des 1. Jahrhunderts, die auf kleinen Flächen von weniger als einem Hektar lagen und in denen Bruchstücke von reduzierend gebrannter Keramik gefunden wurden.Michel Gazenbeek und Sander Van der Leeuw: L’Argonne dans l’Antiquité: Étude d'une région productrice de céramique et de verre. Gallia, Band 60, Nr. 1, 2003, S. 296 und 301–302. Das Gebiet der Töpfereien ist 20 × 30 km groß und findet seine natürliche Voraussetzung in den Töpfertonlagern der Albienstufe, den Wasservorkommen und dem Wald, der das Brennholz lieferte. In der Belle Époque wurden von 1905 bis 1914 beim Rendezvous de Chasse im Forêt de Hesse Spuren von Terra-Sigillata-Fabrikation nachgewiesen. Im Juli 1914 grub Georges Chenet im Hessewald in der Gegend von Haut-Mulard in der Gemarkung von Aubreville den Brennofen und die Nebengebäude einer Werkstätte für Griesbecher und Faltenbecher und für Krüge unterschiedlicher Größe aus. Die dort ausgegrabenen Becher waren die Überreste von Fehlbränden, die durch ein Ausschlagen der Stichflamme zu einem Klumpen zusammengebacken waren. Sie trugen keine Verzierungen oder Anzeichen von Schlickermalerei (Barbotine-Technik).

Im Forêt de Hesse wurde 1978 eine Werkstatt für glatte und geformte Terra Sigillata ausgegraben und eine weitere 1981 am Rande der Lichtung von Allieux. Die Lokalisierung von mehr als dreißig Töpferöfen aus der Spätantike auf der Lichtung von Allieux im Jahr 1985 zeigte, dass mit modernen archäologischen Methoden bisher unbekannte Objekte aufgefunden werden können.Marc Feller: Ceramique gallo-romaine d'Argonne. Les methodes de prospection terrestre appliquees a la reconnaissance des ateliers du groupe du Massif de Hesse et de la Vallee de la Buante. S.F.E.C.A.G., Actes du Congrès de Lezoux, 1989.

Bei einer Rettungsgrabung von 1992 wurde bei der Fontaine aux Chêne im Mergevau-Tal eine kleine Töpferei mit drei Öfen für gallo-belgische Keramik und gewöhnliche Keramik (weiß engobierte Töpfe und Krüge), die auf die Mitte und das dritte Viertel des 1. Jahrhunderts datiert werden, gefunden.

Die Fundstätten Vaux-Mulard mit einer Fläche von etwa 8 Hektar und Croix-des-Prêcheurs mit einer Fläche von etwa 14 Hektar befinden sich auf dem Kreide- und Tonplateau des Forêt de Hesse, die eine im Westen und die andere im Osten. In Croix-des-Prêcheurs belegen ein 1978 ausgegrabener Ofen und eine Deponie, die zwischen 75 und 200 n. Chr. aktiv waren, die Produktion von glatter und geformter Terra Sigillata sowie von gewöhnlicher Keramik. Viele der in der Deponie gefundenen geformten Dekore werden dem Töpfer Gesatus um 85 n. Chr. zugeschrieben. In der Umgebung dieser beiden Fundorte und etwa zur gleichen Zeit säumten einzelne Öfen und kleine Offizinen die Gault-, Ton- und Grünsandgebiete rund um die Hügel des Forêt de Hesse.Marc Feller, Gilles Poplineau und Sabine Baccega:

Erster Weltkrieg

Lager

Rendez-vous de Chasse (Treffpunkt für die Jagd) war ein wichtiger Orientierungspunkt am Eingang des Waldes und während des Ersten Weltkriegs ein Lager. Ein französischer Offizier vermerkte seine den Umständen entsprechend luxuriöse Unterbringung auf einer Postkarte vom 16. Juli 1915: „Sehr gut untergebracht, es fehlt an keinem Luxus – für Leute auf einer Position 1500 m vom Feind entfernt – englischer Garten, Rasenmäher, Bridges, Schaf-Felle für die Betten, perfekter Schatten und vor allem keine Granaten.“L'Argone - Au Rendez-vous de Chasse - Meeting for the Hunting.

Etwas weiter südwestlich lag das Lager Camp Dervin nördlich der Bertrame Ferme, in der am 23. September 1918 die US-amerikanische 91. Division stationiert war. Es war nach General Thomas Devin und einem 1878 beim Bau der Telegrafenleitung von Fort Keogh nach Deadwood nur kurzfristig genutzten Militärcamp bei Alzada, Montana benannt. Am 30. September 1918 wurde das US-amerikanische V Corps in die nahegelegene Verrieres-en-Hesse Farm verlegt.Center of Military History: Military Operations of the American Expeditionary Forces. Band 9. S. 54 und 181.

Feldbahn mini|Militär-Landkarte vom 15. Februar 1917. Die Frontlinie ist gelb und die Feldbahn rot markiert Während des Krieges gab es eine militärische Feldbahn vom Bahnhof und Depot in Aubréville zum Forêt de Hesse. Mit ihr wurden Nachschub, Waffen und Baumaterial für die Schützengräben an der Front und in der Gegenrichtung Verwundete in die Lazarette transportiert.S. Fras: Forêt de Hesse. Camp du Fer à cheval ; ambulance régimentaire. Sie wurde mit einer Decauville-Dampflok der Bauart Progrès mit einer Spurweite von 600 mm betrieben. Ab dem Feldbahn-Bahnhof Le Marcassin wurden die Züge bei der Fahrt in die gefährliche Zone an der Front von Pferden gezogen.

mini|Ab dem Feldbahn-Bahnhof Le Marcassin wurden Pferde statt Lokomotiven für die Weiterfahrt zur Front angespannt. Der Feldbahn-Bahnhof Le Marcassin war nach einem Wildschwein-Frischling (frz. marcassin) benannt, den die Soldaten dort gefunden, gezähmt und mit Milch aufgezogen haben. Als Maskottchen erhielt er den Namen Guigui oder Guillaume, und wenn er Milch bekam, sagte man zu ihm: „Trink, Guillaume; hier ist Blut!“Les distraction de nos troupiers In: Le Pays de France, 24. Juni 1915, S. 6.Forêt de Hesse. Guigui, sanglier élevé par les artilleurs. 23. Juli 1915.

Am 19. September 1918 wurde befohlen, die Feldbahnen in den amerikanischen Sektoren von den Ingenieurstruppen der US-amerikanischen Armee auszubauen und zu unterhalten. Unmittelbar nach dem Vormarsch sollten die Feldbahnstrecken ausgebaut werden, um sie mit dem deutschen System auf folgenden Strecken zu verbinden: Aubréville–Neuvilly–Varennes (zweigleisig) Le Triangle–La Barricade–Cheppy Esnes–Bois de Malancourt–Montfaucon Da es in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich war, neues Personal mit dem Feldbahnsystem vertraut zu machen, wurden Vorkehrungen getroffen, damit das bisher eingesetzte französische Personal, das dieses System betrieb, weiterhin tätig sein konnte.

Ab dem 24. Oktober 1918 wurde geplant, die Feldbahnen durch die Pioniertruppen des US-amerikanischen Heeres zu betreiben, wobei die beiden Hauptlinien wie folgt aussehen sollten: Dombasle–Montfaucon und Nebenstrecken Aubreville–Apremont und Nebenstrecken Unmittelbar nach Beginn des Vormarsches sollte der Ausbau der Feldbahnen durch die Pioniertruppen des amerikanischen Heeres unter Verwendung der deutschen Systeme auf folgenden Strecken erfolgen: Die Strecke Dombasle-Montfaucon sollte über Cierges und Romagne nach Andevanne verlängert werden Die Strecke Aubreville–Apremont sollte über Chatel-Chehery nach St. Juvin und Grandpre und von dort nach Norden in Richtung Briquenay verlängert werdenWilliam A. Stofft: United States Army in the World War, 1917-1919.. S. 106 und 343.

Einmarsch der Amerikaner

mini|hochkant=1.1|Amerikanische Truppen im Bois de Ver­rières des Forêt de Hesse, 19. Juli 1918 In der Nacht vom 13. zum 14. September 1918 verlegte die 91. Division in die Nähe von Vavincourt und in der Nacht vom 16. zum 17. September in die Nähe von Autrecourt. Am 17. September 1918 wurde sie dem Fünften Armeekorps zugeteilt. Sie verlegte dann in den Forêt de Hesse, nordöstlich von Neuvilly.M. W. Ireland, Charles Lynch, Joseph H. Ford und Frank W. Weed: The Medical Department of the United States Army in the World War, Volume VIII, Field Operations. Government Printing Office, 1925. S. 586, 591, 592, 604 und 1001.

Die Truppen der sogenannten Wild-West-Division bewegten sich in Nachtmärschen unter großer Geheimhaltung, bis alle sicher bei der Cote 290 nördlich der Bertrame Ferme, im Forêt de Hesse biwakierten. Ab dem 20. September 1918 war die Cote 290 der neue Poste de Commandement (PC), während der Verwaltungsstab in Vraincourt blieb. Um den Überraschungseffekt zu gewährleisten, mussten sich die Truppen so vorsichtig wie möglich bewegen. Beim Anflug von Flugzeugen ertönte das Signalhorn, und die Truppen gingen in Deckung. Der Stab befand sich in Unterständen am Südhang des Hügels. Die Amerikaner sollten den kommenden Angriff einleiten, aber General George H. Cameron wies die Franzosen an, die Linie im Sektor der 91. bis zur Nacht vor dem Angriff zu halten. In der Zwischenzeit machten sich die amerikanischen Soldaten sowie deren Brigade- und Regiments-Kommandeure mit dem Gelände und dem Verlauf der Frontlinie vertraut, um sich auf den Kampf vorzubereiten, wobei sie Helme und Mäntel der Franzosen trugen, um nicht aufzufallen.Bill McWilliams: Scrimmage for War: A Story of Pearl Harbor, Football, and World War II. Rowman & Littlefield, 2019.

Am 16. September 1918 wurde die 37. Division aus dem Sektor Baccarat abgezogen und in das neue Frontgebiet um die Stadt Robert-Espagne verlegt. Nach einer viertägigen Ruhepause rückte sie nach Récicourt vor. Zwei Tage später wurden die ersten Teile der Division nach Norden verlegt, um an der Maas-Argonnen-Operation teilzunehmen, die kurz vor dem Beginn stand. Das Divisionshauptquartier wurde auf dem Hof von Verrieres-en-Hesse eingerichtet, 4 km südlich von Avocourt.