Der Landkreis Bühl war ein Landkreis in Baden-Württemberg, der im Zuge der Kreisreform am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.

Geografie

Lage Der Landkreis Bühl lag im Westen Baden-Württembergs.

Geografisch hatte der Landkreis Bühl überwiegend Anteil an der Oberrheinischen Tiefebene und am Schwarzwald. Die Kreisstadt Bühl lag etwa in der Mitte des Landkreises.

Nachbarkreise Seine Nachbarkreise waren 1972 im Uhrzeigersinn beginnend im Norden Rastatt, die kreisfreie Stadt Baden-Baden sowie die Landkreise Freudenstadt, Offenburg und Kehl. Im Westen bildete der Rhein für einige Kilometer die natürliche Grenze zu Frankreich.

Geschichte

Bezirksamt Bühl In der Markgrafschaft Baden bestand im 19. Jahrhundert ein Amt Bühl. Im von 1803 bis 1806 bestehenden Kurfürstentum Baden gehörte das Amt Bühl zum Oberamt Yberg.Kurfürstlich-Badische Landesorganisation 1803 Nachdem aus dem Kurfürstentum Baden 1806 das Großherzogtum Baden geworden war, gehörte das Amt Bühl zur Provinz des Mittelrheins.Regierungsblatt des Großherzogtums Baden 1807, S. 98 Durch das Organisationsrescript vom 26. November 1809 wurde das Amt Bühl dem neuen Murgkreis zugeordnet und um den größten Teil des aufgelösten Amtes Schwarzach vergrößert.Großherzoglich Badisches Regierungsblatt 1809, S. 410 Nach der Aufhebung des Murgkreises im Jahre 1819 gehörte das Amt Bühl zum Kinzigkreis.Grossherzoglich-Badisches Regierungs-Blatt 1819, S. 33 Im selben Jahr wurde das Stabsamt Steinbach und der Ort Leiberstung in das Amt Bühl eingegliedert.Großherzoglich-Badisches Regierungsblatt 1819, S. 196 Das Amt Bühl gehörte ab 1832 zum Mittelrheinkreis und seit 1864 zum Kreis Baden im Landeskommissärbezirk Karlsruhe.Großherzoglich Badisches Staats- und Regierungs-Blatt 1832, S. 134Grossherzoglich-Badisches Regierungs-Blatt 1864, S. 313

Am 1. Januar 1891 wechselte die Gemeinde Stollhofen aus dem Bezirksamt Rastatt zum Bezirksamt Bühl und am 1. April 1924 wurde das Bezirksamt Bühl um die Gemeinden des aufgelösten Bezirksamts Achern sowie die Gemeinde Sinzheim des Bezirksamts Baden vergrößert.Gesetz- und Verordnungsblatt für das Großherzogthum Baden 1890, S. 628Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt 1924, S. 9 Am 1. Oktober wechselten die Gemeinden Renchen und Wagshurst vom Bezirksamt Bühl zum Bezirksamt Kehl.Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt 1936, S. 81

Landkreis Bühl

Seit dem 1. Januar 1939 hieß das Bezirksamt Bühl Landkreis Bühl. Der Landkreis Bühl fiel 1945 der Französischen Besatzungszone zu und gehörte somit bis 1952 zum neu umgrenzten südlichen Land Baden. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis Bühl zum Regierungsbezirk Südbaden. Durch die Gemeindereform ab 1970 veränderte sich das Kreisgebiet in drei Fällen.

Am 1. Juli 1972 wurden die Stadt Steinbach sowie die Gemeinden Neuweier und Varnhalt dem Stadtkreis Baden-Baden zugeordnet. Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Bühl schließlich aufgelöst. Der nördliche Teil und mit ihm die Kreisstadt Bühl wurde dem vergrößerten Landkreis Rastatt, der südliche Teil dem neu gebildeten Ortenaukreis zugeordnet. Rechtsnachfolger des Landkreises Bühl wurde der Landkreis Rastatt.

Der Schützenkreis Bühl trug bis zu seinem Zusammenschluss mit dem Schützenkreis Rastatt im Jahre 2014 das Wappen des Landkreises und lag in den Grenzen von vor 1972.

Einwohnerentwicklung Datum Einwohner Quelle 1814 14.035 1834 25.297 1852 27.575 1871 27.722 1890 29.977 1910 33.579 1925 68.777 verwaltungsgeschichte.de: Landkreis Bühl 17. Mai 1939 68.402 Volkszählungsergebnis 13. September 1950 72.532 6. Juni 1961 79.859 27. Mai 1970 91.926 Das Bezirksamt Bühl wurde 1924 deutlich vergrößert.

Politik Landrat Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Bezirksamts bzw. Landkreises Bühl 1806–1972:

Wappen Das Wappen des Landkreises Bühl zeigte im schräglinks von Gold und Rot geteilten Schild oben an einem waagrechten grünen Ast mit grünem Blatt hängend zwei blaue Zwetschgen, unten an goldener Rebe eine goldene Traube mit goldenem Blatt. Das Wappen wurde dem Landkreis Bühl am 3. Mai 1960 durch das Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.

Der "Bühler Zwetschgen" und der Weinbau haben im Kreisgebiet eine alte Tradition. Die Schildfarben Rot-Gelb entsprechen den badischen Landesfarben.

Verkehr Durch das Kreisgebiet führten von Nord nach Süd die Bundesautobahn 5 sowie die Bundesstraße 3.

Gemeinden Zum Landkreis Bühl gehörten ab 1938 zunächst 39 Gemeinden, davon 3 Städte.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Bühl machten am 1. Januar 1971 die Gemeinde Oberachern, die sich mit der Stadt Achern, und die Gemeinden Neusatz und Oberweier, die sich mit der Stadt Bühl vereinigten. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig, bis der Landkreis Bühl schließlich am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.

Die größte Gemeinde des Landkreises war die Kreisstadt Bühl. Die kleinste war Oberweier.

In der Tabelle stehen die Gemeinden des Landkreises Bühl vor der Gemeindereform. Die Einwohnerangaben beziehen sich auf die Volkszählungsergebnisse in den Jahren 1961 und 1970. frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Land-oder Stadtkreis Einwohneram 6. Juni 1961 Einwohneram 27. Mai 1970 Achern, Stadt Achern Ortenaukreis 6.141 7.596 Altschweier Bühl Rastatt 1.633 1.795 Balzhofen Bühl Rastatt 383 408 Bühl, Stadt Bühl Rastatt 9.140 10.013 Bühlertal Bühlertal Rastatt 7.647 8.421 Eisental Bühl Rastatt 1.682 1.974 Fautenbach Achern Ortenaukreis 1.557 1.799 Furschenbach Ottenhöfen im Schwarzwald Ortenaukreis 460 441 Gamshurst Achern Ortenaukreis 1.100 1.186 Greffern Rheinmünster Rastatt 984 1.147 Großweier Achern Ortenaukreis 800 1.071 Kappelrodeck Kappelrodeck Ortenaukreis 3.646 4.216 Lauf Lauf Ortenaukreis 3.278 3.601 Leiberstung Sinzheim Rastatt 453 498 Moos Bühl Rastatt 537 600 Mösbach Achern Ortenaukreis 1.102 1.242 Neusatz Bühl Rastatt 2.074 2.362 Neuweier Baden-Baden Baden-Baden 1.805 2.121 Oberachern Achern Ortenaukreis 2.972 3.300 Oberbruch Bühl Rastatt 316 367 Obersasbach Sasbach Ortenaukreis 1.326 1.591 Oberweier Bühl Rastatt 234 289 Önsbach Achern Ortenaukreis 1.528 1.742 Ottenhöfen im Schwarzwald Ottenhöfen im Schwarzwald Ortenaukreis 2.694 2.929 Ottersweier Ottersweier Rastatt 3.431 4.041 Sasbach Sasbach Ortenaukreis 2.589 3.058 Sasbachried Achern Ortenaukreis 424 541 Sasbachwalden Sasbachwalden Ortenaukreis 1.587 1.856 Schwarzach Rheinmünster Rastatt 1.432 1.533 Seebach Seebach Ortenaukreis 1.418 1.514 Sinzheim Sinzheim Rastatt 5.448 7.295 Steinbach, Stadt Baden-Baden Baden-Baden 2.857 3.273 Stollhofen Rheinmünster Rastatt 1.053 1.079 Ulm Lichtenau Rastatt 651 716 Unzhurst Ottersweier Rastatt 1.340 1.348 Varnhalt Baden-Baden Baden-Baden 1.230 1.730 Vimbuch Bühl Rastatt 746 1.279 Waldulm Kappelrodeck Ortenaukreis 1.254 1.352 Weitenung Bühl Rastatt 907 1.100

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen BH zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1972 ausgegeben. Seit dem 9. Dezember 2013 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Rastatt sowie seit dem 30. März 2015 im Ortenaukreis erhältlich.

Literatur Landkreis Bühl. (= Die Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs in Wort und Zahl; Heft 53). Hrsg. vom Innenministerium und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, Bearbeitung und Druck Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 1971.

Einzelnachweise

Buhl Kategorie:Bühl (Baden) Buhl Kategorie:Aufgelöst 1972