Franz Fein (geboren am 12. August 1896 in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben am 19. Dezember 1947 in Brissago,Franz Fein. In: Der Spiegel, Heft 51/1947, 19. Dezember 1947, auf: spiegel.dePersonalien. In: Der Spiegel, Scan, fehlende bibliogr. Angaben zu Heftnummer und Jahr [vermutl. Heft 51/1947], S. 42, Spalte 1. Kanton Tessin, Schweiz) war ein österreichischer Übersetzer.Franz Fein. In: Deutsche Digitale Bibliothek, auf: deutsche-digitale-bibliothek.deFein, Franz. In: Deutsche Nationalbibliothek, auf: d-nb.info

Familie

Franz Fein war das zweite Kind und der einzige Sohn des vom Judentum zum Katholizismus konvertierten Journalisten und Feuilleton-Redakteurs Otto Fein (* 5. März 1858 in Fălticeni, Westmoldau, Österreich-Ungarn; † 23. Januar 1912 in Wien) und dessen (jüdischer) Ehefrau Fanny, geborene Süssermann.Fein, Otto. In: Österreichische Nationalbibliothek Wien, Susanne Blumesberger, Michael Doppelhofer, Gabriele Mauthe (Hrsg.): Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft – 18. bis 20. Jahrhundert. Walter de Gruyter, Berlin 2011. ISBN 978-3-11-094900-1, Eintrag 2378, S. 306. Sein Vater war in Wien und Linz u. a. für die Neue Freie Presse tätig. Franz Feins ältere Schwester war die Schauspielerin und Theaterregisseurin Maria Fein.Maria Fein. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), auf: hls-dhs-dss.ch Da deren Ehemann, der Schauspieler Theodor Becker, seine Frau nach der Geburt der gemeinsamen zweiten Tochter verließ, geriet Franz Fein für die ältere seiner beiden Nichten, Maria,Maria Becker. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), auf: hls-dhs-dss.ch in die Rolle eines Ersatzvaters.Maria Becker, Regina Carstensen: Schließlich ist man doch jeden Abend ein anderer Mensch – Mein Leben (Autobiografie). Pendo, Zürich 2009. ISBN 978-3-86612-233-8, S. 35.

Wirken alternativtext=Franz Fein (1896–1945) Übersetzer. Maria Becker (1920–2012) Film- und Theaterschauspielerin, Regisseurin, Intendantin, Rezitatorin, Hörspielsprecherin. Grab, Friedhof Enzenbühl, Zürich|mini|245x245px|Grab, Friedhof Enzenbühl, Zürich Franz Fein soll (evtl. an der Universität Wien) Sprachen studiert und promoviert haben. Er machte sich insbesondere zwischen 1928 und 1935 einen guten Namen als exzellenter Übersetzer des Rowohlt-Verlages für erfolgreiche literarische Werke. Darunter waren eine ganze Reihe namhafter Autoren, beispielsweise Winston Churchill, William Faulkner, Liam O’Flaherty, George Bernhard Shaw, Sinclair Lewis, Evelyn Waugh, H. G. Wells und Thomas Wolfe.Hans Fallada: In meinem fremden Land – Gefängnistagebuch 1944. Aufbau Digital, Berlin 2011. S. 118.Hans Fallada: A Stranger in My Own Country: The 1944 Prison Diary. John Wiley & Sons. Hoboken, NJ, USA, 2015. ISBN 978-0-745-66988-5, S. 92–93. Er soll sowohl aus der englischen bzw. US-amerikanischen als auch der französischen und italienischen Sprache übersetzt haben, zu belegen sind bislang nur englischsprachige Übersetzungen.

Nach der Okkupation Österreichs durch die deutsche Wehrmacht im März 1938 emigrierte er von seiner Heimatstadt Wien in die Schweiz, wo er sich in Brissago, Kanton Tessin, am Lago Maggiore niederließ. Seine Schwester Maria Fein (1889–1965) war mit ihrer Tochter Maria ebenfalls in die Schweiz geflüchtet.

Nach langer Krankheit verstarb er 51-jährig. Er wurde auf dem Friedhof Enzenbühl in Zürich bzw. Zollikon beigesetzt und ruht dort an der Seite seiner Schwester Maria Fein, und deren Tochter Maria Becker.Grab von Franz Fein, auf: knerger.de

Literarische Übersetzungen (Auszug) Lafcadio Hearn: Bidasari – Erzählungen aus allen Welten. Grethlein, Leipzig 1925. P. G. Wodehouse: Nimrods Tochter. Th. Knaur Nachfahren, Berlin 1927. Richmond Barrett: Die Tore der Feinde. Th. Knaur Nachfahren, Berlin 1928. Sinclair Lewis: Elmer Gantry. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1928. Sinclair Lewis: Der Mann der den Präsidenten kannte oder Gemüt und Seele des staatserhaltenden Bürgers Lowell Schmaltz (Orig. The man who knew Coolidge). Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1929. Liam O’Flaherty: Der Mörder. Th. Knaur Nachfahren, Berlin 1929. Floyd Phillips Gibbons: Der rote Napoleon. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1930. Sinclair Lewis: Sam Dodsworth. Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin 1930. ders.: Unser Herr Wrenn – Die romantischen Erlebnisse eines kleinen Mannes (Orig.: Our Mr. Wrenn). Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1931. ders.: Falkenflug – Ein optimistisches Buch von der Ernsthaftigkeit des Lebens (Orig. The Trail of the Hawk). Wegweiser-Verlag, Berlin 1932. Edward A. Filene / Charles Wesley Wood: Persönliche Erfolge in unserem Maschinenzeitalter (Orig. Successful living in this machine age) Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1933. Hubert R. Knickerbocker: Deutschland, so oder so? (Orig. The German Crisis). Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1932. ders.: Kommt Europa wieder hoch? Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1932. ders.: Die Schwarzhemden in England und Englands wirtschaftlicher Aufstieg. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1934. ders.: Kommt Krieg in Europa? (Orig. Will War Come in Europe?). Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1934. ders.: Rote Wirtschaft und weißer Wohlstand. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1935. Winston Churchill: Schritt für Schritt 1936–1939. Allert de Lange, Amsterdam 1940. Robert David Quixano Henriques: Ohne Waffen, ohne Wehr. Allert de Lange, Amsterdam 1940. Bernhard Shaw: Politik für jedermann (Orig. Everybody's political what's what?). Amstutz Herdeg, Zürich 1945. H. G. Wells: Der Geist am Ende seiner Möglichkeiten (Orig. Mind at the end of its tether). Amstutz Herdeg, Zürich 1946. Winston Churchill: Die Weltkrise 1911–1918, Band 1. Verlag Amstutz, Herdeg & Co., Zürich 1947. ders.: Die Weltkrise 1911–1918, Band 2. Verlag Amstutz, Herdeg & Co., Zürich 1947. Storm Jameson: Wolkenloser Mai. Verlag Amstutz, Herdeg & Co., Zürich 1947. Evelyn Waugh: Wiedersehen mit Brideshead – Die heiligen und profanen Erinnerungen des Hauptmanns Charles Ryder. Verlag Amstutz, Herdeg & Co., Zürich 1947. Sinclair Lewis: Mantrap. Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin 1954. Joseph Hergesheimer: Das Pariser Abendkleid. Bertelsmann, Gütersloh 1955. Sinclair Lewis: Das Kunstwerk. Bertelsmann, Gütersloh 1964. (Lizenzausgabe des Rowohlt Verlages, Reinbek) ders.: Die Hauptstraße. Rowohlt, Reinbek 1979. ISBN 3-499-14141-8. William Faulkner: Licht im August. (Orig. Light in August), Rowohlt, Reinbek 2003. ISBN 978-3-499-11508-0.

Rundfunkauftritte 10. November 1930: Dr. Nowak befragt den Übersetzer der Romane des neuen Literatur-Nobelpreisträgers Sinclair Lewis, Dr. Fein. Lesung aus Der Falkenflug 28. August 1931: Theodore Dreiser zum sechzigsten Geburtstag. In: Deutsches Rundfunkarchiv, auf: dra.de

Einzelnachweise

Kategorie:Übersetzer aus dem Englischen Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Österreichischer Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Person (Wien) Kategorie:Person (Kanton Tessin) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1896 Kategorie:Gestorben 1947 Kategorie:Mann