mini|Lage des Naturparks Obere Donau mini|Donaumäander zwischen Beuron und Sigmaringen mini|Haus der Natur, ehemaliges Bahnhofsgebäude Beuron Der Naturpark Obere Donau liegt im Süden Baden-Württembergs und umfasst große Teile der Landkreise Tuttlingen, Sigmaringen, Zollernalb und Biberach. Er wurde am 5. Dezember 1980Ursula Mallkowsky (sky): Auf einen Blick: Naturpark Obere Donau. In: Südkurier vom 3. April 2010 gegründet und ist einer von insgesamt sieben Naturparks in Baden-Württemberg.

Das Schutzgebiet umfasst 1496 Quadratkilometer entlang der Donau und ihrer Nebenflüsse Bära und Lauchert zwischen Geisingen und Herbertingen. Es wird vom gleichnamigen eingetragenen Verein mit Sitz in Beuron verwaltet, wo der beeindruckendste Teil des Donaudurchbruchs durch die Schwäbische Alb erwandert werden kann.

Naturpark Lage und Schutzgebiete mini|Lage und Topografie des Naturparks Obere Donau Dem Naturpark gehören 56 Gemeinden sowie die vier Landkreise an. Der Siedlungsraum umfasst etwa 120.000 Menschen. Die Verwaltung befindet sich im „Haus der Natur“, dem alten Bahnhof in Beuron, der Heimat des Naturparkvereins und des Naturschutzzentrums ist.Ursula Mallkowsky (sky): „Lösungen nur zusammen möglich“. In: Südkurier vom 12. April 2010 Vorsitzender des Naturparkvereins ist der Tuttlinger Landrat Stefan Bär, Naturpark-Geschäftsführer ist Oberforstrat Bernd SchneckKarlheinz Fahlbusch (kf): Naturpark Obere Donau. In: Südkurier vom 7. April 2010.

Der Naturpark erstreckt sich von Geisingen (Landkreis Tuttlingen) im Westen bis Altheim bei Riedlingen (Landkreis Biberach) im Osten, in der Nord-Süd-Achse von Schömberg (Zollernalbkreis) bis Sauldorf (Landkreis Sigmaringen). Den flächenmäßig größten Teil des Naturparks bildet der Heuberg, die südwestliche Hochfläche der Schwäbischen Alb, die von der Donau durchbrochen wird. Neben der Hochfläche der Schwäbischen Alb mit dem Großen Heuberg gehört weiter das Laucherttal bis Gammertingen zum Naturpark sowie das Obere Schlichemtal (entwässert zum Neckar) von Tieringen bis Schömberg. Im Süden reicht der Naturpark in das von den Eiszeiten geprägte südwestdeutsche Alpenvorland.

Im Jahre 2005 wurde der Naturpark um den östlichen Teil (fast 500 Quadratkilometer) erweitert, der dem nördlichen Teil des Landkreises Sigmaringen im Bereich des Laucherttals entspricht. 2018 folgte eine zweite Erweiterung im südwestlichen Bereich des Parks.

Mit dem Natura-2000-Gebiet „Oberes Donautal“ sind das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) „Oberes Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen“ sowie das Vogelschutzgebiet „Südwestalb und Oberes Donautal“ mit einer Fläche von 2.700 Hektar nahezu identisch.Bernd Hermann (bh): Gemeinderat. Geplantes Naturschutzgebiet sorgt für Konflikte. In: Schwäbische Zeitung vom 25. November 2008 Weiterhin gehört zum Naturpark das Naturschutzgebiet Stiegelesfels-Oberes Donautal. Das Stiegelefelsmassiv befindet sich zwischen Beuron und Fridingen.Hermann-Peter Steinmüller (hps): Natur. Mehr Verständnis für Schutz. Neues Faltblatt zum Stiegelefelsmassiv im Oberen Donautal im Haus der Natur vorgestellt. In: Südkurier vom 9. Januar 2009

Naturparkorte mini|Orte des Naturparks Obere Donau Landkreis Biberach Binzwangen und Heiligkreuztal

Landkreis Sigmaringen Beuron (mit Hausen im Tal, Langenbrunn, Neidingen und Thiergarten), Bingen, Gammertingen (mit Feldhausen, Harthausen und Kettenacker), Herbertingen (mit Hundersingen, Marbach und Mieterkingen), Hettingen (mit Inneringen), Inzigkofen (mit Engelswies und Vilsingen), Leibertingen (mit Altheim, Kreenheinstetten und Thalheim), Krauchenwies (mit Ablach), Mengen (mit Beuren, Blochingen, Ennetach und Rulfingen), Meßkirch (mit Buffenhofen, Dietershofen, Heudorf, Langenhart, Menningen, Ringgenbach und Rohrdorf), Neufra (mit Freudenweiler), Sauldorf (mit Bichtlingen, Bietingen, Boll, Krumbach und Rast), Scheer (mit Heudorf), Schwenningen, Sigmaringen (mit Gutenstein, Jungnau und Oberschmeien), Sigmaringendorf (mit Laucherthal), Stetten am kalten Markt (mit Nusplingen, Glashütte, Frohnstetten und Storzingen) und Veringenstadt (mit Hermentingen und Veringendorf)

Landkreis Tuttlingen Balgheim, Bärenthal, Bubsheim, Buchheim, Böttingen, Deilingen, Denkingen, Dürbheim, Egesheim, Emmingen-Liptingen (mit Emmingen ab Egg und Liptingen), Fridingen an der Donau, Frittlingen, Geisingen, Gosheim, Immendingen, Irndorf, Kolbingen, Königsheim, Mahlstetten, Mühlheim an der Donau, Neuhausen ob Eck (mit Schwandorf und Worndorf), Reichenbach am Heuberg, Renquishausen, Rietheim-Weilheim (mit Rietheim und Weilheim), Spaichingen, Tuttlingen (mit Eßlingen, Möhringen an der Donau und Nendingen), Wehingen und Wurmlingen

Zollernalbkreis Meßstetten (mit Hartheim, Heinstetten, Hossingen, Tieringen, Oberdigisheim und Unterdigisheim), Hausen am Tann, Nusplingen, Obernheim, Ratshausen, Schömberg (mit Schörzingen), Weilen unter den Rinnen und Winterlingen

Geologie mini|Blick vom Knopfmacherfelsen Richtung Beuron mini|Wanderweg im Fürstlichen Park zu Inzigkofen Die beiden Quellflüsse der Donau sind die Brigach und die Breg am östlichen Rand des Schwarzwaldes. Sie vereinigen sich bei Donaueschingen zur Donau.

Zwischen Immendingen und Ertingen durchquert die Donau den Naturpark Obere Donau, in dem sie sich ein tiefes Bett durch das Juragestein der Schwäbischen Alb gegraben hat. In diesem Durchbruchstal des noch schmalen Flusses wurden mächtige Kalkfelsen freigelegt: Einer davon ist der Knopfmacherfelsen bei Beuron.

Beuron selbst liegt mitten in der Landschaft des Naturparks. Die Ortschaft ist aus der vielbesuchten Erzabtei Beuron hervorgegangen.

Dieses Durchbruchstal im Bereich der Oberen Donau wird als Donautal bezeichnet.

Die Donau fließt in ihrem oberen Lauf durch die Städte Geisingen, Immendingen, Tuttlingen, Mühlheim, Fridingen, Sigmaringen, Scheer und Mengen.

Donauversickerung mini|Durchbruch der Donau durch die Schwäbische Alb bei Beuron

Rein geologisch als auch touristisch interessant, sind die Donauversickerungen in Immendingen – südlich von Fridingen.

Nebenflüsse der Donau Die Nebenflüsse der Donau sind von Süden aus, die Ablach und die Ostrach.

Von Norden kommend der Krähenbach, die Elta, Bära, Schmeie (oder Schmiecha) und die Lauchert.

Geschichte Steinzeit Siedlungsgeschichtlich nehmen die Höhlen des Oberen Donautals zwischen Tuttlingen und Sigmaringen eine bedeutende Rolle ein: Sie dienten den Steinzeitjägern als Schutzorte, die bei Gefahr aufgesucht wurden. Funde reichen vom Paläolithikum (Burghöhle Dietfurt) über das Mesolithikum (Beuronien: Jägerhaushöhle) bis hin zum Neolithikum (Höhle im Eichfelsen).

Bronzezeit Die Hochflächen der Alb wurden erst im dritten Jahrtausend vor Christus besiedelt, Fundstellen sind für die Bronzezeit und Eisenzeit nachweisbar.

Mittelalter Der Burgenbau im Donautal begann ab 1000 nach Christus. Hiervon zeugen erhaltene Burgen und Schlösser sowie insgesamt 89 Burgenreste. Zu den zahlreichen erhaltenen Burgen und Schlössern zählen das Alte und Neue Schloss Mühlheim, das Fridinger Stadtschloss, Schloss Bronnen, Burg Wildenstein, Schloss Werenwag, Schloss Gutenstein, Hohenzollernschloss Sigmaringen, Schloss Bartelstein und das Schloss Scheer. Die bekanntesten Ruinen sind in Tuttlingen die Burg Honberg, in Buchheim die Burgruine Kallenberg, die Ruine Schloss Hausen im Tal, Ruine Falkenstein, Ruine Dietfurt, Gebrochen Gutenstein.Hermann-Peter Steinmüller (hps): Aktion Ruinenschutz Oberes Donautal sucht dringend Unterstützer. In: Südkurier vom 8. Mai 2015

Trägerverein und Naturschutzzentrum Träger des Naturparks Obere Donau ist der gleichnamige Verein, der im Oktober 1980 gegründet wurde.; abgerufen am 14. Dezember 2011 Diesem Verein gehören als Mitglieder neben den 56 Gemeinden und vier Landkreisen Vertreter der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes, der Regionalverbände, des Schwäbischen Albvereins, der Bergwacht, des Deutschen Alpenvereins und der Aktion Ruinenschutz Oberes Donautal an. Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Beuron beherbergt seit 1996 die Geschäftsstellen der Stiftung Naturschutzzentrum Obere Donau und des Naturparkvereins Obere Donau. Es zeigt eine 2018 neu gebaute Ausstellung zur erdgeschichtlichen Entstehung der Oberen Donau und weist auf die Besonderheiten der Flora und Fauna hin. Schwerpunkt der Arbeit liegt im Bereich der Umweltpädagogik. Auch gibt es einen kleinen Naturparkladen.

Verkehr mini|Blick von den Felsen bei Beuron auf die Züge der Bahnstrecke Tuttlingen–Inzigkofen

Schienenverkehr Im Naturpark wird an Wochenenden im Sommerhalbjahr ein vertaktetes Angebot im Schienenverkehr auf allen Strecken gefahren. Triebwagen der Hohenzollerischen Landesbahn verkehren hier an Wochenenden und Feiertagen. Erschlossen wird der Naturpark durch die Bahnstrecke Tuttlingen–Inzigkofen, die Bahnstrecke Tübingen–Sigmaringen und die Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen. Neben den regulären Zügen verkehrt zwischen dem 1. Mai und 31. Oktober an Wochenenden und Feiertagen ein Triebwagen der SWEG und ein sogenannter Rad-Wander-Shuttle. Von Tübingen und Balingen aus wird der Naturpark bis Schömberg mit dem Rad-Wander-Shuttle erreicht. Die Züge verbinden einzelne Orte des Naturparks Obere Donau und wurden im Besonderen für Radfahrer und Wanderer des Donauradweges errichtet. Der Freizeitexpress Oberes Donautal verkehrt zwischen Sigmaringen und Blumberg mit Anschluss an Zubringer-Strecken. In Blumberg stellt er eine Verbindung zur Wutachtalbahn, einer Museumsbahn, her.

Radwegenetz Zwei Fernradwege durchlaufen das Gebiet: Parallel zur Donau verläuft der Donauradweg, der von Donaueschingen bis nach Wien, bzw. als EuroVelo-Route EV6 zum Schwarzen Meer führt. Der Schwäbische-Alb-Radweg durchmisst den Naturpark eher von Süden nach Norden. Er kommt vom Bodensee und führt über die Alb hinweg.

Tourismus Der Tourismus konzentriert sich vornehmlich auf das Sommerhalbjahr, an Wochenenden im Sommer besuchen bis zu 20.000 Menschen das Obere Donautal.

Klettern Das obere Donautal zeichnet sich durch eine Vielzahl von Kletterfelsen aus, die aktuell am bedeutendsten sind die Hausener Felsen, der Schaufelsen (inklusive Nebenfelsen) und die Hölle.

Die Hausener Felsen bestehen aus einer Reihe von Einzelfelsen über der Ortschaft Hausen im Tal, von denen heute insgesamt 17 beklettert werden können. Diese bieten eine große Anzahl von Routen in allen Schwierigkeitsgraden. In den 1980er Jahren waren diese der Hauptanziehungspunkt für die schwäbische Kletterprominenz, die markante Touren hinterlassen haben.

Der Schaufelsen ist ein mächtiges Felsmassiv bei Unterneidlingen, das Mehrseilenlängen-Routen in fast alpinen Ambiente bietet. Er gilt als das höchste außeralpine Massiv in Deutschland. Allerdings ist ein Großteil des Felsens ganzjährig oder saisonal gesperrt, ein Ausstieg auf den Trauf nur in wenigen Einzelfällen erlaubt. Außerdem dürfen keine Neutouren angelegt werden. Damit sind die verfügbaren Touren limitiert. Die Hölle ist dem Extremen vorbehalten: Gewaltige Überhänge verlangen eine steile, kraftraubende Kletterei.

Bereits nach dem Ersten Weltkrieg begann die touristische Erschließung des Donautals für den Klettersport. Diese Phase des frühen Klettertourismus im Donautal wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, so dass ab 1949 eine zweite Erschließung zu verzeichnen ist.Ute Korn-Amann (uka): . In: Schwäbische Zeitung, Ausgabe Sigmaringen, vom 23. Juni 2009

Zum Schutz von Flora und Fauna wurde ab 1992/93 ein Großteil der ehemals bekletterten Felsen ganzjährig oder saisonal (für die Zeit der Vogelbrut oder die Balzzeit) für den Klettersport gesperrt, was lange Konflikte ausgelöst hat. So wurden zum Beispiel alle Felsen rund um das Kloster Beuron für das Klettern komplett gesperrt. Insgesamt wurden in Baden-Württemberg eine hohe Anzahl von Felsen auf Antrag der Naturschutzverbände gesperrt, obwohl nur zwischen 5 und 20 % der Felsen überhaupt beklettert wurden.

Felsengarten mini|Blick vom Eichfelsen in das Obere Donautal