Brandt war der Name einer Familie, die eine ganze Anzahl von Bühnentechnikern hervorbrachte. Sie wurden zu ihrer Zeit auch als „Maschinenmeister“ oder „Theatermaschinisten“ bezeichnet.

Elias Friedrich Brandt (1800 – 1878) Er war der „Stammvater“ der Familie. Friedrich Kranich (siehe Literatur) schreibt über ihn:

Die interessantesten seiner Nachkommen sind die drei, die im Folgenden behandelt werden, unter anderem wegen ihrer engen Verbindungen mit Richard Wagner und König Ludwig II. von Bayern.

Carl Brandt (1828–1881) Er war ein Sohn von Elias Friedrich. Meyers Großes Konversationslexikon (6. Auflage, 1905 – 1909)Meyers großes Konversationslexikon, (1905–1909), online über das Wörterbuchnetz (https://woerterbuchnetz.de) zu lesen. schreibt über ihn:

Cosima Wagner erwähnt in ihren TagebüchernCosima Wagner: Die Tagebücher, Band II, 1878–1883. Ediert und kommentiert von Martin Gregor-Dellin und Friedrich Mack. R. Piper & Co. Verlag München / Zürich 1977. Carl 12-mal, z. B. am 13.1.1881 : „… zu Besuch: Unser alter Kampf-Genosse, Carl Brandt“… Richard hat „ihn berufen, um die Ausführung des Parsifal zu besprechen.“ Am 22.7.1881 „besucht uns Freund Brandt“. Am 29.12.1881, als die Wagners eine Depesche über Carl Brandts Tod (am 27.12.) erhielten, sagt R.: „Ich weiß wohl, daß sein Sohn [Fritz Brandt der Jüngere] die Sache übernehmen kann.“ Und am 5.1.1882 über Carl: „Daß dieser tief anhängliche Mensch – denn das war er mir – sterben mußte!“ Er gedenkt dessen „genialer Vorzüge“.

Fritz Brandt „der Ältere“ (1846–1927) Er war ein Bruder Carls. Die Bezeichnungen „der Ältere“ und „der Jüngere“ sind erst in neuerer Zeit gebräuchlich geworden, damit sie nicht mehr verwechselt werden. Meyers Großes Konversationslexikon (1905 – 1909) schreibt über ihn, als Zeitgenossen!:

Im Herbst 1869 begann seine enge persönliche Beziehung zu König Ludwig II. Von Bayern. Dieser erhoffte von ihm die Realisierung eines Pfauenwagens.

Fritz Brandt d. Ä. hat Lebenserinnerungen über die Jahre 1846 bis 1876 verfasst. Diese waren bis 2021 dem Publikum nicht zugänglich; dann hat Sebastian Kuboth (siehe Literatur und Weblinks) sie herausgegeben und kommentiert. Sie enthalten viel Persönliches auch über Ludwig II. Dieser schrieb an Brandt (den er immer mit "Friedrich" ansprach) eine ganze Anzahl von Briefen; von einigen sind in Kuboths Buch Abschriften wiedergegeben. Die Briefe sind zum Teil (ähnlich Ludwigs Briefen an Richard Wagner) in überschwänglichem und sogar befremdlichem Ton abgefasst; z. B. die Anrede am 5.11.1869: „Vielgeliebter Friedrich, Herr meines Lebens ...“. Wiedergaben von 25 Originalen (Autographen) dieser Briefe sind bei der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) zugänglich (z. B. mit der Sucheingabe "ludwig ii. autographen fritz brandt"). Man kann sie „online lesen“ oder herunterladen; tatsächlich sind sie sehr schwer zu entziffern.

Fritz Brandt „der Jüngere“ (1854–1895) Er war ein Sohn Carls. Die Deutsche Biographie (siehe Weblinks) schreibt über ihn:

Cosima Wagner erwähnt auch Fritz Brandt d. J. in ihren Tagebüchern 12-mal. So am 14.1.1882: Richard ... „schreibt an Fritz Brandt, um ihm die Leitung der Maschinen zu übergeben.“ Am 9. Mai: „Abends wird mit Fritz Brandt manches Technische besprochen.“ Am 7. Juli wird auch Fritz Brandt als „Freund“ bezeichnet. Nachdem am 26. Juli 1882 der Parsifal in Bayreuth uraufgeführt worden war, schreibt Cosima am 1. September: „Bei Tisch haben wir unseren vortrefflichen Maschinenmeister Fritz Brandt, der nicht genug gerühmt werden kann.“ Am 26. Oktober „freut er [=Richard] sich im Gedanken an Fritz Brandt, welcher wacker nach allen Seiten hin kämpft.“

Im Jahr 1884 verlobte sich Daniela von Bülow, die älteste Tochter Cosimas, auf deren Wunsch hin mit Fritz Brandt. Oliver Hilmes (siehe Literatur) schreibt dazu:

Bülow äußerte sich wütend und riet Fritz, von der Verlobung zurückzutreten, was dieser auch tat.

Literatur Sebastian Kuboth: Fritz Brandt, König Ludwig II. und der Pfauenwagen. Eigenverlag, Pforzheim 2022, ISBN 978-3-98693-001-1 (siehe auch Weblinks). Oliver Hilmes: Herrin des Hügels. Siedler, München 2007, ISBN 978-3-88680-836-6. Carl-Friedrich Baumann: Licht im Theater. Steiner, Wiesbaden 1988, ISBN 3-51505-248-8. Carl-Friedrich Baumann: Bühnentechnik im Festspielhaus Bayreuth. Prestel, München 1980, ISBN 3-79130-493-3. Hermann Kaiser: Carl Brandt und Richard Wagner: Kunst der Szene in Darmstadt und Bayreuth. Roether, Darmstadt 1968. Friedrich Kranich: Bühnentechnik der Gegenwart, 2 Bände, 1929 u. 1933. München, Oldenbourg, Reprint 1977.

Weblinks Sebastian Kuboth (Homepage) Deutsche Biographie

Einzelnachweise

Kategorie:Individuelle Familie