280x280px|mini|Karl Bauer vor einem Selbstbildnis, 1980 Karl Bauer (* 14. Februar 1905 in Graz; † 21. April 1993 in Klagenfurt) war ein österreichischer akademischer Maler. Sein Werk umfasst Ölmalerei, Gouachen, Aquarelle sowie Zeichnungen und Entwürfe zu Mosaiken und Glasfenstern für Kirchen in Kärnten.
Leben Am 14. Februar 1905 in Graz als Sohn eines Buchhalters geboren, übersiedelte Bauer mit der Familie 1908 nach Kärnten, zuerst nach Obertrixen, später nach Völkermarkt, wo der Vater selbstständig als Holzhändler und Sägewerksbesitzer tätig war. 1912 erfolgte die Übersiedlung nach Klagenfurt. Schulbesuche erfolgten in Völkermarkt und Klagenfurt. Von Klagenfurt aus ging Bauer im Jahre 1925 an die Akademie der bildenden Künste Wien, wo er bis 1929 bei den Professoren Josef Jungwirth, Wilhelm Dachauer, Alois Delug und Rudolf Bacher studierte. Noch während des Studiums legte er 1929 die Lehramtsprüfung für Mittelschulen in Freihandzeichnen, Darstellende Geometrie und Mathematik ab. Von 1930 bis 1934 erfolgte eine Verwendung als Vertragslehrer im Realgymnasium Wien in der Diefenbachgasse. 1932 wurde Bauer auch Mitglied im Kunstverein für Kärnten. Nach dem Abbau im Jahre 1934 war er von 1935 bis 1938 freiberuflich als Maler und Graphiker zuerst in Wien und Klagenfurt und dann als Zeitungsillustrator in München tätig, wo er 1938 auch Leopoldine geb. Koci aus Wien heiratete, mit der er bis zum Tode zusammenlebte und zwei Kinder hat.
Nach dem Anschluss Österreichs beantragte Bauer am 17. Mai 1938 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.261.958).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/1690720Registrierungsblatt zur Verzeichnung der Nationalsozialisten; Kärntner Landesarchiv, abgelegt unter KLA, Klagenfurt, Stadt, Sch. 712, 1959 Ak, Nr. 14. Von 1938 bis 1942 übte er wieder ein Lehramt aus, diesmal an der Oberschule in Klosterneuburg. 1941 wurde seine Tochter Rotraud geboren, die nachmalig als Rotraud Bauerhttp://worldcat.org/identities/lccn-n83222559/ Kunsthistorikerin und Spezialistin für Tapisserien am Kunsthistorischen Museum Wien wurde. 1942 wurde Karl Bauer zur Wehrmacht eingezogen. Dem Einsatz in Tunesien 1943 folgte eine dreijährige Kriegsgefangenschaft in den USA (Texas) mit der Möglichkeit, sich künstlerisch zu betätigen. Nach der Entlassung im Jahr 1946 lebte Bauer als freiberuflicher Maler und Graphiker in Klagenfurt, wo 1955 auch sein Sohn Herbert Bauer geboren wurde. Ab der Gründung 1949 war Karl Bauer auch langjähriges Vorstandsmitglied im Landesverband Kärnten der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs. Von 1946 bis zu seinem Tode erfolgten personale Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Klagenfurt, Villach, Wien, St. Pölten, Graz, Ljubljana, Passau, Wiesbaden, Köln, Salzburg sowie Auftragsarbeiten für Kirche und Öffentlichkeit.
Am 21. April 1993 starb Karl Bauer in Klagenfurt, .
Werk 270x270px|mini|alt=Karl Bauer – Flussmuendung, 1984, Öl auf Leinwand, 60 × 80 cm|Karl Bauer – Flussmündung, 1984, Öl auf Leinwand, 60 × 80 cm 315x315px|mini|alt=Karl Bauer – Drei singende Mädchen, Öl auf Leinwand, 1990, 72 × 55 cm|Karl Bauer – Drei singende Mädchen, Öl auf Leinwand, 1990, 72 × 55 cm
Inspiration für seine Motive waren die Kärntner Landschaft, Menschengruppen und religiöse Themen sowie Porträts. Sein Hauptaugenmerk galt der Komposition der Farben. Seine Einflüsse reichen von den Alten Meistern bis zu den Klassikern der Moderne.
Der Maler Siegfried Tragatschnig schreibt 1995:
1995 schreibt Gerbert Frodl, Direktor der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien:
2005 schreibt der Maler Franz Kaindl:
Werke im öffentlichen und sakralen Raum (Auszug) 1948–1949 „Tor zum Süden“, Fresko-Secco in der Halle des Villacher Bahnhofs. 1959 Mosaike für den Kreuzweghttps://karl-bauer.at/kreuzbergl-klagenfurt-kreuzweg-mosaiken/ der Landesgedächtnisstätte am Kreuzbergl in Klagenfurt 1957 „Taufe Christi“, Glasfenster in der Taufkapelle der neu errichteten Pfarrkirche St. Peter in Klagenfurt. 1963 „Berufung Petri“, Apsis Mosaik in der Pfarrkirche St. Peter in Klagenfurt 1966 „Verkündigung“, Apsis Mosaik und Glasfenster in der Pfarrkirche Spittal an der Drau 1971–1973 Glasfenster in der Apsis und am Chor in der Pfarrkirche St. Ruprecht in Klagenfurt 1977 Kreuzwegbilderhttps://karl-bauer.at/sonderschau/#kreuzweg (14 Gouachen) für die Pfarrkirche St. Peter in Klagenfurt 1980 „Auferstehender“, Mosaik in der Kapelle der psychiatrischen Abteilung im Landeskrankenhaus in Klagenfurt 1983 Fastentuch für die Pfarrkirche St. Peter in Klagenfurt
Personalausstellungen (Auszug) 1975 Personale zum 70. Geburtstag, „Malerei und Graphik“. Künstlerhaus, Klagenfurt 1980 Ölbilder und Tempera. Personale zum 75. Geburtstag. Galerie Academia, Salzburg 1980 Malerei von 1970–1980. Galerie Dr. Czerny, Graz 1983 „Malerei und Grafik“, Personale im Künstlerhaus Klagenfurt 1990 Retrospektive zum 85. Geburtstag: Malerei und Graphik. Galerie Slama, Klagenfurt
Ausstellungen nach dem Tode:
1995 „Karl Bauer. Ein Lyriker der modernen Malerei“, Ölbilder im Künstlerhaus in Klagenfurt anlässlich des 90. Geburtstages 2003 Karl Bauer Gouachen – 10 Jahre danach – ein Rückblick, Ausstellung im Kunstraum Starmann, 2005 „Gleichlang im Einklang“. Ausstellung in Graz anlässlich 100. Geburtstag Karl Bauer, Lorli Ritschl Foundation 2025 „Farben·Form·Ernte·“. Ausstellung in Klagenfurt anlässlich 120. Geburtstag Karl Bauer, Alpen-Adria-Galerie Klagenfurt am Wörthersee
Ausstellungsbeteiligungen (Auszug) 1955 Zehn Jahre Malerei und Plastik in Österreich, Künstlerhaus, Wien 1958 Kunstvereinsausstellung in Laibach 1960 40 Jahre Kunst in Kärnten, 1920–1960. Künstlerhaus, Klagenfurt 1961 Kunst aus Kärnten. Städtisches Museum, Wiesbaden 1965 Frühjahrsausstellung 1965, mit Kollektive Karl Bauer zum 60. Geburtstag. Künstlerhaus, Klagenfurt 1966 Kärntner Künstler, Oberhausmuseum Passau 1967 1. Intart im Künstlerhaus Klagenfurt 1967 Eröffnungsausstellung der Galerie Slama mit Karl Bauer, Maximilian Florian, Anton Mahringer 1976 Das Malerische in unserer Zeit. Künstlerhaus, Klagenfurt (Organisation und Beteiligung) 1977 Ölbilder, Pastelle und Tempera-Pastelle. Kollektive zu den Osterfestspielen, Galerie Academia, Salzburg 1979 Österreichische Malerei nach 1945. Stadtmuseum, St. Pölten 1982 Malerei und Graphik. Kollektive im Stadtmuseum, Graz 1985 Kollektivausstellung zum 80. Geburtstag: Gemälde 1983/1984. Kärntner Landesgalerie, Klagenfurt
Ausstellungsbeteiligungen nach dem Tode:
2004 "Eremiten-Kosmopoliten: moderne Malerei in Kärnten 1900–1955", Ausstellung des Landes Kärnten im Museum moderner Kunst Kärnten 2008 Alpenmalerei zwischen Realismus und Moderne, Galerie Magnet, Wien 2008 KunstLandschaft. Landschaftsmalerei in Kärnten, Ausstellung im Museum Moderner Kunst Kärnten mit Kärntner Künstlern 2011 fokus sammlung 02. Ansichtssachen. Menschenbilder Ausstellung Museums Moderner Kunst Kärnten mit Kärntner Künstlern 2011 KARL BAUER + KARIN BAUER Ausstellung Schloss Strassburg 2017 fokus sammlung 05. STILLLEBEN Ausstellung Museums Moderner Kunst Kärnten mit Kärntner Künstlern
Auszeichnungen 1954 Kunstmedaille der Stadt Graz 1982 Würdigungspreis des Landes Kärnten
Literatur
Weblinks
Karl Bauer (1905–1993) (private Website) Karl Bauer auf den Seiten der Artothek des Bundes, Wien
Einzelnachweise
Kategorie:Künstler (Klagenfurt am Wörthersee) Kategorie:Maler (Österreich) Kategorie:Österreicher Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Österreichischer Kriegsgefangener der Vereinigten Staaten Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1993 Kategorie:Mann