Hickls illustrierter jüdischer Volkskalender war ein deutschsprachiger jüdischer Volkskalender, der von 1902 bis 1938 in Brünn (tschech. Brno) in der Habsburgermonarchie und später in der Ersten Tschechoslowakischen Republik erschienen ist.
Geschichte Der von Max Hickl 1902 unter dem Titel Jüdischer Volkskalender gegründete und herausgegebene Kalender bot seinen Lesern neben dem Kalenderteil, der auch Erläuterungen der verschiedenen Feiertagsriten enthält, zahlreiche literarische und essayistische Texte zum Judentum im In- und Ausland. Etliche Texte wurden aus dem Hebräischen und Jiddischen übersetzt. Zu den Beiträgern gehörten Adolf Kurrein, Hugo Zuckermann und Morris Rosenfeld. Programmatisches Ziel des Kalenders war, ebenso wie bei anderen zeitgenössischen Publikationen, die Stärkung der jüdischen Identität gegenüber Diskriminierung und Assimilationsprozessen. Der Herausgeber Hickl unterstützte die zionistische Bewegung und druckte daher etliche Texte zu Auswanderung und Ansiedlung in Palästina ab. Weil er zugleich Herausgeber der Jüdischen Volksstimme (1900–1934) war, wurde oftmals in der Zeitung für den Bezug des Kalenders geworben. 1909 erfolgte die Umbenennung in Hickls illustrierter jüdischer Volkskalender. Die allmähliche Verdopplung des Seitenumfangs und die Vielzahl an Werbeanzeigen dokumentieren den kommerziellen Erfolg des Kalenders in der jüdischen Gemeinde in Brünn und in der Region Mähren.
Literatur
Albert Weber: Bibliographie deutschsprachiger Periodika aus dem östlichen Europa; Teil 4: Jüdische Periodika. Regensburg 2017, S. 14 (Online-Publikation).
Weblinks
Digitalisat der Jahrgänge 1906–1911, 1914, 1920–1927; 1929, 1930, 1932, 1936–1938 Bibliographische Kurzbeschreibung auf ios-regensburg.de
Einzelnachweise
Kategorie:Jüdischer Kalender Kategorie:Medien (Tschechoslowakei) Kategorie:Ersterscheinen 1902 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1938 Kategorie:Kultur (Brünn) Kategorie:Zionistisches Medium