miniatur|hochkant=1.8|Reservate der Yuma und benachbarter Stämme im Südwesten der USA Als Yuma bezeichnet man eine Gruppe verschiedener sprachlich verwandter Indianerstämme in Nordamerika im Flussgebiet des Unterlaufs des Colorado River und der Mündung des Gila River in denselben, sowie im Gebiet südlich des Grand Canyon und der angrenzenden Sonora-Wüste und Mojave-Wüste im Süden Kaliforniens und im Norden und Westen Arizonas in den USA sowie im Norden von Niederkalifornien und Nordwesten von Sonora in Mexiko. Alle diese Stämme und Völker sprachen einst verwandte indigene Sprachen und Dialekte des „Yuma-Zweigs“ der Cochimí-Yuma-Sprachfamilie, die manchmal zu den Hoka-Sprachen gezählt wird.

Geographisch sowie kulturell werden diese Stämme/Völker in drei Regionalgruppen unterteilt: die „Fluss-Yuma“ und die „Hochland-Yuma“ im Nordwesten von Sonora, Mexiko, im Süden Kaliforniens sowie im Süden und Zentral-Arizona und die „Wüsten-Yuma“ im Süden Kaliforniens und Norden Niederkaliforniens. Die „Fluss-Yuma“ und „Hochland-Yuma“ werden zum Kulturareal des Südwestens, die „Wüsten-Yuma“ werden jedoch meist zum Kulturareal Kalifornien gezählt.

„Yuma“ - „Wurmesser“https://www.indianerwww.de/indian/yuma.htm ist wahrscheinlich eine Bezeichnung der feindlichen Pima für die Quechan, da diese neben den Mohave der mächtigste „Fluss-Yuma-Stamm“ waren, später wurden alle Yuma-sprachigen Völker zusammenfassend ebenfalls als „Yuma“ bezeichnet.

Fluss-Yuma Wohngebiete, Lebensweise und Kultur mini|220px|Angehörige der Yuma nahe der mexikanischen Grenze, 1857 mini|220px|Hwalya - Yuma, Edward Curtis, 1908 Die „Fluss-Yuma“ waren vorwiegend Farmer, die von den jährlichen Überschwemmungen entlang des Unterlaufs des Colorado Rivers und des Mittellaufs des Gila Rivers profitierten. Diese Wasserfluten brachten eine regelmäßige Düngung des Ackerlandes durch Ablagerung von Schlammmassen und machten damit eine Bewässerung unnötig. Die Maricopa wurden von den benachbarten Pima beeinflusst und verbündeten sich mit ihnen gegen andere „Fluss-Yuma“, wie den Mohave und den Quechan. Zum Zweck der Kriegsführung besaßen sie auch eine Stammesorganisation und ihr ethnischer Identitätssinn war ausgeprägt. In zivilen Angelegenheiten traf allerdings die lokale Gruppe die Entscheidungen. Was ihre zusätzliche Nahrung, sowie Rohmaterialien für den Hausbau und Kleidung betraf, waren sie auf Wildpflanzen angewiesen. Da ihre Behausungen periodisch den Wasserfluten zum Opfer fielen, bestand für sie kulturell kein Anreiz zur Anhäufung von persönlichem Besitz. Selbst noch heute verachten beispielsweise die Cocopa die Zurschaustellung von Wohlstand. Das Hab und Gut eines Menschen wird bei seinem Tod verbrannt. Sogar der Besitz von Verwandten und Freunden wird beim Tod ins Begräbnisfeuer geworfen, ein Vorgang, der sich bei der wichtigsten religiösen Zeremonie, dem Jahresfest, wiederholt. In historischer Zeit schlossen sich die Chemehuevi, eine Gruppe aus dem Kulturareal Kalifornien, der Lebensweise der „Fluss-Yuma“ an.

Stämme und Gruppen Die Stämme und Gruppen der „Fluss-Yuma“ gehörten sprachlich zwei verschiedenen Untergruppen des Yuma-Zweigs der Cochimí-Yuma-Sprachen an; der „California-Delta Yuma (Diegueño-Cocopa)“ (Halyikwamai, Kohuana und Cocopa) sowie der „Fluss-Yuma“ (Quechan, Mohave, Maricopa, Halchidhoma, Kavelchadom und Opa).

Quechan (früher meist „Yuma“ genannt, Eigenbezeichnung: Kwatsáan / Kwtsaan / Kwtsan - „Diejenigen, die [auf einem anderen Weg] herabstiegen“, da sie glaubten, dass sie als einzige der Yuma-sprachigen Völker einen xam kwatcén- „anderen/weiterer Abstieg“ vom 'Avíi Kwamée („hoher Berg“, heute als “Spirit Mountain” bekannt) - dem heiligen Berg aller Yuma-Völker, auf die Erde wählten, oft nannten sie sich jedoch auch einfach Piipáa, Piipaa - „Person“ bzw. Piipáats - „Volk“, „die Menschen“; heutiger „Fort Yuma Quechan Indian Tribe“.) Mohave (abgeleitet von ihrer Eigenbezeichnung als Pipa Aha Makav bzw. 'Aha Makhav - „[Volk entlang des] aha kwahwat (Flusses), d. h. des Colorado Rivers“, heute „Fort Mojave Indian Tribe of Arizona, California, and Nevada“ sowie Teil der „Colorado River Indian Tribes“.) Maricopa (die Akimel O’odham (Pima), ihre einstigen Feinde und späteren Alliierten, bezeichneten sie als Kokmalik'op - „Feinde in den großen Bergen“ bzw. Kwa’ak Mat Oba - „Senegalia greggii (catclaw acacia) Feld Feinde“, was die Spanier als „Maricopa“ wiedergaben; Eigenbezeichnung: Piipáa, Piipaa - „Person“ bzw. Pipatsji, Pee-Posh, Piipaash - „Volk“, „die Menschen“, heute Teil der Teil der „Gila River Indian Community“.) Halchidhoma (auch: Xalchidom, abgeleitet von der Eigenbezeichnung als Xalychidom Piipaa / Xalychidom Piipaash (Singular/Plural) - „Flussaufwärts lebende/s Person/Volk“, „Fluss Volk im Norden“, auch „Person/Volk, die/das am Wasser lebt, d. h. entlang des Colorado Rivers“, heute als „Maricopa of Lehi“ Teil der „Salt River Pima-Maricopa Indian Community (SRPMIC)“ sowie eine Minderheit als „Maricopa“ Teil der „Gila River Indian Community (GRIC)“.) Kavelchadom (historisch: Cocomaricopa, die Stammesbezeichnung leitet sich von ihrer Eigenbezeichnung als Kavelchadom Piipaash / Kavelchidom Piipaash (Singular/Plural) - „Flussabwärts lebende/s Person/Volk“, „Fluss Volk im Westen“ ab, lebten ursprünglich zusammen mit den „Opa (Piipaa Nyaa)“ entlang des Gila River, vom Gila Bend ostwärts bis zum Zusammenfluss des Salt River und des Gila Rivers, heute als „Maricopa“ Teil der „Salt River Pima-Maricopa Indian Community (SRPMIC)“.) Opa (Eigenbezeichnung: Piipaa Nyaa - „Östliches Volk“, auch: Thxpaa Nyaa, lebten ursprünglich zusammen mit den „Cocomaricopa (Kavelchadom Piipaash)“ entlang des Gila River, vom Gila Bend ostwärts bis zum Zusammenfluss des Salt River und des Gila Rivers, heute als „Maricopa“ Teil der „Salt River Pima-Maricopa Indian Community (SRPMIC)“.) Halyikwamai (auch: Jallicumay, Quicama, Quiquima bzw. Quigyuma, abgel. von der Eigenbezeichnung als Xalykawaam, sprachen ursprünglich einen „Delta Yuma/Cocopa-Dialekt“, der sich stark von den „Fluss Yuma/Maricopa-Dialekten“ unterschied und größte Ähnlichkeiten mit der Sprache der Cocopa aufweist, heute als „Maricopa“ Teil der „Salt River Pima-Maricopa Indian Community (SRPMIC)“.) Kohuana (auch: Kahwan, Cajuenche, Coana, Coama bzw. Cutganas, Eigenbezeichnung Kaxwin - „Person am Fluss“ bzw. Kaxwaan - „Fluss Volk“, auch einfach (Singular/Plural) Me-capáːy-it - „Person“, „Volk“University of Arizona - Analysis of two Kaxwaan (Yuman) word lists from the early twentieth century, sprachen ebenfalls ursprünglich einen „Delta Yuma/Cocopa-Dialekt“, heute als „Maricopa“ Teil der „Salt River Pima-Maricopa Indian Community (SRPMIC)“.) Cocopa (in den USA „Cocopah“ und in Mexiko „Cucapá“ genannt, diese Stammesbezeichnungen leiten sich aus ihrer Sprache von Kwapa oder Kwii Capéy - „Wolken/Nebel Volk“ und bezieht sich auf den Nebel entlang des Colorado River, Eigenbezeichnung als Xawiƚƚ kwñchawaay - „Jene, die entlang dem wolkenverhangenen Fluss leben, d. h. entlang des Colorado River“, heutiger „Cocopah Tribe of Arizona“.)

Hochland-Yuma Wohngebiete, Lebensweise und Kultur Die „Hochland-Yuma“ (Yavapai, Hualapai, Havasupai) bewohnten das westliche Arizona südlich des Grand Canyons und ähneln kulturell vielfach den alten Wüsten-Kulturen, von denen manche der südwestlichen kulturellen Traditionen abstammen. Ursprünglich lebten die auch als Nördliche Pai bezeichneten Gruppen am Oberen Colorado River nördlich der mächtigen und kriegerischen Quechan (Yuma) in Arizona und zogen – lange bevor die ersten Konquistadoren den heutigen Südwesten der Vereinigten Staaten und Norden Mexikos betraten – ostwärts in die Canyonlands und Schluchten des Colorado-Plateaus einschließlich des Grand Canyon. Aus dieser Originalgruppe entstanden laut traditioneller Überlieferung auf Grund interner Streitigkeiten zwei separate Stammesgruppen, die sich nun auch feindlich gegenüberstanden: die „Westlichen Pai (Yavapai)“, die weiter ins südwestliche sowie südliche Zentral-Arizona zogen, und die „Nordöstlichen Pai (Hualapai/Walapai und Havasupai)“, die im Nordosten und Norden blieben. Erst mit der erzwungenen Ansiedlung in den 1880er Jahren der „Hualapai Bands“ in der „Hualapai Indian Reservation“ im Westen sowie der „Havasooa Pa’a / Hav’su Ba:’-Lokalgruppe“ der Nyav-kapai („Östliches Volk“) Band der regionalen Großgruppe/Unterstamm der Ko'audva Kopaya („das Volk oben [auf der Hochebene]“ oder „Plateau People“)Thomas E. Sheridan: Arizona: A History. University of Arizona Press, 1995, ISBN 0-8165-1515-8, S. 74.Bands of Gardeners – Pai Sociopolitical Structure der Hualapai in der „Havasupai Indian Reservation“ im Osten des ursprünglich gemeinsamen Stammesgebiets – werden die „Hualapai (Walapai)“ als „Westliche Pai“ und die „Havasupai“ als „Östliche Pai“ bezeichnet und begannen sich diese allmählich nicht mehr als Hualapai (Walapai), sondern als jeweils zwar eng verwandte jedoch eigenständige Stämme zu identifizieren.Jeffrey P. Shepherd: We are an Indian Nation: A History of the Hualapai People, ISBN 978-0-8165-2904-9, University of Arizona Press, April 2010, Seite 229 Die „Hochland Yuma“ bzw. „Nördlichen Pai“ bezeichneten sich je nach Dialekt wie viele indigene Völker einfach (in Yavapai) als Pa, 'Ba:, Pai, Báy, Pe, Apa („Person, Mensch“) bzw. Paya, Paia, Pa'a, 'Ba:a, Pa'a, Apaja, Abaja („die Leute von ...“ oder „das Volk von ...“) bzw. (in Hualapai/Havasupai) als Pai, Paya, Paia, Pa'a, Báy oder Ba:, Baaja, Baja („die Leute von ...“ oder „das Volk von ...“).

Sie lebten in den Hochebenen des westlichen und nördlichen Arizona und hatten auf ihren Ländereien nicht genügend Wasser, um sich vom Feldbau zu ernähren. Neben etwas Ackerbau basierte der größte Anteil des Lebensunterhalts auf der Jagd und dem Sammeln von Wildpflanzen. Bei einer Lebensweise, die sich von der anderer Jäger- und Sammlervölker nicht sonderlich unterschied, besaßen die „Hochland-Yuma“ nur begrenzte technische Fertigkeiten. Sie lebten in kleinen Gruppen, deren Wanderungen häufig in einem traditionell festgelegten Kreis abliefen. Jedoch lebten die Hualapai Eine Ausnahme bildeten größtenteils die Hualapai die Havasupai, zum Teil wegen ihres Kontakts zu den Hopi und teilweise wegen ihres Wohnorts im Cataract Canyon, einem Seitencanyon des Grand Canyons. Der durch diesen Canyon fließende Bach ermöglichte durch Bewässerung eine ausgedehnte Landwirtschaft. Im Gegensatz zu den anderen Yuma waren die Havasupai sehr friedliebend. Die Yavapai andererseits verbündeten sich oft mit Gruppen der Westlichen Apachen, um Raubzüge zu unternehmen, und wurden manchmal Yavapai-Apachen genannt. Sie waren später in verschiedenen Reservaten der Apachen zwangsinterniert. Durch häufige Heiraten untereinander kam es zu einer starken kulturellen Vermischung mit den Westlichen Apachen.

Stämme und Gruppen Die Stämme und Gruppen der „Hochland-Yuma“ gehörten sprachlich zur „Pai (Nördliches Yuma)“-Untergruppe des Yuma-Zweigs der Cochimí-Yuma-Sprachen, sprachlich zählten auch die Paipai (Akwa'ala) hierzu, die jedoch kulturell als „Wüsten-Yuma“ betrachtet werden - es wird daher vermutet, dass die ursprüngliche Urheimat der „Hochland-Yuma“ im Südwesten im Gebiet der „Wüsten-Yuma“ lag.