mini|Antje Jackelén, Erzbischöfin von Uppsala, und die von ihr geweihte Bischöfin Eva Nordung Byström (2014) Diese Liste von Bischöfinnen enthält die Namen von Frauen, die in ihrer Kirche zur Bischöfin gewählt wurden und daraufhin die Bischofsweihe empfingen oder in anderer Weise in ihr Amt eingeführt wurden, mit dem Beginn und Ende ihrer Amtszeit sowie dem Bistum, dem sie vorstanden oder vorstehen.

Nicht gelistet werden anglikanische Suffraganbischöfinnen und deutsche Regionalbischöfinnen.

Geschichte Dass Frauen das Bischofsamt bekleiden können, ist eine Konsequenz der Frauenordination. Bei der kirchlichen Karriere waren Frauen aber zunächst durch den Effekt der Gläsernen Decke benachteiligt (englisch, bezogen auf religiöse Organisationen, stained glass ceiling).Vgl. zum Beispiel Maureen Fiedler (Hrsg.): Breaking Through the Stained Glass Ceiling. Seaburg, New York 2010; Sally B. Purvis: The Stained–Glass Ceiling. Churches and their Women Pastors. Westminster John Knox Press, Louisville 1995.

Die ersten Bischöfinnen traten in den 1930er Jahren in der polnischen Katholischen Kirche der Mariaviten hervor. In der aus der römisch-katholischen Kirche ausgeschlossenen und 1935 von der altkatholischen Kirche abgespaltenen Kirche der mariavitischen Bewegung weihte Bischof Jan Maria Michał Kowalski bis 1940 mindestens fünf Frauen in das Bischofsamt.

Die erste mitgliederstarke Kirche, die Frauen in das Bischofsamt wählte, war die Evangelisch-methodistische Kirche (United Methodist Church, UMC). Sie entsendet Geistliche für einen festgelegten Zeitraum in eine Gemeinde bzw. ein Bistum, ein Umstand, der sich als sehr günstig für den Aufstieg von Frauen in kirchliche Führungspositionen erwiesen hat.Paula D. Nesbitt: Feminization of the Clergy in America: Occupational and Organizational Perspectives. OUP, Oxford/New York 1997, S. 132 (englisch). Erste Bischöfin wurde 1980 Marjorie Matthews.

Als Barbara Clementine Harris im Februar 1989 zur ersten Bischöfin in der Anglikanischen Gemeinschaft geweiht wurde, erregte das großes Aufsehen und Widerstand konservativer kirchlicher Kreise. Sie war Suffraganbischöfin und hatte damit zwar die gleichen liturgischen Aufgaben, aber weniger Machtbefugnisse als der Diözesanbischof von Massachusetts, dem sie zugeordnet war. Die erste Diözesanbischöfin in der Anglikanischen Gemeinschaft war Penny Jamieson (1990). In der Church of England (CofE) steht das Bischofsamt Frauen erst seit 2014 offen;Vgl. Church to shatter 'stained-glass ceiling' and allow female bishops. In: The Independent. 17. November 2014: „The Anglican General Synod is expected to shatter the Church's stained-glass ceiling this morning, when it signs off legislation changing the wording of Canon 33 to read a man or a woman may be consecrated to the office of bishop.“ als erste Frau empfing Libby Lane am 26. Januar 2015 als Suffraganbischöfin die Bischofsweihe der CofE;Church of England: Ende Januar wurde Libby Lane zur ersten Bischöfin gewählt. In: Herder Korrespondenz. Band 69, Nr. 3, 2015, S. 146. die erste Diözesanbischöfin der CofE ist Rachel Treweek (seit 2015).Zur Weihe von Bischöfinnen in der Anglikanischen Gemeinschaft vgl. Factsheet: Women bishops in the Anglican Communion. In: Religion Media Centre 8. Februar 2019, abgerufen am 7. Oktober 2025 (englisch). Zur Entwicklung in der Episkopalkirche vgl. Mary Frances Schjonberg: Women are joining the House of Bishops at unprecedented rate. In: Episcopal News Service. 1. Juli 2019, abgerufen am 7. Oktober 2025 (englisch). Im Jahr 2025 wurde bekanntgegeben, dass die Bischöfin von London, Sarah Mullally, 2026 das Amt des Archbishop of Canterbury antreten soll.

Die römisch-katholische Kirche betrachtet die Weihe von Bischöfinnen im Luthertum und Anglikanismus als Erschwernis für die ökumenischen Beziehungen. Das gilt besonders für die Kirchen, die das historische Bischofsamt besitzen (Porvoo-Gemeinschaft). Es ist bekannt, dass Papst Johannes Paul II. keine Bischöfinnen empfing. Benedikt XVI. tat das in seltenen Fällen, ohne dass es davon Fotos gibt. Papst Franziskus tauschte bei der ökumenischen Feier am Reformationstag 2016 in Lund mit der schwedischen Erzbischöfin Antje Jackelén den Friedensgruß aus; beide umarmten sich.Jörg Neijenhuis: Ökumenische Gebetsfeier in Lund am Reformationstag 2016. In: Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie. Band 56, 2017, S. 49–69, hier S. 62. Sein Nachfolger Papst Leo XIV. empfing Sarah Mullally im Jahr 2026 auf ihrer ersten offiziellen Auslandsreise im Apostolischen Palast im Rom, wo sie gemeinsam (und medienöffentlich) das Gebet begangen.

In den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland besteht ein historisches Bischofsamt nicht. Hier beobachtet Reinhard Frieling das sprachliche Phänomen, dass ein Bischof bzw. eine Bischöfin einer Landeskirche in der öffentlichen Wahrnehmung „mehr“ zu sein scheint als Präsides oder Kirchenpräsidenten anderer Landeskirchen. „In manchen evangelischen Kirchen macht man aus Pröpsten und Kreisdekanen neuerdings ‚Regionalbischöfe‘ … In Deutschland spricht man von einer ‚ersten evangelischen Bischöfin‘, obwohl schon lange vorher ‚Pröpstinnen‘ genau dasselbe episkopale Amt wahrgenommen haben wie eine ‚Bischöfin‘.“Reinhard Frieling: Amt (= Bensheimer Hefte. Nr. 99). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002, S. 230.

In Österreich gelangte mit der Wahl von Maria Kubin zur Bischöfin der Altkatholischen Kirche Österreichs im Jahr 2023 erstmals eine Frau ins Bischofsamt. Sie ist darüber hinaus die erste Bischöfin der Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen. Im Jahr 2025 folgte die Wahl von Cornelia Richter zur Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Ähnlich wie in Deutschland kannte man hier schon zuvor regional Superintendentinnen einzelner Superintendenturen; die erste war 1994 Gertraud Knoll.

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