Deetz ist ein Ortsteil der gleichnamigen Ortschaft der Stadt Zerbst/Anhalt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).
Geografie mini|Dorfkirche Deetz aus Feldstein, 12. Jahrhundert Das Dorf Deetz liegt an der nördlichen Nuthe, zehn Kilometer nordöstlich von Zerbst, am Rande des südwestlichen Fläming. Deetz gehört zum 2005 erklärten Naturpark Fläming.
Der am östlichen Ortsrand liegende Deetzer Teich ist ein 57 ha großer, bereits 1583 künstlich aufgestauter See. 1840 bestätigte der Landesherr Herzog Leopold IV. die Erbpacht des Fischteiches und der hinter dem Damm liegenden Wassermühle, der später ein Sägewerk angeschlossen war. Der Deetzer Teich liefert auch heute noch Karpfen („Fischzug“ im Herbst, bei dem das Wasser des Teiches abgelassen wird). Der Teich dient auch der Naherholung, es gibt eine Badestelle und einen Bootsverleih.
Geschichte 1314 taucht der Ort als Detitz erstmals urkundlich auf. Im Jahre 1618 zählte man in Deetz 14 Voll- und 3 Halbbauern sowie 14 Kossaten. Das Dorf Deetz kam 1798 durch die Teilung des Zerbster Landes an Anhalt-Köthen und gehörte zum Amt Lindau, nach Erlöschen der Herzogsfamilie 1847 an Anhalt-Bernburg, 1863 an Anhalt-Dessau.
Am 1. Januar 2010 wurde die Gemeinde Deetz nach Zerbst/Anhalt eingemeindet.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1818 281 1848 344 1871 390 1900 547 1925 722 Jahr Einwohner 1939 770 1964 868 1971 833 1981 814 1986 800 Jahr Einwohner 1991 790 1996 800 1997 807 1998 827 1999 789 Jahr Einwohner 2000 792 2001 793 2002 783 2003 768 2004 746 Jahr Einwohner 2005 740 2006 736 2007 725 2008 706 2009 699 Jahr Einwohner 2010 682 2012 733 2015 667
Politik Ortschaftsrat Als Ortschaft der Stadt Zerbst/Anhalt übernimmt ein so genannter Ortschaftsrat die Wahrnehmung der speziellen Interessen des Ortes innerhalb bzw. gegenüber den Stadtgremien. Er wird aus neun Mitgliedern gebildet.
Bürgermeister Als weiteres ortsgebundenes Organ fungiert der Ortsbürgermeister, dieses Amt wird zur Zeit von Tobias Böttcher wahrgenommen.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bedeutendstes Bauwerk ist die um 1170 erbaute romanische Feldsteinkirche mit eingezogenem Chor und gleichhoher halbrunder Apsis. Der um 1200 angefügte schiffbreite Westturm wurde später aufgestockt und zeigt im oberen Bereich Mauerwerk aus Feld- und Ziegelsteinen mit Verputzresten. Im 18. Jahrhundert wurden die Fenster im Stil des Barock verändert, Mansarddächer aufgesetzt und die Inneneinrichtung im Stil der Zeit erneuert.
Auf dem benachbarten Ortsfriedhof befindet sich die Grabstätte für einen während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppten und namentlich bekannten Jugoslawen, der 1943 ein Opfer der Zwangsarbeit wurde.
Verkehrsanbindung Von Deetz aus führen Straßenverbindungen über Dobritz nach Dessau-Roßlau, nach Zerbst/Anhalt, nach Lindau sowie nach Nedlitz (an der B 246). Der Haltepunkt Deetz lag an der „Kanonenbahn“ genannten Bahnstrecke Berlin–Blankenheim; in den 1990er-Jahren wurde die Strecke für Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h ausgebaut und elektrifiziert, zeitweise verkehrten hier sogar ICE-Züge (ohne Halt), die Strecke wurde jedoch im Dezember 2004 stillgelegt.
Söhne und Töchter Christian Karl Leman (1779–1859), Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer Eduard Külz (1845–1895), Physiologe
Quellen
Weblinks
Deetz auf stadt-zerbst.de
Kategorie:Geographie (Zerbst/Anhalt) Kategorie:Ort im Landkreis Anhalt-Bitterfeld Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) Kategorie:Ersterwähnung 1314 Kategorie:Gemeindeauflösung 2010