Kozia Góra (deutsch: Ziegenberg, 1926 bis 1945 Schönhausen (Ostpr.)) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Łukta (Landgemeinde Locken) im Powiat Ostródzki (Kreis Osterode in Ostpreußen).

Geographische Lage Kozia Góra am Ostufer des Mahrung-Sees () liegt im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 19 Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Ostróda (). mini|links|Jezioro Marąg (Mahrung-See) mini|Ortseinfahrt Kozia Góra

Geschichte

Ortsgeschichte mini|Bootsanlege- und Badestelle Das zunächst Ziegenbergk und nach 1564 Koseberg genannte Dorf mit Gut und Schloss wurde 1448 erstmals urkundlich erwähnt.Dietrich Lange: Schönhausen, In: Geographisches Ortsregister Ostpreußen. 2005; bildarchiv-ostpreussen.de Am 7. Mai 1874 wurde Ziegenberg ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im Kreis Osterode in Ostpreußen innerhalb des Regierungsbezirks Königsberg (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen.Rolf Jehke: Amtsbezirk Ziegenberg/Brückendorf. territorial.de

Vor 1886 war Gut Ziegenberg im Eigentum der Familie von Woisky.Bericht über die Verhandlungen der XI. Generalversammlung der Vereinigung der Steuer- und Wirthschafts-Reformer zu Berlin, am 3. März 1886, Selbstverlag, Berlin 1886, S. XXI. Etwa Ende des 19. Jahrhunderts fiel der örtliche Gutsbesitz an den zweiten Sohn der Amalie Gräfin von Rothenburg, geb. Freiin Schenck von Geyern, und ihres ersten Ehemannes Friedrich Wilhelm Fürst zu Hohenzollern-Hechingen, respektive ihres zweiten Mannes, des Hofmarschalls Gustav von Meske, an Graf Wilhelm von Rothenburg (1861–1929). Sein Gut Schönhausen war um 1914 etwa 820 ha groß.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1914. 87. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1913, S. 801 f.; Graf Wilhelm war mit Frede-Marie Burggräfin und Gräfin zu Dohna-Schlodien (1873–1959), verheiratet.Ihre Eltern: Adolf zu Dohna-Schlodien (1846–1905) und Clara Gräfin zu Eulenburg (1849–1924). Ihre beiden Söhne Friedrich Wilhelm Graf Rothenburg, später SS-Führer,SS-Hauptsturmführer Friedrich Wilhelm Graf Rothenburg, in: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1939, 112. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 479. und Joachim-Albrecht Graf Rothenburg wurden in Ziegenberg geboren,Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen Thiedicke von Flotow-Stuer: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser, B (Briefadel) 1953, Band I, Band 6 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv. C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1953, S. 380–382. lebten und bewirtschafteten Schönhausen bis etwa 1915. Mindestens seit 1917 lebte die ganze FamilieGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1917. 90. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1916, S. 788; in Dresden.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1941, 114. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha November 1940, S. 407. Spätestens ab 1918 war Gut Schönhausen mit 819 ha in den Händen eines bürgerlichen Besitzers, 1931 des Amtmannes Johannes Görtz.Landwirtschaftliches Adreßbuch der Domänen, Rittergüter, Güter und Höfe in der Provinz Ostpreußen. Verzeichnis, 5. Auflage, in: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adressbücher, Band III, Verlag von Niekammer Güter-Adressbüchern GmbH, Leipzig 1932, S. 74. Er ließ such auch frühzeitig die Brennereirechte übertragen.Niederschriften über die Vollsitzungen des Reichsrats 1930, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1930, S. 105.

Im Jahre 1910 zählte der Gutsbezirk Ziegenberg 113 Einwohner. Am 26. Dezember 1926 wurde Ziegenberg in „Schönhausen (Ostpr.)“ umbenannt. Im Jahre 1928 erhielt die Amtsbezirk Ziegenberg die Umbenennung in „Amtsbezirk Brückendorf“. Die Zahl der Einwohner Schönhausens belief sich 1933 auf 87, 1939 auf 69.Michael Rademacher:

Als im Jahre 1945 das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt werden musste, war auch Schönhausen davon betroffen. Das kleine Dorf erhielt die polnische Namensform „Kozia Góra“ und ist heute Sitz eines Schulzenamtes (polnisch Sołectwo). Als solches ist es in die Landgemeinde Łukta (Locken) im Powiat Ostródzki (Kreis Osterode in Ostpreußen) eingegliedert, bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren mit Sitz in Olsztyn (Allenstein) zugehörig.

Amtsbezirk Ziegenberg (1874–1928) Bei seiner Errichtung gehörten zum Amtsbezirk Ziegenberg fünf Orte. Zur Zeit der Umbenennung in „Amtsbezirk Brückendorf“ waren es aufgrund einer Strukturreform noch vier: Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Brückendorf Mostkowo Koiden Kojdy 1928 nach Falkenstein im Amtsbezirk Falkenstein eingemeindet Luzeinen Lusajny Magergut (Nord)Magergut (Süd) MaronieChudy Dwór Ziegenberg1926–1945: Schönhausen Kozia Góra

Kirche Bis 1945 war Ziegenberg resp. Schönhausen in die evangelische Kirche LockenWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3, Dokumente, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1968, S. 499–500. (polnisch Łukta) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union, außerdem in die römisch-katholische Kirche Osterode in OstpreußenAGOFF: Kreis Osterode in Ostpreußen. (polnisch Ostróda) eingepfarrt.

Heute gehört Kozia Góra katholischerseits zur Pfarrei Łukta im Erzbistum Ermland, evangelischerseits zur Kirche Łęguty (Langgut), einer Filialkirche von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr mini|Die Bahnstation Kozia Góra Kozia Góra liegt westlich der Woiwodschaftsstraße 530 und ist von Mostkowo (Brückendorf) aus zu erreichen. Auch von der Nachbargemeinde Gubity (Gubitten) besteht eine Straßenverbindung nach Kozia Góra.

Im Jahre 1883 wurde Ziegenberg BahnstationAtlas Kolejowy: Przystanek Kozia Góra. (polnisch) an der von Elbing (polnisch Elbląg) kommenden und heutigen PKP-Bahnstrecke 220 Bogaczewo–Olsztyn (Güldenboden–Allenstein). Von 1927 bis 1945 lautete der Stationsname „Schönhausen (Ostpreußen)“, seitdem „Kozia Góra“.

Persönlichkeiten Margarethe von Woisky, 1868 in Ziegenberg geboren, Ehefrau des kgl. preuß. Generalleutnants Otto von PreinitzerHans Friedrich v. Ehrenkrook, Jürgen von Flotow-Stuer, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel) 1953, Band I, Band 5 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg.: Deutsches Adelsarchiv. C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1953, S. 450.

Literatur Fritz Gause: Neue Ortsnamen in Ostpreussen seit 1800. Verzeichnis der Änderungen im Ortsnamenbestand der Provinz Ostpreußen (alten Umfanges) seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. In: Einzelschriften der Historischen Kommission für Ost- und Westpreußische Landesforschung; 6, Verlag Gräfe und Unzer, Königsberg 1935, S. 105. Reprint/Neudruck: 1983, ISBN 3-922953-53-0. Maria Biolik: Toponimia byłego powiatu ostródzkiego nazwy miejscowe. Verlag Wydawnictwo, Danzig 1992, ISBN 83-900121-4-6, S. 43, S. 80.

Weblinks

Diashow Schönhausen. Bildarchiv Ostpreußen. Lageplan Gutsgemeinde Schönhausen (Ostpr.). (PDF) Bildarchiv Ostpreußen.

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1448 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Łukta