mini|Marianne Hagemann im Atelier, 2017 Marianne Hagemann (* 17. Mai 1942 in Freiburg) ist eine deutsche Malerin und Zeichnerin.

Leben und Werk Marianne Hagemann unternahm erste Studien bei den Kunstmalern Otto Marquard und Richard Dilger. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität zu Köln. Es folgten Berufstätigkeit und die Gründung einer Familie mit zwei Kindern. 1995 bis 1996 folgte ein Gaststudium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Horst Hirsig. Seit 1993 lebt sie freischaffend in Allensbach.

Marianne Hagemann setzte sich zunächst mit der Figur auseinander, die sie abstrahiert in malerischem Bezug zum Raum darstellte. Im Laufe der Jahre fand sie zu einer Formensprache, in der wenige Bildzeichen wie Barke, Baum, Blüte, Nest oder Vogel für die menschliche Existenz stehen. Deren Unbegreiflichkeit sucht sie sich im künstlerischen Prozess anzunähern. Dabei steht die Zeichnung auch im malerischen Werk am Anfang des bildnerischen Prozesses, für die Künstlerin eine intime, unverzichtbare Methode, um den eigenen Bildgedanken auf die Spur zu kommen. Im weiteren Verlauf der Bildentwicklung beginnen Farbwahl, Malgestik und Farbmaterialität ihr Eigenleben zu entfalten, antworten auf die ersten Setzungen von Pinsel, Kreide, Stift und entfalten eine immer malerisch durchwirkte Bildräumlichkeit. Der Bildraum wird zum „geistigen Raum“,Friedhelm Mennekes.: Figuren im geistigen Raum. Ein Aspekt im malerischen Schaffen von Marianne Hagemann. Faltblatt zur gleichnamigen Ausstellung. Kairos New Art Gallery, München 2001. den Friedhelm Mennekes bereits im Zusammenhang mit den Figurenbildern beschrieben hat. Philosophie und Dichtung, wie etwa Gedichte von Hilde Domin oder Rainer Maria Rilke, bilden in diesem Zusammenhang eine bevorzugte Inspirationsquelle.

Marianne Hagemann sieht im künstlerischen Prozess eine „Suchbewegung“vgl. Bernd Storz (Hg.): Linie finden. Marianne Hagemann. Modo Verlag, Freiburg i.Br. 2013, S. 8ff. und auch inhaltlich ein „Umkreisen“ existenzieller Grundfragen („wohin-woher“), und sie spricht davon, beim Malen eine „Balance von Verstehen & Nicht-Verstehen, ein Kommen und Gehen“ zu erleben.Marianne Hagemann im Interview mit Mike Roth. In: NIKE new art in europe. Nr. 62. 2000, S. 20f. Hartwig Volbehr berichtet, Marianne Hagemann sei „von Kindheit an von allem Unfassbaren, Unerklärlichen und Geheimnisvollen fasziniert“, und diesem „näherzukommen und es zum Ausdruck zu bringen“ sei eine „Art Lebensmotto“ geworden und „präge ihr künstlerisches Schaffen.“Hartwig Volbehr: Marianne Hagemann: Körper – plastisch, malerisch, zeichnerisch. Gedanken zur Ausstellung in der Galerie O in Schaffhausen vom 19.08.-09.10.2010. Typoskript.

Seit 1999 entwickelt Marianne Hagemann auch Objekte (Plastiken in Bronze) oder Installationen, wie sie sich etwa in einem schwebenden Kreuz aus Transparentpapier an dem Deckengewölbe der Martin-Luther-Kirche Werne zeigen oder an transparenten Fahnen in ihren Ausstellungen.

Zitat „Diese Figuren von Marianne Hagemann stellen sich nicht dar oder gar vor. Sie finden sich ein. Sie ruhen in sich selbst. Was um sie herum existiert, scheint ihnen zu gehören. Es sind nur abstrakte Markierungen, die der Figur ihren Ort zuweisen. Die Reihen von Pfeilen, die in vielen Bildern wie Vögel ihre Bahn ziehen, sind Zeichen einer Raumdehnung in die Zeit. Sie bilden den geistigen Außenraum des figürlichen Innenraums.“

Ausstellungen Einzelausstellungen

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) + 1993: Kunstverein Konstanz 1994: Kunstverein Radolfzell e. V. 1994: Künstlergilde Donaueschingen 1994: Kunstverein Konstanz 1995: „Künstlerische Leseart Annette von Droste-Hülshoff“, Neues Schloss Meersburg 1995: Winterausstellung des Internationalen Bodensee-Club e. V. in der Städtischen Galerie „Fauler Pelz“ Überlingen 1995: „Quadrat“, Kunstverein Konstanz 1996: Medea-Projekt Stadttheater Konstanz 1996: Blumberger Kunstausstellung, Blumberg 1996: „Kunst und Architektur“, Ausstellungsprojekt Geisingen 1996: Sommerausstellung des Internationalen Bodensee-Club e. V., Städtische Galerie „Fauler Pelz“ Überlingen 1996: „Das kleine Format“, Internationaler Bodensee-Club e. V., Moos 1996: „hier und dort“, Landratsamt Böblingen 1996: 29. Allensbacher Kunstausstellung, Allensbach 1997: „Schrift-Bild-Zeichen“, Städtische Galerie „Fauler Pelz“ Überlingen 1997: „Das kleine Format“, Kunstverein Radolfzell e. V. 1997: „Bilder und Objekte aus den Ateliers am See“, Gemeinde Moos 1997: 19. Blumberger Kunstausstellung, Blumberg 1998: 30. Allensbacher Kunstausstellung, Allensbach 1998: Kunstverein Radolfzell e. V. in der Villa Bosch 1999: „Der Stuhl“, 700 Jahre Hohes Haus, Hohes Haus, Konstanz 1999: „art-books“, Kairos New Art Gallery, München 1999: Städtische Galerie Sindelfingen 2000: „Malerei“, Kairos New Art Gallery, München 2001: „Aus der Kunstsammlung der Stadt Donaueschingen“, Stadt Donaueschingen 2001: Hochschulgalerie Ludwigsburg 2002: 32. Allensbacher Kunstausstellung, Allensbach 2002: Galerie Budessin Bautzener Kunstverein e. V. 2002: Internationaler Bodensee-Club e. V., Kunstausstellung Salem 2003: Internationaler Bodensee-Club e. V., Kunstausstellung Pfullendorf 2007: Galerie Bagnato, Konstanz-Oberdorf 2008: Galerie Bagnato, Konstanz-Oberdorf 2009: „Ateliers am See“, Gemeinde Moos, 2010: „Figur in Bewegung“, Internationaler Bodensee-Club e. V., Städtische Galerie „Fauler Pelz“ Überlingen 2010: „Vielfalt“, Kunstverein Radolfzell e. V. 2011: „2010“, Kunstverein Konstanz 2011: „Fisch für Kunst“, Rathausgalerie Allensbach 2012: 33. Blumberger Kunstausstellung, Blumberg 2012: „Zeitzeichen“, Kunstverein Konstanz 2013: „In Serie“, Kunstverein Konstanz 2013: „gehört gesehen“, Kunstverein Radolfzell e. V. 2014: „Begegnung“, Kunstverein Konstanz 2014: „Offener Garten und Offenes Atelier“, Tourismus e. V., Allensbach 2014: „o.T.“, Kunstverein Radolfzell e. V. 2015: „Brücken“, Kunstverein Konstanz 2015: „Zeitzeichen“, Kunstverein Radolfzell e. V. 2016: „In Serie“, Kunstverein Konstanz 2016: Kunstverein Radolfzell e. V. 2017: „Aus den Ateliers am See“, Gemeinde Moos 2017: „Monkey Muse“,Kunstgrenze Galerie Konstanz 2018: „vierzig mal vierzig“, Internationaler Bodensee-Club e. V., Galerie Gunzoburg, Überlingen 2018: „ColumbaXmas“,Kunstgrenze Galerie Konstanz 2018: „Kunst im Atelier am Untersee“, Gemeinde Allensbach 2019: „Neue Arbeiten“, Städtische Galerie „Fauler Pelz“ Überlingen 2019: „Schnee von Gestern“, Kunstverein Konstanz 2021: „Serie“, Kunstverein Konstanz 2022: „Vergessene Orte“, Kunstverein Konstanz 2023: Fauler Pelz, Überlingen 2024: Fauler Pelz, Überlingen

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)

Veröffentlichungen, Ausstellungskataloge

Künstlerbücher 1997 „wohin-woher“ (Auflage 30, hands.) 1999 „Annäherung I“, „Annäherung II“, „Annäherung III“ (Unikate) 2000 Kalender 2000 (Aufl. 100) 2001 „Dialoge mit der Malerei“ (Aufl. 50, handsign.)

Literatur Amelie Claire von Platen. In: Der See. Das Dorf. Seine Künstler. Allensbach 2006 Sigrun Hellmich: Marianne Hagemann – Malerei. In: Marianne Hagemann. Malerei. Hg.: Bautzener Kunstverein e. V., Bautzen 1998. Marianne Hagemann im Interview mit Mike Roth. In: NIKE new art in europe. Nr. 62., 12th Annual, 2000 Andreas Zoller: „woher-wohin.“ Porträt der Künstlerin Marianne Hagemann. In: Internationaler Bodensee-Club e. V. (Hg.): Bodensee-Kulturmagazin. Nr. 45, 2003 Bernhard Maier:Woher-Wohin. In: Städtisches Kunstmuseum Engen+Galerie Engen und Gesellschaft für Kunst und Kultur Sigmaringen (Hg.): Marianne Hagemann, Malerei, Objekte. 2006. Friedhelm Mennekes: Figuren im geistigen Raum. Ein Aspekt im malerischen Schaffen von Marianne Hagemann. Faltblatt zur gleichnamigen Ausstellung. Kairos New Art Gallery, München 2001. Monique Würtz:Sehen und Nichtsehen. Die Künstlerin Marianne Hagemann. In: Internationaler Bodensee-Club e. V. (Hg.): Bodensee-Kulturmagazin. Nr. 68, 2007 Bernd Storz (Hg.): Linie finden. Marianne Hagemann. Modo Verlag Freiburg i. Br. 2013, ISBN 978-3-86833-120-2. Ulrike Niederhofer: Losgelöst von Anfang bis Ende. Werkstattgespräch. in: Südkurier. 30. Dezember 2017. Ulrike Niederhofer: Losgelöst von Anfang bis Ende. „losgelöst“ von Marianne Hagemann (Malerei), Galerie Gunzoburg. In: Internationaler Bodensee-Club e. V. Nr. 2, 2019, Überlingen und Konstanz 2019

Weblinks

Einzelnachweise

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