Die Marinewerft Sasebo () war eine der vier wichtigen Marinewerften, die der Kaiserlichen Japanischen Marine gehörten und von dieser betrieben wurden. mini|300px|Lage der Marinewerft Sasebo mini|260px|Marinewerft Sasebo
Geschichte mini|Sasebo Naval Arsenal (Postkarte, etwa 1930) 1886 wurde der sog. Marinebezirk Sasebo im Hafen der Stadt Sasebo, Präfektur Nagasaki im Westen der Insel Kyūshū, als dritter der für die Verteidigung der japanischen Hauptinseln verantwortlichen Marinebezirke gegründet. Nach der Errichtung des Marinestützpunkts wurde 1889 eine Schiffsreparaturanlage mit Trockendock errichtet. Mit der Ergänzung von Ausrüstungen und Einrichtungen für die Schiffsproduktion bis 1897 wurde die Sasebo Schiffswerft offiziell gegründet und 1903 in Marinewerft Sasebo umbenannt. Der Bau der Werft wurde von dem französischen Ingenieur Louis-Émile Bertin überwacht.
1913 wurde ein 250-Tonnen-Kran installiert und die Schiffbauanlage erweitert, um den Bau großer Kriegsschiffe zu ermöglichen. Mit der Stilllegung der Marinewerft Maizuru aufgrund der Beschränkungen des Washingtoner Marinevertrags wurde ein Großteil der Konstruktions- und Prototypenarbeiten für neue Klassen von Zerstörern und Torpedobooten, die früher in Maizuru durchgeführt wurden, nach Sasebo verlagert. Die Anlagen in Sasebo wurden auch für den Umbau der Akagi und Kaga von Schlachtschiffen zu Flugzeugträgern genutzt.
Die Kaiserlich Japanische Marine beschäftigte auf dem Höhepunkt des Zweiten Weltkriegs etwa 50.000 Menschen auf der Marinewerft, um Zerstörer, Leichte Kreuzer, U-Boote und andere Marineschiffe zu konstruieren, zu bauen und umzurüsten. Zugleich produzierte die 21. Marineluftwerft (Jap: Dai-Nijuichi Kaigun Kokusho) an ihren Standorten in Sasebo und im nahegelegenen Ōmura insgesamt 966 Flugzeuge. Die Anlagen in Sasebo wurden während des Pazifikkrieges auch für Reparaturen an den Schlachtschiffen Yamato und Musashi genutzt. Von Juni bis August 1945 kam es mehrfach zu Luftangriffen durch die United States Army Air Forces auf die Marinewerft und das Stadtgebiet von Sasebo.Eintrag American missions against Sasebo and Sasebo Airfield auf Pacific Wrecks. Abgerufen am 30. November 2021. (englisch)
Nach der Kapitulation Japans landete am 22. September 1945 die 5th Marine Division in Sasebo. Im Juni 1946 wurde die „United States Fleet Activities Sasebo“ als Stützpunkt der US Navy offiziell auf einem Teil der ehemaligen Marinewerft Sasebo gegründet. In der Folge spielte der Stützpunkt eine wichtige Rolle zum Beispiel zur Unterstützung der US-Marineoperationen während des Koreakrieges und wird bis heute von der US Navy genutzt.
Der verbleibende Teil der Werften ging mit der Gründung der Sasebo Heavy Industries Co., Ltd. im Jahr 1946 in zivile Leitung über. Sasebo Heavy Industries ist einer der wenigen bis heute aktiven Schiffbauer Japans.
Auf der Marinewerft Sasebo gebaute Marineschiffe (Auswahl) mini|Kreuzer Tone im Jahr 1918 mini|Die Yūbari 1923, am Tag ihrer Indienststellung in Sasebo mini|Zerstörer Akatsuki im Januar 1937 mini|Werkstattschiff Akashi im Jahr 1939 Kreuzer Tone Chikuma-Klasse: Chikuma Tenryū-Klasse: Tatsuta Kuma-Klasse: Kuma, Kitakami Nagara-Klasse: Nagara, Yura Yūbari Agano-Klasse: Agano, Yahagi, Sakawa
Zerstörer Kamikaze-Klasse (1905): Yūgure, Yūdachi, Mikazuki, Nowaki Kaba-Klasse: Sakaki Arabe-Klasse: Hova, Kabyle Momo-Klasse: Momo, Yanagi Enoki-Klasse: Maki, Keyaki Kamikaze-Klasse (1922): Yūnagi Mutsuki-Klasse: Mutsuki, Mikazuki Fubuki-Klasse: Shinonome, Uranami, Asagiri, Akebono, Oboro Akatsuki-Klasse: Akatsuki Hatsuharu-Klasse: Hatsuharu, Wakaba Shiratsuyu-Klasse: Shiratsuyu, Yūdachi Asashio-Klasse (1936): Asashio, Natsugumo Kagerō-Klasse: Yukikaze, Isokaze Akizuki-Klasse (1942): Harutsuki, Natsuzuki, Michitsuki (nicht fertiggestellt)
U-Boote Junsen-B1-Klasse: I-27, I-32, I-34, I-38, I-39, I-43, I-45 Junsen-C-Klasse: I-18, I-24, I-46, I-47, I-48 I-400-Klasse: I-401, I-402 Kaidai-Klasse: I-154, I-60, I-63, I-166, I-70, I-174 Kaichū-Klasse: Ro-24, Ro-25, Ro-26, Ro-28, Ro-37, Ro-42
Sonstige Kaibōkan: Hachijo, Kuga, Shiga Kanonenboote: Toba, Saga Minensuchboote: Sōkaitei Nr.5 Minenleger: Kamishima, Awashima Landungsschiffe: Yusōkan Nr.133, Yusōkan Nr.140, Yusōkan Nr.141 Werkstattschiff: Akashi Seeflugzeugträger/Versorger Notoro
Literatur J. Charles Schencking: Making Waves: Politics, Propaganda, And The Emergence Of The Imperial Japanese Navy, 1868–1922. Stanford University Press. 20005. ISBN 0-8047-4977-9. Richard Sims: French Policy Towards the Bakufu and Meiji Japan 1854–1894: A Case of Misjudgement and Missed Opportunities. Routledge Curzon. 1998. ISBN 1-873410-61-1.
Weblinks
Eintrag Sasebo auf Pacific Wrecks. Abgerufen am 30. November 2021. (englisch)
Einzelnachweise
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