mini|Kleine Kantorei aus der EKiR bei der Aufführung einer Kantate Dieser Artikel behandelt die Kirchenmusik der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Gesangbücher mini|hochkant|Evangelisches Gesangbuch für Rheinland und Westfalen, 60er Jahre mini|hochkant|Evangelisches Gesangbuch von 1996 Die Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland singen bzw. sangen vor allem aus folgenden Gesangbüchern: (verschollen) Gesangbüchlein Geistlicher Psalme[n] (Bonner Gesangbuch). 1544/1545 Gsangbüchlein Geistlicher Psalme[n], hymnen, leider vn[d] [und] gebet. Laurenz von der Mülen, Bonn 1550Vatikanische Bibliothek Rom (Bibliotheca Palatina 2552 VI. 167); Ernst Klusen (Hrsg.): Bonner Gesangbuch von 1550. (Quellen und Studien zur Volkskunde 6) Staufen, Kamp-Lintfort 1965 und weitere Auflagen. Gsangbüchlein Geistlicher Psalmen, Hymnen, lieder und gebet, Durch etliche diener der Kirchen zu Boñ fleissig zusamẽ getragen vnd in geschickte ordnũg sehr schön gestelt zu übung vnd brauch der Christlicher gemeine. Auffs new gemehret …, o. O. [Wittenberg] 1561 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München) (überarbeitet vom kurpfälzischen Hofprediger Jacob Heilbronner) Essendisches Gesang-Buch. Johann Zeisse, Essen 1614 Singende und Klingende Berge, das ist: Bergisches Gesang-Buch, zusammengestellt von Franz Vogt. 1697. 2. Auflage Johann David Zunner, Frankfurt am Main 1701 (Nachdrucke Johann Nikolaus Andreae, Frankfurt am Main 1711; Henrich Wilhelm Meyer, Lemgo 1716; Meyer, Lemgo 1726) Singende und klingende Berge, Das ist: Bergisches Gesang-Buch, Bestehend in 630 … Psalmen und geistlichen lieblichen Liedern. Für die evangelische ohnv[eränderte] Augspurgische Confession zugethane Gemeinden derer Hertzogthümern Jülich und Berg … nebst einem kurzen Gebeth-Büchlein. Peter Abraham Proper, Mülheim am Rhein 1726 (Nachdruck 1759; Nachdruck 1768: Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf) Der singenden und klingenden Berge anderer Theil … Anhang zu dem Bergischen Gesang=Buch nach der Ordnung des ersten Theils. Proper Erben, Mülheim am Rhein, 1762 (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Münster) Singende und klingende Berge, Das ist: Bergisches Gesang-Buch. Bestehend in zweyen Haupt-Theilen darinnen 878 … Lieder enthalten. Proper Erben, Mülheim am Rhein 1768 (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Münster) Evangelisches Gesang-Buch; herausgegeben nach den Beschlüssen der Synoden von Jülich, Cleve, Berg und von der Grafschaft Mark. Elberfeld, 1834. Ausgabe Lucas, Elberfeld o. J. (ca. 1870) (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Münster) Evangelisches Gesangbuch für Rheinland und Westfalen. Dortmund, 1883. Evangelisches Gesangbuch für Rheinland und Westfalen mit dem Stammteil „Lieder des Deutschen Evangelischen Gesangbuches nach den Beschlüssen des Deutschen Evang. Kirchenausschusses“, Dortmund, 1929. Evangelisches Kirchengesangbuch, Ausgabe für die Landeskirchen Rheinland, Westfalen und Lippe; Bielefeld u. a., 1969. Evangelisches Gesangbuch, Ausgabe für die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Lippische Landeskirche, in Gemeinschaft mit der Evangelisch-reformierten Kirche (Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland), in Gebrauch auch in den evangelischen Kirchen im Großherzogtum Luxemburg; Gütersloh/Bielefeld/Neukirchen-Vluyn, 1996.
Dichter und Komponisten von Kirchenliedern mini|hochkant|Joachim Neander (1650–1680) Kirchenlieddichter, die auf dem Gebiet der heutigen EKiR wirkten, waren u. a. Matthias Jorissen (EG 279, 281, 286, 290, 300) Joachim Neander (EG 166, 198, 316, 327, 386, 504, 689), Uwe Seidel (EG 655) und Gerhard Tersteegen (EG 41, 140, 165, 252 392, 393, 480, 481, 661). Kirchenliedmelodien wurden u. a. von Oskar Gottlieb Blarr und Günter Kärner (EKG 157), Wilhelmina Koch (EG 407), Matthias Nagel (EG 677), Siegfried Reda (EG 64) und Gerhard Schwarz (EG 51) komponiert. Als Komponisten und Dichter wirkten Friedemann Gottschick der Ältere (EG 381) und Christoph Lehmann (EG 673 und 675).
Notenausgaben für Instrumente Druckausgaben mini|hochkant|Choralbuch von 1996 Neben den Gesangbüchern für die Gemeinde wurden von der Landeskirche verschiedene Choralbücher zur instrumentalen Begleitung herausgegeben. Von 1930 bis 1970 war das Choralbuch zum Evangelischen Gesangbuch für Rheinland und Westfalen im Gebrauch (Auflagen: 1930, 1931 und 1949). 1970 wurde nach der Einführung des neuen EKG ein Choralbuch zum Evangelischen Kirchengesangbuch mit drei- und vierstimmige Orgelsätzen zum Evangelischen Kirchengesangbuch veröffentlicht. 1996 folgte mit dem neuen EG ein zweibändiges Orgelbuch zum Evangelischen Gesangbuch. Zur Liedbegleitung durch Posaunenchöre wurde 1970 ein Posaunen-Choralbuch zum Evangelischen Kirchengesangbuch herausgegeben, welches 1996 durch das Posaunen-Choralbuch zum Evangelischen Gesangbuch abgelöst wurde. Beide Choralbücher enthalten vierstimmige Bläsersätze und zu jedem Satz eine Intonation. 1996 erschien als Neuheit ein Evangelisches Gesangbuch mit Akkordsymbolen für Gitarre, Keyboard und Band. 2010 gab der Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek das Choralbuch kreativ heraus, in welchem 125 der beliebtesten Melodien mit je einer Intonation, einem Choralvorspiel sowie einem drei- und vierstimmigen Orgelbegleitsatz enthalten sind. 2020 folgte der Band Choraltrios für Orgel mit 55 leichten Choralsätzen zu drei Stimmen. Vom Remscheider Kirchenmusikdirektor Christoph Spengler erschien 2010 ein dreibändiges Werk (TastaGroove) zur Begleitung neuer geistlicher Lieder mit dem Klavier oder Keyboard.
Digitale Ausgaben mini|hochkant|Digitales Choralbuch auf Tablet in weihnachtlicher Kirche Als Ergänzung zu den offiziellen Notenausgaben bietet die Stiftung kreuznacher diakonie auf ihrer Webseite kostenlos digitale Choralbücher der Vielfalt mit gemeinfreien Kirchenliedern für beliebige Streichinstrumente, Blasinstrumente, Tasteninstrumente und Gitarre in zwei-, drei- und vierstimmigen Sätzen an. Eine einstimmige Ausgabe enthält Einrichtungen von Chorälen zum Spiel auf dem Dudelsack.Choralbuch für Dudelsack. Abgerufen am 25. Juli 2021. Eine weitere Sammlung enthält Lieder zur Advents- und Weihnachtszeit. Die Begleitsätze wurden durch den Diakoniekantor Helmut Kickton gefertigt und liegen in verschiedenen Formaten vor, zum einen in DIN A4 zum Ausdruck auf Papier, zum anderen in Querformaten zur Nutzung auf Laptop, Tablet und Smartphone.
Kirchenmusiker mini|hochkant|Einführung von Brigitte Rauscher in das Amt der Landeskirchenmusikdirektorin durch Oberkirchenrätin Wiebke Janssen mini|hochkant|Diakoniekantor Helmut Kickton bei einem Straßenkonzert vor einem Heim Im Bereich der Landeskirche sind gegenwärtig (2021) etwa 160 hauptamtliche und über 1.000 nebenamtliche Kirchenmusiker als Organisten und Chorleiter tätig./www.ekir.de; abgerufen am 15. Januar 2021 Der Dienst der Kirchenmusiker ist in der EKiR durch das Kirchengesetz für den kirchenmusikalischen Dienst in der Evangelischen Kirche im Rheinland vom 15. Januar 2020 geregelt. Des Weiteren gilt eine Verordnung für den kirchenmusikalischen Dienst in der Evangelischen Kirche im Rheinland (Kirchenmusikverordnung – KiMuVO) vom 12. November 2020.
Die Kirchenmusikerstellen werden in A-, B- und C-Stellen eingeteilt. A- und B-Stellen zeichnen sich durch einen „besonderen künstlerischen, liturgischen und musikpädagogischen Auftrag aus“.Kirchengesetz für den kirchenmusikalischen Dienst in der Evangelischen Kirche im Rheinland, § 1 Voraussetzung für die Anstellung an einer A- oder B-Stelle ist die Zuerkennung der Anstellungsfähigkeit sowie ein berufsqualifizierender Studienabschluss Evangelische Kirchenmusik mit dem A- oder B-Examen.
Hauptamtliche Kirchenmusiker in A- oder B-Stellen führen die Dienstbezeichnung Kantor oder Kantorin. Für überragende Leistungen und einer überregionalen Wirksamkeit auf kirchenmusikalischem Gebiet kann durch die Kirchenleitung der Titel Kirchenmusikdirektorin oder Kirchenmusikdirektor verliehen werden.Kirchengesetz für den kirchenmusikalischen Dienst in der Evangelischen Kirche im Rheinland vom 15. Januar 2020, § 4. Laut Vizepräses Christoph Pistorius steht der Titel Direktor „für die Wahrnehmung einer Leitungs- oder Führungsposition, steht für Verantwortung, Anregungskompetenz und die besondere Herausforderung im Blick auf strategische Fragen“. Die Zahl der Kirchenmusikdirektorinnen und Kirchenmusikdirektoren ist in der Evangelischen Kirche im Rheinland begrenzt und beträgt 18. Sie steht nach Aussage der Landeskirche „in einem Verhältnis zur Zahl der kirchenmusikalisch hauptamtlich besetzten Stellen.“presse.ekir.de; abgerufen am 8. Februar 2021.
Die Fachberatung des Landeskirchenamtes erfolgt durch den Landeskirchenmusikdirektor. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die „Vorbildung, Prüfung, Anstellung und Fortbildung der Kirchenmusiker“, die „Sicherung des kirchenmusikalischen Nachwuchses“ und alle Fragen des Gesangbuches. Zudem koordiniert er die Arbeit der Kreiskantoren. Der Landeskirchenmusikdirektor wird auf Vorschlag des Landeskirchenamtes von der Kirchenleitung ernannt.Kirchenmusikergesetz der Evangelischen Kirche der Union
2024 wurde die Kirchenmusikdirektorin Brigitte Rauscher als Nachfolgerin von Ulrich Cyganek zur Landeskirchenmusikdirektorin berufen.Pressemitteilung der EKiR. Abgerufen am 19. Juli 2024. Weitere amtierende Kirchenmusiker der Landeskirche sind zurzeit Jörg Abbing, Wolfgang Abendroth, Martin Bambauer, Georg Hage, Bernd Liffers, Thomas Pehlken, Andreas Petersen, Michael Porr, Johannes Quack, Ansgar Schlei, Christoph Spengler und Marcus Strümpe.
Überregionale Wirksamkeit über den Bereich der EKiR hinaus erzielte der Diakoniekantor Helmut Kickton mit seinem weltweit bekannten digitalen Kantoreiarchiv, seinem gesellschaftlichen Engagement für Diversität und InklusionÖffentlicher Anzeiger vom 27. April 2022.Öffentlicher Anzeiger vom 9. Juni 2022: Der Mann der Tausend Noten. Kantor Helmut Kickton mit feierlichem Gottesdienst in den „Unruhestand“ geleitet. sowie durch seine kompetenten Anregungen als Chorleiter im Bereich der Historischen Aufführungspraxis.
Bedeutende Kirchenmusiker der jüngeren Vergangenheit waren u. a. Elke Mascha Blankenburg, Oskar Gottlieb Blarr, Johannes Geffert, Klaus Germann, Volker Hempfling, Sabine Horstmann, Helmut Kahlhöfer, Hermann Max, Andreas Meisner, Peter Neumann, Almut Rößler, Winfried Pesch, Thomas Schmidt, Christoph Spering, Thorsten Pech, Klaus-Peter Pfeifer, Jürgen Schmeer, Hanns-Alfons Siegel, Konrad Voppel, Udo Witt und Hans Wülfing. Ehemalige Landeskirchenmusikdirektoren waren u. a. Christoph Schoener, Volker Ebers, Wilhelm Wiedenhoff, Gerhard Schwarz und Hartmut Schmidt.
Position des Präses zur Kirchenmusik mini|hochkant|Präses vor der Sauer-Orgel des Landeskirchenamtes Der Präses Thorsten Latzel wandte sich im Juni 2021 bei einem Generalkonvent in einer Videokonferenz an rund 170 Kirchenmusiker der Landeskirche. Die Kirchenmusik solle sich stärker an den Musikinteressen der Mitglieder orientieren. Man solle den Menschen nicht vorschreiben, wie sie singen sollen, sondern mit und von ihnen lernen, „was ihre Seele zum klingen bringt“. Während der Corona-Epidemie habe es eine hohe kirchenmusikalische Kreativität gegeben. Es habe Balkon-Singen und Straßenkonzerte vor Heimen gegeben. Die Aufgabe der Kirche sei es, Hoffnung gemeinsam eine Stimme zu geben. Kirchenmusikalische Lernfelder wären „Gemeinden anderer Sprache und Herkunft, Treffpunkte in der diakonischen Quartiersarbeit, Schulhöfe, Krankenhäuser, Büros.“presse.ekir.de. Abgerufen am 30. Juni 2021.
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