mini|Wojdan Popgeorgiew Tschernodrinski Wojdan Popgeorgiew Kusmanow (auch Vojdan Popgeorgiev Kuzmanov oder Wojdan pop Georgiew Kusmanow geschrieben, , Schreibweise bis 1945 ), genannt Wojdan Tschernodrinski (auch Černodrinski geschrieben; bulgarisch/mazedonisch: , bulgarische Schreibweise bis 1945 Vergleiche Titelseite des Theaterstücks (, „Blutige makedonische Hochzeit“; Abbildung auf Wikimedia Commons); * 15. Januar 1875 in Selci bei Struga, Osmanisches Reich, heute in Nordmazedonien; † 8. Januar 1951 in Sofia, Bulgarien) war ein bulgarisch-makedonischerLaut Geburtsurkunde von Tschernodrinskis Tochter Spaska waren ihre Mutter und der Vater orthodoxe Bulgaren und beide Elternteile bulgarische Bürger. Diese offizielle Erklärung wurde von Tschernodrinski selbst in Anwesenheit der Zeugen Pantalej Kardalew und Alexander Slatarew am 19. August 1903 in Sofia, Bulgarien, abgegeben und unterzeichnet. Siehe: . 1997, ISBN 954-430-441-X, S. 111–112; 179., 2004, ISBN 954-07-1978-X, S. 375., S. 177., 2005, ISBN 978-954-528-502-8. Dramatiker und Schriftsteller aus der Region Makedonien. Sein Pseudonym leitet sich vom Schwarzen Drin (bulgarisch , ) ab, einem Fluss, der in der Nähe seines Heimatdorfes fließt. Da sein Geburtsort im heutigen Nordmazedonien liegt, gilt er seit der Machtergreifung der Kommunisten dort als ein ethnisch-mazedonischer Schriftsteller und als eine Figur, die den Grundstein des mazedonischen Theaters und der dramatischen Künste gelegt hat., Verlag , Skopje, 1995. Trotzdem sind seine Werke bis heute in Nordmazedonien nicht in der Originalfassung erhältlich und unterliegen der nordmazedonischen Zensur.

Leben mini|links|Szene aus dem bekanntesten Werk von Tschernodrinski Makedonska kărwawa swadba („Die Blutige makedonische Hochzeit“), vor 1906 mini|Gedenktafel in Sofia Popgeorgiew wurde am 8. Januar 1875 im damaligen osmanischen Dorf Selci (heute in der nordmazedonischen Gemeinde Struga) geboren.Vojislav Ilić: Jugoslovenski književni leksikon (Yugoslav Literary Lexicon), Matica srpska, Novi Sad 1971 (Serbokroatisch) Sein Vater Georgi Kuzmanow war Priester () der Bulgarisch-orthodoxen Kirche im Ort, weswegen er pop Georgi („Priester Georgi“) genannt wurde, worauf sich der Familienname von Wojdan in der nächsten Generation ableitete. Wojdan lernte zunächst an der Bulgarischen Schule in Ohrid, dann am renommierten Bulgarischen Männergymnasium von Thessaloniki. Im Jahr 1890 zog Wojdan jedoch mit seiner Familie nach Bulgarien (siehe Makedonische Bulgaren), wo er am Sofioter Knabengymnasium einen Abschluss machte. Hier wurde er Mitglied der Jungen makedonischen Literaturvereinigung. Später studierte Tschernodrinski in Österreich und der Schweiz Rechtswissenschaften, scheiterte jedoch und zog sich zunächst zurück ins osmanische Makedonien, wo er als bulgarischer Exarchatslehrer arbeitete. Die Lehrer und Leiter der bulgarischen Bildungsstätten im Osmanischen Reich wurden in dieser Zeit von der Bulgarisch-orthodoxen Kirche ernannt, zusammen mit der Kirchengemeinde oder dem Bildungsverein vor Ort mitfinanziert und unterstanden dem örtlichen Bischof.Um sich von den Bildungsstätten der Bulgarisch-katholischen Kirche zu unterscheiden, wurden die orthodoxen Schulen nach der zu dieser Zeit existierenden kirchlichen Organisation, dem Bulgarischen Exarchat, auch oft Exarchatsschulen und deren Lehrer Exarchatslehrer genannt. In beiden Bildungseinrichtungen, katholischen wie orthodoxen, zählten neben geistlichen Fächern wie Religion auch weltliche Fächer zum Unterrichtsspektrum.

Als bulgarischer Exarchatslehrer arbeitete Tschernodrinski zwischen den Jahren 1897 und 1898. Danach kehrte er nach Bulgarien zurück und wurde Leiter der Wanderschauspieltruppe Trauer und Trost (bulgarisch ), die 1901 gegründet und 1902 in Makedonisches Hauptstadttheater () umbenannt wurde. In Sofia schrieb er das berühmteste seiner Werke, das Theaterstück Die blutige makedonische Hochzeit (Makedonska Karwawa Swadba), welches in Sofia am 7. November 1900 Premiere feierte. Wojdan überarbeitete es später, um die Handlung und das Libretto für die berühmte Oper Zweta des Komponisten Georgi Atanasow zu verwenden. Nach der Jungtürkischen Revolution 1908 zog Popgeorgiew mit seiner Wanderschauspieltruppe zurück ins osmanische Makedonien. Dort wurde er von der Union der bulgarischen Verfassungsklubs mit Unterstützung von Pejo Jaworow und mit Unterstützung des Bulgarischen Nationaltheaters eingeladen. XIX ХХ , 2017, S. 135.

Während der Balkankriege wurde er in die bulgarische Armee mobilisiert. Während des Ersten Weltkriegs diente Tschernodrinski als bulgarischer Offizier und schuf den Zyklus Soldatenlieder. Nach den Kriegen setzte er seine Theatertätigkeit in Bulgarien fort. Ende 1922 gründete er ein neues Schauspielhaus unter dem Namen Ilinden. Mitte der 30er Jahre veröffentlichte Aleksandar Shoumenoff, Inhaber des Ersten Bulgarischen Buchladens in Granite City, USA, einen Teil der Werke von Tschernodrinski. Der Text wurde nicht ins Englische übersetzt, jedoch wurden seine Werke und Theaterstücke bei der makedonisch-bulgarischen Emigration populär. Zu dieser Zeit sympathisierte Tschernodrinski mit IMRO-Führer Iwan Michajlow.

Nach den Balkankriegen und dem Ersten Weltkrieg veröffentlichte Tschernodrinski die 3. Auflage (1928) des Stücks. Im Vorwort der Edition kommentierte er die historischen Veränderungen und vergaß nicht, die Relevanz des Materials zu erwähnen:

Während des Zweiten Weltkriegs und der anschließenden Annexion der Vardar banovina durch Bulgarien (1941–1944) organisierte Wojdans Schauspieltruppe dortige Auftritte.

Popgeorgiew starb 1951 in Sofia und wurde auf dem Sofioter Zentralfriedhof begraben. Später wurde an seinem Haus eine Gedenktafel angebracht..

Nach dem Tod von Popgeorgiew wurde seine Nationalität in der damaligen SR Mazedonien umgedeutet (siehe Gründungszeit der SJR Mazedonien) und er wurde durch die kommunistischen Machthaber zu einem ethnisch-mazedonischen Schriftsteller erklärt, der den Grundstein des mazedonischen Theaters gelegt habe. Das Drama Die blutige makedonische Hochzeit wurde 1953 in die neu kodifizierte mazedonische Sprache transkribiert., 2001, S. 13. Überall im Text, wo das Wort „bulgarisch“ verwendet wurde, wurde es durch „christlich“ oder „mazedonisch“ ersetzt. Alle anderen Texte, außer den Gesprächen zwischen den Charakteren, die ursprünglich auf Bulgarisch verfasst wurden, wurden ins Mazedonische und ohne Bulgarienbezug übersetzt. Noch heute sind in Nordmazedonien seine Werke, wie auch von weiteren makedonischen Bulgaren, ausschließlich in der von den Kommunisten zensierten Nicht-Originalfassung zugelassen und er selbst wird ausschließlich als Mazedonier geehrt.

Einzelnachweise

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