Pabbay ist eine unbewohnte Insel der Äußeren Hebriden in Schottland.Pabbay im Gazetteer for Scotland Sie ist eine von drei Hebrideninseln dieses Namens.

Etymologie Der Name Pabbay ist eine Wortzusammensetzung aus dem Altnorwegischen papar („Vater, Pabst, Priester, Mönch“) und ey („Insel, Eiland“). Papar bezeichnet häufig frühmonastische Standorte mit fruchtbaren Böden.Ian A. Simpson, Barbara Crawford, Beverley Ballin-Smith: Papar place-names in the Northern and Western Isles of Scotland: a preliminary assessment of their association with agricultural land potential. Tatsächlich finden sich auf Pabbay mehrere Kapellenreste, die ohne weitere Eingrenzung als mittelalterlich beschrieben werden.

Geographie Pabbay liegt am Nordwestrand des Sound of Harris, welcher die Hauptinseln Harris und North Uist voneinander trennt. Nach Berneray ist Pabbay die größte der zahlreichen Inseln der Meeresstraße. Ihre Randlage an der westlichen Einfahrt in den Sound of Harris begründete ihre Abgeschiedenheit. Pabbay ist weitgehend ungeschützt der Witterung des Atlantiks ausgesetzt und aus diesem Grund häufig nur schwierig zugänglich. Nur die kleine, unbewohnte Insel Shillay (mit Little Shillay) ist knappe 2 Kilometer nördlich vorgelagert. Berneray liegt drei Kilometer südwestlich, während die Halbinsel Toe Head auf Harris sieben Kilometer nordöstlich gelegen ist.Karte der Ordnance Survey

Die weitgehend regelmäßig geformte Insel ist in Nordost-Südwest-Richtung 3,7 Kilometer lang und orthogonal hierzu höchstens 3,2 Kilometer breit, woraus eine Fläche von 820 Hektar (8,2 Quadratkilometer) resultiert. Höchster Punkt ist der 196 Meter hohe, konische Beinn a’ Chàrnain im Nordosten der Insel. Der saisonal bewohnte, ehemalige Hauptort Bailenacille befindet sich an der Südküste Pabbays.Bailenacille im Gazetteer for Scotland Pabbay ist Teil der National Scenic Area South Lewis, Harris and North Uist.NatureScot: South Lewis, Harris and North Uist NSA

Geologie Pabbay wird von Gesteinen des Lewisians aufgebaut. Es handelt sich sowohl um archaische Gneise, im Nordostteil der Insel aber auch um jüngere, proterozoische suprakrustale Gesteine. Das Lewisian gehört hier dem Uist-Block an, dessen Nordspitze die Insel bildet. Der Uist-Block wird sodann durch die Südost-streichende Ensay-Scherzone vom Roineabhal-Terran weiter im Norden abgetrennt.

Die Gneise sind zwischen 2.770 und 2.750 Millionen Jahre alt, sie sind also neoarchaisch und wurden amphibolitfaziell metamorph überprägt. Sie legen dieselbe tektonische Strukturierung an den Tag wie die Ensay-Scherzone – Nordwest-Südost (gut zu sehen entlang der Nordküste).

Das Felsige Grundgebirge nimmt in etwa die Nordhälfte der Insel ein. In der letzten Kaltzeit wurde es von Eismassen erodiert, abgetragen und rundgeschliffen. Zurück blieben von Geröll bedeckte Oberflächen. Auch die ehemaligen Torflagen fielen zum Opfer.

Pleistozän Während der letzten Kaltzeit – engl. Devensian – waren die Äußeren Hebriden sehr wahrscheinlich vollständig von Eis bedeckt. Eine Ausnahme stellt die äußerste Nordspitze von Lewis dar. Die Vereisung lässt sich in zwei Abschnitte untergliedern – in ein frühes Eisschild-Stadium, das auch die Sektoren außerhalb des bergigen Landes bedeckte und in ein späteres Talgletscher-Stadium, das aber nur noch auf die Hochlagen beschränkt blieb.

Holozän Wie auch auf Harris und den beiden Uists wurde die Geomorphologie der Küsten Pabbays von Meeresspiegeländerungen und Sedimentverfügbarkeit beherrscht. Fast während des gesamten Holozäns hat der Meeresspiegelanstieg zu einer Transgression der Küsten in den Western Isles (Äußeren Hebriden) geführt. Eine Absenkung (bzw. Überflutung) von mindestens 2,8 Meter seit 5.700 v. Chr. ergibt sich in Pabbay aus der Radiokarbondatierung von Süßwassertorfen. In den Uists wurden sogar Absenkungen von rund 5 Meter seit 5.100 Radiokohlenstoffjahren vor heute gleichbedeutend mit 4.000 Jahren v. Chr. ermittelt.

Ökologie In Pabbay befindet sich der recht schmale, mobile Dünengürtel auf der Südostseite der Insel – und liegt somit vollkommen anormal der ausgesetzten Atlantikseite gegenüber. Ihm folgt eine recht bedeutende, 3 Kilometer lange und bis zu einem Kilometer breite fixierte Dünenzone. In ihr befinden sich mehr als 5 kleinere Moore (Englisch mires). In Nordwestrichtung schließt sich dahinter Machair-Grasland des Typus SD8 an. Das Grasland teilt sich in zwei Gebiete – ein knapp 1,5 Kilometer langes und 500 Meter breites Hauptvorkommen auf der Südwestseite, sowie ein recht unbedeutendes Vorkommen an der Ostseite der Insel. In Nordwest-Richtung steigt das Gelände jetzt an und es folgen climbing machair (ansteigendes Machair) SD8z und schließlich ein dünnes Band an CG10b. So genanntes blackland (torfbedecktes Grundgebirge) leitet dann zur höchsten Erhebung der Insel im Norden – dem 195,7 Meter hohen Brenish Point bzw. Beinn a’ Chàrnein – über.

Auf Pabbay finden sich hervorragende Beispiele für Landschaftsübergänge von Strandbereich → Dünen → Machair. Die Insel beherbergt wahrscheinlich das beste Beispiel für das Habitat ansteigende Dünen in den Äußeren Hebriden – mit hohen Kegeldünen, die in ihrer Größenordnung und ihrer symmetrischen Ausgestaltung einzigartig sind.

Geschichte Es existieren frühe Siedlungsspuren auf Pabbay, darunter der eisenzeitliche Dun Seana Chaisteal an der Südostküste. Aus der Frühgeschichte stammen ferner drei Craigs, ein Grabhügel, zwei weitere eisenzeitliche Brochs bzw. Duns und ein Atlantic Roundhouse aus der Frühen Bronzezeit (zirka 2.000 v. Chr.). Auf das Mittelalter gehen 7 Shielings zurück, die jetzt zerstörte Kirche Teampull Mhoire mit ebenfalls zerstörter Kapelle Teampull Beag, das Schloss Seana Chaisteal und der Hauptort Baile na Cille. Aus dem 19. Jahrhundert stammen drei Croft-Häuser, zwei Bauernhöfe (engl. farmsteads) und eine Schaffarm.

Die fruchtbaren Böden der Insel begünstigten deren historische Besiedlung.

Die MacLeods von Harris besiedelten Pabbay bis ins frühe 16. Jahrhundert. Die Insel galt als die „Kornkammer“ Harris’. Später lebten dort die Verwalter von St Kilda. Im Jahr 1680 wurden auf Pabbay vier Ortschaften beschrieben, von denen Baile Meadhanach einer verheerenden Flut im Jahre 1697 zum Opfer fiel. Im 19. Jahrhundert war die Inselbevölkerung wieder auf über 300 Personen angewachsen.

Zur Schaffung von Weideland für Schafe wurde die Bevölkerung Pabbays im Zuge der Highland Clearances in den 1840er Jahren vertrieben. Zuvor war Pabbay auch bekannt für seine Schwarzbrennereien. Als die königlichen Steuerbeamten die Schwarzbrennerei schließlich belegen konnten, zogen sie den Landbesitzer zur Rechenschaft, was dieser als Vorwand für die Vertreibung der Inselbevölkerung nutzte. 1858 lebte nur noch ein einzelner Schafhirte mit seiner Familie auf Pabbay. Seit den 1930ern ist Pabbay unbewohnt, befindet sich aber seit 1974 in Privatbesitz.

Einzelnachweise

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