Pehen-Ptah (nach abweichender Lesung auch Ptah-Pehen) ist der Name eines hohen Beamten des Alten Ägyptens, der während der zweiten Hälfte der 2. Dynastie oder zu Beginn der 3. Dynastie lebte und wirkte.Wolfgang Helck: Die Datierung der Gefäßaufschriften aus der Djoserpyramide. In: Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde. (ZÄS). Band 106, 1979, S. 120–132; siehe Tabelle S. 125. Er ist nur durch Ritz- und Tinteninschriften auf Gefäßen und Gefäßfragmenten bekannt und die Lesung und Deutung seines Namens sind umstritten. Sein Grab wurde bislang nicht gefunden.Wolfgang Helck: Untersuchungen zur Thinitenzeit. Wiesbaden 1987, S. 104.

Name Der Name von Pehen-Ptah ist auf mindestens 21 Gefäßfragmenten belegt, die in den unterirdischen Galerien der Djoser-Pyramide in Sakkara entdeckt wurden.Pierre Lacau, Jean-Philippe Lauer: La pyramide à degrés. Band IV: Inscriptions gravées sur les vases. Heft 2: Texte (= Fouilles à Saqqarah.). Imprimerie de l'Institut français d'archéologie orientale, Kairo 1961, S. 65–70 (Nr. 140–160), (Digitalisat). Sein Name ist von gewissem Interesse für die Ägyptologie, weil er nach Meinung einiger Forschenden mit dem Namen des Gottes Ptah verbunden ist.

Gemäß Katrin Scheele-Schweitzer kann „Pehen-Ptah“ nicht vollständig und damit schlüssig übersetzt werden, da die Bedeutung des Verbs „pehen“ (pḥn) bis heute nicht bekannt ist.Katrin Scheele-Schweitzer: Die Personennamen des Alten Reiches, Altägyptische Onomastik unter lexikographischen und sozio-kulturellen Aspekten. Wiesbaden 2014, S. 360 und Fußnote (31). Die hier angeführten Belege beziehen sich übrigens alle auf den Beamten Pehenptah aus der 5. Dynastie. Einige Ägyptologen lesen den Namen Pḥ-n-Ptḥ, wobei sie mit der Abtrennung des n andeuten, dass es sich um eine spezielle Form des Verbs pḥ „erreichen“ handeln könnte, ohne aber eine Übersetzung anzugeben. In allen Fällen bis auf einen wird Ptḥ entgegen der Leserichtung, also rückläufig geschrieben, wäre also eigentlich ḥpt zu lesen.P. Lacau, J.-P. Lauer: La pyramide à degrés. Band IV: Inscriptions gravées sur les vases. Heft 2: Texte. Kairo 1961, S. 66–67 (Digitalisat). Dennoch wurde es als Ptah interpretiert und danach in der Form auch von anderen Autoren übernommen.Toby A. H. Wilkinson: Early Dynastic Egypt. Routledge, London / New York 1999, ISBN 0-415-18633-1, S. 293; Michael Rice: Who is who in Ancient Egypt. Routledge, London / New York 1999, ISBN 0-203-44328-4, S. 158.

Ägyptologen, die sich speziell mit der Frühzeit beschäftigt haben, kommen zu einer abweichenden Ansicht: Peter Kaplony liest den Namen Nj-ḥp(t)-Ptḥ und übersetzt ihn mit „Das Ruder gehört dem Ptah“ oder „Der Apis (Ḥp) gehört dem Ptah“.Peter Kaplony: Die Inschriften der ägyptischen Frühzeit. Band 1. Harrassowitz, Wiesbaden 1963, S. 525–527; hier S. 526. Wolfgang Helck macht daraus Nḥptj-Ptḥ mit der Deutung „Drillbohrer des Ptah“.Wolfgang Helck: Die Datierung der Gefäßaufschriften aus der Djoserpyramide. In: Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde. (ZÄS). Band 106, 1979, S. 120–132; hier S. 125 und Fußnote (4). und bei Sydney H. Aufrère findet man den Hinweis: „Ces vases ne mentionnent pas le nom de Ptah (...) mais il s’agit du nom Nj-ḥptḥp, le détenteur du titre.“Sydney H. Aufrère: L’origine de l’albâtre à la Ire dynastie d’après les inscriptions des vases provenant des galeries de la pyramide à degrés. In: Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO). Band 103, 2003, S. 1–15; hier S. 3, Fußnote (21). (Digitalisat). (deutsch: „Diese Vasen erwähnen nicht den Namen Ptah (...), sondern es handelt sich um den Namen Nj-ḥptḥp, den Inhaber des Titels.“) Die Lesung des Namens kann daher derzeit nicht als gesichert gelten. Selbst ein Bezug zu Ptah wird wie bei Sydney H. Aufrère in Frage gestellt.

Familie Über Pehen-Ptahs Familie ist nichts bekannt.

Titel Pehen-Ptah führte während seiner Amtszeit folgende Titel:

Hem-netjer Ptah („Gottesdiener des Ptah“) Shefed-netjeru („Stirnbinde der Götter“) Medjeh-qesenu („Meister der Skulpteure“) Afet-nebui („Schöpfer der Königsvasen“)

Pehen-Ptahs Titel Medjeh-qesenu ist in der Frühzeit häufig belegt, der Titel Afet-nebui taucht während der 2. Dynastie vermehrt auf (so zum Beispiel bei seinem Zeitgenossen Ruaben). Ungewöhnlich, wenn nicht einzigartig, ist sein Titel Shefed-netjeru, der auf einer Gefäßaufschrift in Verbindung mit dem Sedfest (Hebsed) erscheint.

Amtszeit Da ein Sedfest für gewöhnlich erstmals im 30. Regierungsjahr eines noch lebenden Herrschers gefeiert wurde, ist Pehen-Ptahs Amtszeit chronologisch schwer einzuordnen. Nur von zwei frühen Herrschern ist eine so lange Regierungszeit bekannt: Ninetjer, der in der Mitte der 2. Dynastie regierte, und eventuell König Djoser, dem mutmaßlichen Begründer der 3. Dynastie.

Literatur Katrin Scheele-Schweitzer: Die Personennamen des Alten Reiches, Altägyptische Onomastik unter lexikographischen und sozio-kulturellen Aspekten. Harrassowitz, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-447-05893-3. Wolfgang Helck: Untersuchungen zur Thinitenzeit (= Ägyptologische Abhandlungen, Band 45). Harrassowitz, Wiesbaden 1987, ISBN 3-447-02677-4. Michael Rice: Who is who in Ancient Egypt. Routledge, London / New York 1999, ISBN 0-203-44328-4, S. 158.

Einzelnachweise

Kategorie:Altägyptischer Beamter (Frühdynastische Zeit) Kategorie:Altägyptischer Beamter (Altes Reich) Kategorie:Geboren im 3. Jahrtausend v. Chr. Kategorie:Gestorben im 3. Jahrtausend v. Chr. Kategorie:Mann