Richard Wilhelm Bördel von Werder (geboren am 14. Januar 1895 in Bremen; gestorben am 23. März 1945 in Dinslaken) war ein deutscher Kaufmann und von 1933 bis 1945 Landrat des Kreises Dinslaken.Siehe Literatur: Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816–1945. Gesellschaft f. Rheinische Geschichtskunde. Band 69, Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-7585-4, S. 813 f.
Leben Der Protestant Wilhelm von Werder war der Sohn des Kaufmanns Otto von Werder (1859–1911) und dessen Ehefrau Anna, geborene Lohmann. Werder hatte zwei ältere Brüder, die mit Fritz 1915 als Feld-Unterarzt, und Gustav als preußischer Vize-Feldwebel und Reserveoffiziersanwärter zu Beginn des Ersten Weltkrieges fielen. Die Vorfahren der briefadeligen Familie von Werder stammen aus dem frühen 16. Jahrhundert und waren Knappen, Bürger oder später Gutsbesitzer. Sie gehörten seit 1522 zur Hildesheimer Ritterschaft.
Nach dem Besuch einer privaten Vorschule und der Oberrealschule begann W. von Werder am 1. Oktober 1910 15-jährig eine kaufmännische Ausbildung. 1912 meldete er sich als Militärfreiwilliger und gelangte dabei nach China (Kiautschou und Tsingtau). Nach der am 7. November 1914 endenden Belagerung von Tsingtau verbrachte von Werder die Zeit bis zum 26. Januar 1920 in japanischer Kriegsgefangenschaft. Nach Deutschland zurückgekehrt betätigte er sich ab Juni 1920 als kaufmännischer Angestellter und ab April 1923 als Prokurist bei den Vereinigten Werkskonsumanstalten in Essen. Von Werder trat währenddessen am 1. April 1928 der NSDAP bei.
thumb|hochkant|Unterschrift im Geleitwort zum Heimatkalender 1939. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten und der Absetzung des bisherigen Landrats des Kreises Dinslaken, Günter Klein (SPD) am 6. April 1933Siehe Literatur: Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816–1945. Gesellschaft f. Rheinische Geschichtskunde. Band 69, Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-7585-4, S. 517 f. übernahm W. von Werder am 19. April vertretungsweise die dortige Verwaltung. Zum 1. November 1933 folgte seine kommissarische und am 26. Januar 1934 die definitive Ernennung mit Wirksamkeit zum 1. Februar 1934. Als oberster Vertreter der Polizeigewalt im Kreis verfügte von Werder 1935 die Schutzhaft des Bibelforschers Rudolf Mazanec.Verlegte Stolpersteine 2014, bei Stolpersteine Dinslaken.
thumb|hochkant|Beförderung zum SS-Sturmbannführer an Hitlers Geburtstag 1942 im SS-Verordnungsblatt. Die in der Reichsdruckerei Berlin 1937 veröffentlichte und von der SS-Personalkanzlei bearbeitete Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP. Stand vom 1. Dezember 1937 enthält den Eintrag der Mitgliedschaft von Wilhelm von Werder in der SS (SS-Nummer 1.651) und seiner zum 12. September 1937 erfolgten Beförderung zum SS-Obersturmführer (Oberleutnant).SS-DAL d. NSDAP. 1937. Berlin 1937, S. 208 f. Digitalisat/Druckwerk. Berlin 1937. Er war über 1938 hinaus formell dem Stab des SS-Abschnitts V, einer überregionalen Obereinheit mit mehreren SS-Regimentern (SS-Standarten) zugeordnet und hatte dort keine konkretes Leitungsamt inne.SS-Personalkanzlei (Hrsg.): SS-DAL d. NSDAP. 1938. Reichsdruckerei, Berlin 1938, S. 230 f, Nr. 5441. SS-Major (Sturmbannführer) wurde er im April 1942, womöglich seiner Position als Landrat geschuldet. Amtskollegen waren zumeist Standartenführer, wenngleich oft mit weitaus höheren SS-Mitgliedsnummern versehen.
1943 war er zweiter stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG.Handbuch der Deutschen Aktiengesellschaften. 1943. Jahrgang 48, Verlag Hoppenstedt, Berlin 1943, S. 2341.
Bei einem Luftangriff auf Dinslaken am 23. März 1945 kam der Landrat von Werder zu Tode.Matthias Graf von Schmettow: Gedenkbuch des deutschen Adels. In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 3, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1967, S. 370.
Familie Wilhelm von Werder heiratete am 5. Juli 1930 in Bremen Marie Lauprecht (geboren am 12. Juli 1905 in Huchting). Das Ehepaar hatte fünf Kinder, die zwischen 1931 (Annlot) bis 1939 (Adolf) geboren wurden.
Wilhelm von Werder war mit seiner Mutter Inhaber des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP.
Literatur Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816–1945. In: Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Band 69; Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-7585-4, S. 571 f., S. 813 f. Dinslaken in der NS-Zeit. Vergessene Geschichte 1933–1945. Beiträge: Rüdiger Gollnick, Hrsg. Stadtarchiv Dinslaken, Verlag Boss, Kleve 1983. ISBN 3-922384-12-9. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1941. Dreiunddreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 554–555.
Einzelnachweise
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