mini|Gutshof Marienburg (1893) Paul Joseph Hagen (* März 1800 in Köln; † Dezember 1868 ebenda) war ein Kölner Unternehmer in der Metallindustrie.

Allgemeines Über das Leben des Unternehmers ist nur wenig bekannt, seine genauen Geburts- und Todesdaten sind unbekannt. Hagen war der Sohn des Metzgers Friedrich Hagen und heiratete 1832 in zweiter Ehe Elisabeth Loosen;Rheinisch-Westfälisches Wirtschafts-Archiv (Hrsg.), Kölner Unternehmer und die Frühindustrialisierung im Rheinland und in Westfalen, 1835–1871, 1984, S. 152 aus der Ehe ging seine Tochter Anna Maria Jacobie Adelaide hervor. Unter der Berufsbezeichnung „Schiffsbestätter“ war er zunächst als Agent für die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt tätig.Werner Schäfke/Wolfgang F. Meier, Vom dreißigjährigen Krieg ins preußische Jahrhundert: Köln in der Neuzeit, 2020, S. 152

Werdegang Hagen war 1847 Mitbegründer der „Gießerei Emil Behrens & Comp.“,Christoph Franke, Wirtschaft und Politik als Herausforderung, 1995, S. 120 die im April 1855 mit 150 Arbeitern in Kölnische Maschinenbau AG umfirmierte und bis 1906 unter anderem Eisenbahnbrücken baute. Im Jahre 1894 war die Betriebsgröße auf 850 Personen angewachsen. Sie bestand als BAMAG bis zur Liquidation 1970.Winfried Reinhardt, Geschichte des Kölner Verkehrs, 2017, S. 260 f. Das Fabrikgelände lag nahe dem Rheinufer und war 13 Hektar groß, wovon 35.000 m² bebaut waren. Es enthielt eine eigene Gasfabrik und ein eigenes Wasserwerk.Verband Deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine (Hrsg.), Köln und seine Bauten, 1888, S. 758 Die mittlerweile auf 1500 Mitarbeiter angewachsene Fabrik wurde unter anderem bekannt durch ihre Dachkonstruktionen für den Kölner Dom, den Hauptbahnhof Köln und die Flora.Klaus Duwe, 42 mal 42: Marathon-Erlebnisse von Antalya bis Zermatt, 2008, S. 250

Tätigkeit im Immobilienwesen Hagen erwarb Anfang Oktober 1843 in einer Versteigerung ein Grundstück für 2700 Taler von der Pfarrgemeinde zu Rodenkirchen mit der Verpflichtung, hier innerhalb eines Jahres ein Gebäude mit Baukosten von mindestens 4000 Talern zu errichten.Werner Schäfke/Wolfgang F. Meier, Vom dreißigjährigen Krieg ins preußische Jahrhundert: Köln in der Neuzeit, 2020, S. 152 Auf dem ehemaligen „Galgenberg“ gelegen, benannte er das Anwesen nach seiner Tochter Anna Maria Jacobie Adelaide „Marienburg“, das dem ganzen Stadtteil Köln-Marienburg seinen Namen gab. Hagen war an der vor und nach 1840 stattfindenden Kölner Bodenspekulation neben Johann Peter Weyer und Emil Pfeifer führend beteiligt.Peter Fuchs (Hrsg.), Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 127 1844 erwarb Hagen ein Baugelände zwischen Peterstraße und Rotgerberbach, auf seinen Antrag hin wurde die neu entstandene Straße nach ihm Paulstraße benannt.Joseph Klersch, Von der Reichsstadt zur Großstadt: Stadtbild und Wirtschaft in Köln, 1794–1860, 1994, S. 59 Im Januar 1845 erwarb Hagen die so genannten „Engels-Ländereien“ des Gottfried EngelsHiltrud Kier/Ulrich Krings, Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 1, 1996, S. 60, im Juli 1845 kaufte er einen Teil des Wolferhofes (südwestlich von St. Mauritius) von Josef von Bianco.Joseph Klersch, Von der Reichsstadt zur Großstadt: Stadtbild und Wirtschaft in Köln, 1794–1860, 1994, S. 68

Nachdem 1848 eine Immobilienkrise aufkam, musste Hagen seine Luxusvilla an das Bankhaus Oppenheim ebenso verkaufen wie die „Engels-Ländereien“, seine Anteile am Wolferhof und am Webergut „Gereonsvogtei“.Rheinisch-Westfälisches Wirtschafts-Archiv (Hrsg.), Kölner Unternehmer und die Frühindustrialisierung im Rheinland und in Westfalen, 1835–1871, 1984, S. 153

Johann Peter Weyer, Bankier Abraham Schaaffhausen, Konrad Josef Stroof,Stroof betrieb in der Hohe Pforte 11 eine Weinhandlung Emil Pfeifer und Paul Joseph Hagen bildeten eine lose Interessengemeinschaft, die im Volksmund „Weiße Brigade“ genannt wurde.Johann Peter Weyer, Kölner Alterthümer, Band 1, 1993, S. 11

Einzelnachweise

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