Der Hauptmann von Muffrika – Eine mörderische Köpenickade ist ein deutscher Dokumentarfilm.
Inhalt Die Schwarzweißfilmdokumentation erzählt anhand von Fotos, Filmaufnahmen und Aussagen von direkt und indirekt Beteiligten die Taten des in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges als falscher Hauptmann durch das Emsland marodierenden Kriegsverbrechers Willi Herold, der eigentlich Gefreiter war und an der Nordwestfront im April 1945 seine Truppe verlor und durch Zufall in den Besitz einer Uniform und Kriegsauszeichnungen kam.
Handlung [Einleitung:] Willi Herold, mit 19 fing sein Leben an, mit 20tatsächlich war Herold bereits 21 Jahre alt, als er mit dem Fallbeil hingerichtet wurde. war er tot. Eine Geschichte aus den letzten Kriegstagen im Emsland.
Der Staatsanwalt Colonel H. Brown, der die Anklage gegen Herold und 13 Mitangeklagte leitete, erzählt zu Beginn, dass er sehr überrascht war, diesen „unschuldigen, jungenhaften, heiteren, wachen, intelligenten, sehr ansehnlichen jungen Mann“ vor ihm stehen zu sehen, nach all den Taten, die er von ihm gelesen hat und dass er es bedauert, dass Herolds Leben endete, als er gerade erst 20 war: „Welch' glänzende Zukunft hätte er haben können, wenn er nicht getan hätte, was er getan hat?“ab min. 02:08.
Mehrere Häftlinge berichten im weiteren Verlauf der Dokumentation über Herolds Schreckensregime im Lager II der insgesamt 15 Emslandlager, dem Strafgefangenenlager Aschendorfermoor:
Personen aus Papenburg, darunter der Bürgermeister von 1933 bis 1945, und der Stadt Leer erzählen ihre Erlebnisse, die sie mit Herold und seiner Truppe hatten, nachdem diese das durch einen britischen Luftangriff zerstörte Emslandlager verlassen haben; darunter zwei Frauen, die mehrere Tage Gefangene der Truppe in einem Gasthaus in Leer waren, das als Truppenquartier diente.
Zum Schluss kommt nochmal Staatsanwalt Colonel H. Brown zu Wort, der erzählt, wie Herold, der viel jünger war als die anderen Mitangeklagten, im Gerichtssaal auftrat, nämlich als Star des Prozesses, worüber er sich bewusst gewesen sei und worin er sich sehr gefiel. Er sah immer aus, wie aus dem Ei gepellt, erzählt Brown, sein volles Haar lag tadellos, er pflegte im Gerichtssaal herumzuschauen und die Leute anzulächeln, selbst ihn, den Staatsanwalt, der die Anklage leitete. Mit seinen 19 Jahren als Führer der Bande war er ein äußerst bemerkenswerter junger Mann, erzählt Brown und meint, dass es sehr traurig sei, dass sein Leben so enden musste, auch wenn er allein dafür verantwortlich sei.ab min. 64:34
Anmerkung
Hintergrund Als „Muffrika“ bezeichnet(e) man scherzhaft das Emsland, das weit abgelegen, unerschlossen, sehr arm und voller Moore war.ab min. 08:36 Der Untertitel „Eine mörderische Köpenickade“ bezieht sich auf die wahre Geschichte des sogenannten Hauptmanns von Köpenick. „Alle Zeugen waren von ihm beeindruckt: Er sah gut aus und machte keinen halbkriminellen Eindruck“, erinnert sich der Regisseur und Drehbuchautor Paul Meyer, der akribisch Polizei- und Gerichtsakten sichtete, Häftlinge, Wachleute und Zeitzeugen interviewte sowie niederländische und britische Stellen aufsuchte. Filmförderung gaben die Länder Hamburg und Niedersachsen. Produziert von der Paul Meyer Filmproduktion, Freiburg, im Jahr 1996. Filmarchive: Schmeding (Ostersander), Wagener (Papenburg), Bundesarchiv (Koblenz), Chronos-Film, (Klein-Machnow), Moormuseum (Hesepe), Imperial War Museum (London), Sikorski Museum (London) Fotoarchive: Busemann (Dörpen) Eiken (Neusustrum); Pantcheff (Alderney), Finke (Bremen), Wagener (Papenburg), DIZ (Papenburg), Sikorski Museum (London) Erstausstrahlung: 14. Dezember 1997 auf 3sat DVD-Veröffentlichung: 24. April 2005, ISBN 978-3-89848-030-7. Die DVD-Veröffentlichung trug mit „Eine Geschichte aus den letzten Kriegstagen im Emsland“ einen anderen Untertitel.
Filmmusik Komm, Zigány, komm, Zigány, spiel mir was vor aus der Operette Gräfin Mariza, gesungen von Nicolai Gedda, das insgesamt dreimal vorkommt und die einzige Filmmusik in der Dokumentation ist, die Gesang beinhaltet. Daneben werden Einspieler aus Klaviermusik, Windgeräuschen oder Drehorgel eingesetzt, darunter: Vexare: On The Near Horizon Charles Rosen: Variations For Piano, Op. 27: I.
Trivia Herolds Personal-Beschreibung wird gezeigt, aus der hervorgeht, dass Augenbrauen: dunkel, Augen: blau, Nase: mittel, Mund klein und Zähne: lückenhaft waren.ab min. 01:34.
Auszeichnungen 1998: Grimme-Preis Filmprädikat: besonders wertvoll
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Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 1997 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Film