mini|Kriegerdenkmal 1914/1918 Hohne ist eine politische Gemeinde der Samtgemeinde Lachendorf im Landkreis Celle, Niedersachsen, und umfasst die ehemaligen Gemeinden Hohne, Helmerkamp und Spechtshorn.

Geografie Hohne liegt an der Wiehe, einem rechten Nebenfluss des Schwarzwassers, das bei Schwachhausen in die Aller fließt.

Geschichte Der Arbeitskreis Hohner Dorfgeschichte hat bis 2009 eine in der Samtgemeinde erscheinenden Monographien der Einzeldörfer erarbeitet (Band I bis III). Er hat als früheste Erwähnung des Ortes gefunden: Bere de Hone erhielt am Himmelfahrtstag 1313 das ererbte Lehen eines Hofes zu Hohne vom Kloster St. Aegidien in Braunschweig wieder verlehnt.Vgl. Dieter Brosius: Urkundenbuch der Stadt Celle. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Lüneburger Urkundenbuch, Abt. 17, Hannover 1996, S. 8. Dieses Kloster stiftete 1115 Gertrud von Braunschweig, Markgräfin von Meißen, letzte Erbin der Brunonen.

Die Familie de Hone wird auch schon in einem Anhang aus der Zeit um 1206 an der Schenkung an die Mindener Kirche aus dem Jahre 1185 genannt (Adel digital: 1206 letzte Nennung der Mutter, ihr Ehemann Reinbert de Riclinge verstarb am 21. Oktober 1171?):

In der Aufstellung des Erbes der Töchter der Edelfrau Mechthild von Ricklingen, Mechthild und Jutta heißt es für Jutta:

„Und folgende Dienstleute mit Gütern wurden zugeteilt: ..., Thangmar von Hone und seine Brüder mit sechs Hufen ...“Vgl. Annette von Boetticher, Klaus Fesche: Die Urkunden des Neustädter Landes. Bd. 1, Bielefeld 2002, S. 70–75.

Da damals das sächsische Erbrecht galt (Sachsenspiegel), kann die Mutter Mechthild von Ricklingen das Gut Hohne nicht von ihrem Ehemann geerbt haben, es war ihr Familienbesitz. Denn auch ein vorverstorbener Sohn ist nicht bekannt.

Ein Verzeichnis der zum Schloss Celle gehörenden Hebungen aus den letzten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts nennt die Schatzpflichtigen aus dem Kerspel to hone.Hans Sudendorf: Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande. Sechster Teil: vom Jahre 1382 bis zum Jahre 1389. Hannover 1867, S. 55.

1636 brannte das Dorf Hohne während der Einquartierung von zwei kaiserlichen Reiterregimentern fast vollständig ab, wurde jedoch innerhalb zweier folgender Jahre wieder aufgebaut.Matthias Blazek: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900. Adelheidsdorf 2006, S. 95, ISBN 978-3-00-019837-3. 1858 hatte das Pfarrdorf Hohne nach Franz Heinrich Ungewitter 420 Einwohner.Franz Heinrich Ungewitter: Neueste Erdbeschreibung und Staatenkunde, oder geographisch-statistisch-historisches Handbuch, in zwei Bänden. Erster Band, vierte vermehrte und verbesserte Auflage, Dresden 1858, S. 415.

Eingemeindungen Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Helmerkamp und Spechtshorn eingegliedert.

Religion Die Mehrzahl der Einwohner von Hohne ist evangelisch-lutherisch und gehört der Himmelfahrtskirchengemeinde an. Zum Kirchspiel Hohne zählen außerdem die Dörfer Helmerkamp, Hahnenhorn, Spechtshorn, Pollhöfen und Ummern.

Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Hohne setzt sich aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:Ergebnis Kommunalwahl 2021

Die letzten Kommunalwahlen ergaben die folgenden Sitzverteilungen: Wahljahr WGH CDU SPD FDP Gesamt 2021 5 3 3 - 11 Sitze 2016Ergebnis Kommunalwahl 2016 4 4 3 - 11 Sitze 2011 - 3 6 2 11 Sitze 2006 - 4 5 2 11 Sitze 2001 - 4 5 2 11 Sitze

Bürgermeister Bürgermeister ist Jörn Künzle (WGH).

Wappen Geteilt, oben in Gold ein laufender schwarzer Birkhahn mit rotem Kamm, unten in Grün ein goldener Handpflug mit silberner Schar und silbernem Vorschneider.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Rittergut Hohnemini|Himmelfahrtskirche, Straßenansicht Turmhügelburg/Rittergut: Nördlich von Hohne, am Glindmoor, befinden sich auf einem Feld des Ritterguts Hohne überpflügte Erdreste einer Turmhügelburg. Es handelte sich vermutlich um einen Erdhügel, auf dem ursprünglich ein (hölzerner) Turm stand. Man fand bisher nur Holzreste. Diese Anlagen waren vom 9. bis zum 10. Jh., teilweise noch bis Anfang des 13. Jh., errichtet worden, vermutlich eine von Beedenbostel ausgehenden Befestigungsanlage. Es kann nur vermutet werden, dass die Turmhügelburg (vielleicht zusammen mit dem festen Turm in Beedenbostel) oder zeitgleich mit der Mundburg vor 995 errichtet wurde.

Das heutige Gutshaus aus dem 18. Jh. steht teilweise auf den Mauern des alten Schlosses, das der junge Gifhorner Raubritter Hendrik von Veltheim am 11. Juli 1372 im Zuge der Lüneburger Erbfolge-Auseinandersetzung zerstört haben soll.

Ungefähr 0,7 m unter dem heutigen Geländeniveau befinden sich noch Pflasterflächen und große Stein-Bruchstücke alter Fundamente, was vermuten lässt, dass hier ursprünglich eine kleine Burg stand. Ähnlich wie bei der Burg Heeßel bei Heeßel, bei den Burgen Depenau und Dachtmissen an der Aue im Flotwedel war das Gelände damals feuchter als heute und von Norden, vom Grethegau her, unzugänglich. Ein Teil der Gebäude wurde im 20. Jh. an andere Stellen des Gutshofes umgesetzt. Hohner Kalthaus, ein Kühlhaus, dass von der ältesten niedersächsischen Gefriergemeinschaft (Kalthausgemeinschaft Hohne von 1955) für das Dorf betrieben wird.

Bau- und Bodendenkmäler Siehe auch Liste der Baudenkmale in Hohne und Liste der Bodendenkmale in Hohne Rittergut Hohne mit Herrenhaus von 1773 und ehem. Brauereigebäude von um 1750 Neuromanische Himmelfahrtskirche (Hohne) von 1913 nach Plänen von Wilhelm Matthies, Bardowick (1867–1934). Altar, Orgel, Kanzel (17. Jh.) und Taufbecken (17. Jh.) wurden von der Vorgängerkirche übernommen. Häuslingshaus Dorfstraße 8 von um 1850

Sport TuS Hohne/Spechtshorn; wirkt u. a. im Bereich Ballspiele, Leichtathletik und Judo, speziell auch im Jugendsport. Tennisverein Hohne/Spechtshorn von 1955; spielt auf vier Tennisplätzen, die direkt am Waldbad liegen Förderverein Waldbad Hohne/Spechtshorn; betreut das Waldbad, das desgleichen vor allem dem Jugendsport dient. Der Jugendschwimmpass kann beim Ortsverein der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft erworben werden. Schießsport: Schützengilde Hohne von 1708 und die Schießgruppe Spechtshorn von 1978

Regelmäßige Veranstaltungen Die Schützengilde Hohne veranstaltet jährlich ihr Schützenfest. Der Arbeitskreis Hohner Dorfgeschichte arbeitet seit 2002 unter der Leitung von Rainer Brammer an der Dorfgeschichte. Die ersten beiden Bände wurden 2006 in der Himmelfahrtskirche vorgestellt.

Wirtschaft und Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen Frauenbeauftragte: Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Lachendorf (Angela Barkus, Rathaus Lachendorf) Freiwillige Feuerwehr Hohne, eine Stützpunktfeuerwehr mit speziellen Aufgaben im Bereich Atemschutz und Gefahrgut

Bildung Grundschule (Bereich Ahnsbeck, Helmerkamp, Hohne, Spechtshorn) Gemeindebücherei, Schulweg 1 Kindergarten Hohne vom Deutschen Rote Kreuz Landfrauenverein:

Persönlichkeiten Karl Gustav Wilhelm Baurschmidt (1806–1864), evangelischer Theologe Henry William Harms (1883–1965), evangelischer Theologe Werner Hühner (1886 in Helmerkamp; † 1966), deutscher Infanteriegeneral Joachim Linck (1940–2013), Direktor beim Thüringer Landtag, besuchte 1947–1951 die Volksschule in HelmerkampVgl. Blazek, Helmerkamp, S. 65.

Literatur Arbeitskreis Hohner Dorfgeschichte: Hohner Dorfgeschichte, Band I – Häuser und Menschen. Hohne 2006. Arbeitskreis Hohner Dorfgeschichte: Hohner Dorfgeschichte, Band II – Vereine und Verbände. Hohne 2006. Arbeitskreis Hohner Dorfgeschichte: Hohner Dorfgeschichte, Band III – Gründung und Entwicklung. Hohne 2009. Matthias Blazek: Helmerkamp – unser Dorf. Hohne 2009, . Karl-Heinrich Dralle: Spechtshorn – Beiträge zur Geschichte des Dorfes und seiner Einwohner. Hohne 1999. Ulrike Hindersmann: Hohne. In: Rittergüter der Lüneburger Landschaft. Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1680-5, S. 239–244.

Weblinks

Homepage der Gemeinde Hohne

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Celle Kategorie:Ort in der Lüneburger Heide

Kategorie:Ersterwähnung 1313