Ściborzyce Małe (deutsch Steubendorf) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde im Powiat Głubczycki der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie Das Angerdorf Ściborzyce Małe liegt 12 Kilometer nordwestlich von Głubczyce (Leobschütz) und 56 Kilometer südwestlich von Opole in der Schlesischen Tiefebene'. Westlich des Dorfes verlaufen die Schienen der stillgelegten Bahnstrecke Głubczyce–Racławice Śląskie.

Nachbarorte von Ściborzyce Małe sind im Nordwesten Pomorzowice (Pommerswitz), im Osten Kietlice (Kittelwitz), im Süden der Weiler Żabczyce (Wolfsteich) und im Westen Pomorzowiczki (Alt Wiendorf).

Geschichte mini|Dreifaltigkeitskirche mini|Bauernhaus mit Wegekapelle

Stiboricz bzw. Stiberndorf wurde erstmals im Jahre 1377 bei der Teilung des Herzogtums Troppau urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom Personennamen Ścibor ab. 1434 wurde es als Styborn, 1448 als Styborn und 1679 als Stubendorf bezeichnet.Stanisław Drzażdżyński: Die Slavischen Ortsnamen des Kreises Leobschütz. Leobschütz, 1896. S. 17 Digitalisat 1601 bis 1602 wurde im Ort eine katholische Kirche erbaut, die der örtliche Gutsbesitzer gestiftet hatte.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Steubendorf mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1766 wurde im Ort eine evangelische Kirche errichtet.

Bis 1816 gehörte Steubendorf zum Landkreis Neustadt O.S., mit dem es bis 1945 verbunden blieb. Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Steubendorf ab 1816 zum Landkreis Leobschütz. Für das Jahr 1845 sind belegt: eine katholische Kirche, eine evangelische Schule, eine katholische Schule, zwei Mühlen (Hinter- und Rampelmühle) und 118 Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 711, davon 312 Einwohner evangelisch. Zu Steubendorf gehörte die Kolonie Karlsberg.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 659. 1861 wurden 831 Einwohner, 28 Bauern, 20 Gärtner- und 44 Häuslerstellen. Die katholische Schule besuchten damals 70, die evangelische Schule 90 Schüler.Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 842 1874 wurde der Amtsbezirk Pommerswitz gebildet, dem die Landgemeinden Alt Wiendorf, Amaliengrund, Neu Wiendorf, Pommerswitz, Steubendorf, Trenkau sowie die Gutsbezirke Alt Wiendorf und Pommerswitz eingegliedert wurden.Amtsbezirk Pommerswitz

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Steubendorf 647 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und zwei für Polen. Steubendorf verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich. 1933 wurden 634 Einwohner gezählt, 1939 waren es 578. Bis 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Leobschütz.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs 1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Ściborzyce Małe umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 wurde es der Woiwodschaft Opole zugeteilt. Seit 1999 gehört es zum Powiat Głubczycki.

Sehenswürdigkeiten Unter Denkmalschutz steht:

Die römisch-katholische mit dem Patrozinium der Heilige Dreifaltigkeit () wurde 1601–1602 erbaut und vom damaligen Gutsbesitzer von Cetschaw(?) gestiftet. 1862 wurde der Kirchenbau erweitert. Seit 1968 steht der Kirchenbau unter Denkmalschutz.Denkmäler Woiwodschaft Opole S. 27 (poln.) Außerdem gibt es: Friedhof mit erhaltenen deutschen Grabmälern Kapelle Heiligstes Herz Jesu Steinerne Wegekapelle Statue des hl. Florian

Söhne und Töchter des Ortes Max Filke (1855–1911), Kirchenmusiker und Komponist

Literatur Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 757. Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz 1914–1946. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1990. ISBN 3-87595-277-4

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Gmina Głubczyce) Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole Kategorie:Ort in Schlesien Kategorie:Angerdorf Kategorie:Ersterwähnung 1377