mini|hochkant|Margaret Harkness. Aus The Queen. The Ladies Newspaper and Court Chronicle (Mai 1890) Margaret Elise Harkness (Pseudonym John Law; geboren am 28. Februar 1854 in Upton-upon-Severn (Hanley Castle);Beate Kaspar, S. 5, Fußnote 7. gestorben am 10. Dezember 1923 in FlorenzA city girl. A realistic story. Ed. by Tabitha Sparks. Broadview Press, Peterborough, Ontario, Canada 2017, S. 33.) war eine britische Journalistin und Schriftstellerin.

Leben Margaret Harkness war das zweite von fünf Kindern des anglikanischen Geistlichen Robert Harkness (1827–1886) und ihrer Mutter Elizabeth Bolton Toswill, geb. Seddon (1824–1916).

1875 wurde Harkness zum Abschluss ihrer Schulausbildung auf das „Stirling House“ in Bournemouth geschickt. Hier lernte sie ihre Cousine zweiten Grades Beatrice Webb kennen; es sind 21 Briefe an Beatrice überliefert. 1877 begann sie ihre Krankenschwesternausbildung am Westminster Hospital in London. 1878 war sie als Gehilfin am Guy’s Hospital in London tätig. 1880 erhielt sie einen Leserpass für den Lesesaal des British Museums. Hier lernte sie u. a. Eleanor Marx und Olive Schreiner kennen. 1881 veröffentlichte sie vermutlich ihren ersten Aufsatz in der Zeitschrift The Nineteenth Century („Women as Civil Servants“). 1882 begann sie im Britischen Museum Vorträge zur Geschichte Assyriens zu halten und 1884 reiste sie nach Berlin um ihr Deutsch zu verbessern. Im selben Jahr wurde sie von Kapitän David Lei eingeladen in der Heilsarmee zu arbeiten. Als ihr Vater 1886 starb, nahm sie das Pseudonym John Law für alle weiteren Veröffentlichungen an. Law war der Mädchenname ihrer Mutter.Für die Wahl ihres Pseudonyms ist auch die Widmung in ihrem Roman Out of work zu beachten. Im Frühjahr 1888 erschien ihr erster und bekanntester Roman A City girl, der bis heute ihr meist genanntes Werk ist.

Harkness unterstützte 1885 James Keir Hardie bei seiner ersten und erfolglosen Kandidatur als unabhängiger Labour-Kandidat für den Wahlkreis Mid Lanark für einen Unterhaussitz.House of Commons Sie überbrachte einen illegalen ScheckIhr Bekenntnis in einem Leserbrief von ihr in der Zeitung North British Daily Mail vom 28. Juni 1888, S. 2. (Abgedruckt bei Beate Kaspar, S. 20.) an Hardie (sogenannter Tory Gold Skandal)Peter Wittig: Der englische Weg zum Sozialismus. Duncker & Humblot, Berlin 1982, S. 124. Anfang Januar 1888 schloss sich Harkness einer Gruppe um Henry Hyde Champion an, die innerhalb der Social Democratic Federation (SDF) tätig war. Sie verließ die Partei nach ein paar Monaten noch im selben Jahr.Leserbrief von ihr in: The Star. Nr. 522 vom 25. September 1889, S. 4. (Abgedruckt bei Beate Kaspar, S. 20.)

1889 unterstützt sie den Streik der HafenarbeiterLondon Dockworkers’ Strike, 14 August–16 September und versucht Kardinal Manning zur Unterstützung zu gewinnen.

1892 besuchte sie zusammen mit Tom Mann und George Bernard Shaw die Hadleigh Farm, eine Arbeitskolonie der Heilsarmee.Margaret Harkness: Writing social engagement 1880–1921.

1893 erschien im Labour Elector ihre Erzählung Connie, deren Abdruck unvollständig blieb, weil die Zeitung ihr Erscheinen einstellte. Sie lebte in Australien in der Stadt Coolgardie. 1895 lehnte sie einen Heiratsantrag von H. H. Champion ab. 1897 veröffentlichte sie A Coolgardie Novel in der Western Mail. 1903 ging sie nach Perth und begann regelmäßige Korrespondentenberichte in der Zeitschrift West Australian zu schreiben. 1905 reiste sie über London nach Indien als Auslandskorrespondentin der Zeitung West Australian.

1916 verstarb ihre Mutter, die in ihren letzten Monaten von ihrer Tochter gepflegt worden war.

Am 10. Dezember 1923 starb Margaret Harkness in Florenz.

A city girl und Friedrich Engels Harkness beauftragte ihren Verleger Henry Vizetelly vor dem 12. Januar 1888 ein Exemplar ihres Romans A city girl an Friedrich Engels zu übersenden.„I thank you very much for sending me your “City Girl” through Messrs Vizetelly.“ (Engels an Harkness vor dem 5. April 1888) Engels, der auch mit ihrem ÜbersetzerWilhelm Eichhoff an Engels 12. Januar und 3. März 1888. (Heinrich Gemkow: Nachwort. In: Wilhelm Eichhoff: Die Internationale Arbeiterassociation. Ihre Gründung, Organisation, politisch-sociale Thätigkeit und Ausbreitung. Originalgetreue Reproduktion der Ausgabe von 1868. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 36). Wilhelm Eichhoff über sie korrespondierte,„Es ist wirklich, wie mein Freund Eichhoff, Ihr Ubersetzer, es nennt, ein kleines Kunstwerk; er fügt hinzu - was für Sie eine Genugtuung sein wird, daß infolgedessen seine Ubersetzung nahezu wörtlich sein muß, da jede Auslassung oder versuchte Änderung den Wert des Originals nur beeinträchtigen könnte.“ (Marx-Enels-Werke. Band 37, S. 42); Eichhoff an Engels 18. März und 2. Juni 1888. (Heinrich Gemkow: Nachwort. In: Wilhelm Eichhoff: Die Internationale Arbeiterassociation. Ihre Gründung, Organisation, politisch-sociale Thätigkeit und Ausbreitung. Originalgetreue Reproduktion der Ausgabe von 1868. Dietz Verlag, Berlin 1964, S. 36). (). schrieb ihr einen ausführlichen Brief und übersandte ihr ein Exemplar seines Werks Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats.Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats. 2. Auflage. J. H. W. Dietz, Stuttgart 1886 (). Harkness bedankte sich bei Engels am 5. April 1888 für das Buch und seinen Brief.„Thank you very much for your letter; and for your book. The book I have read already, and I shall read it again now with even greater interest than before.“ (Harkness an Engels 5. April 1888) Eleanor Marx und Edward Aveling gründeten am 27. Dezember 1885Siegfried Bünger: Friedrich Engels und die britische sozialistische Bewegung 1881–1895. Rütten & Loening, Berlin 1962, S. 75 f. (=Schriftenreihe des Institut für allgemeine Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Hrsg. von Gerhard Schilfert. Band 6) zusammen mit William Morris und Ernest Belfort Bax und anderen die Socialist League. In der Literatur über Harkness wird sie für das Jahr 1889 versehentlich der Social Democratic Federation zugeordnet und behauptet, dass sie nicht an mehr Engels und Eleanor Marx geschrieben hätte.Eva Weissweiler: Tussy Marx. Das Drama der Vatertochter. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, S. 273. ISBN 3-462-03139-2

Engels an Laura Lafargue 28. Juni 1889: „Was Euren KongreßII. Internationale. angeht, so ersehe ich aus Deinem Brief an Maggie Harkness, daß man beabsichtigt die Sitzungen über administrative Angelegenheiten nicht öffentlich abzuhalten.“ […] „Aber vielleicht hat erCarl Schorlemmer. an Dich geschrieben; er hatte M.Harkness gesagt, er beabsichtige, auf dem Kongreß in Paris zu sein.“Marx-Engels-Werke. Band 37, S. 240 und 242.

Engels an Laura Lafargue 16. November 1889: „Wir haben mit Miss Harkness eine neue Mutter Schack bekommen. Doch dieses Mal haben wir sie festgenagelt, und sie wird merken, mit wem sie es zu tun hat.“Marx-Engels-Werke. Band 37, S. 319.

Werke

mini|hochkant|Henry Vizetelly, der Verleger von „A city girl“. Fotografie 1863 (National Portrait Gallery)

Margaret E. Harkness: Women as Civil Servants. In: Nineteenth Century, September 1881, S. 369–381 (google.de). Assyrian life and history by M. E. Harkness. With introduction by R. Stuart Poole. The Religious Tract Society, London . (= By-paths of bible knowledge II) . Egyptian life and history according to the monuments by M. E. Harkness. The Religious Tract Society, London 1884.(= By-paths of bible knowledge IV) (babel.hathitrust.org) A city girl. A realistic story by John Law. Vizetelly & Co., London 1887. archiv.ub.uni-marburg.de (erste Ausgabe).Dedicated to Andor, Count Szechenyi A city girl. A realistic story by John Law. Second Edition. Author's Co-operative Publishing Company, London 1891 (). A city girl. A realistic story. Ed. by Tabitha Sparks. Broadview Press, Peterborough, Ontario, Canada 2017 (books.google.de). Tempted London. Young Men. Hodder & Stoughton, London 1888. (Nachdruck aus The British Weekly, Oktober 1887 bis 20. April 1888). Out of work. A novel by John Law. Swan SonnenscheinWilliam Swan Sonnenschein (1855–1931), britischer Verlager.London 1888., London 1888.Dedicated to John Law of Lauriston (S. VII Fußnote) Out of work. by John Law. (Margaret Harkness). Introduction by Bernadette Kirwan. Merlin Press, London 1990 (). Toilers in London, or, Inquiries concerning female labour in the metropolis being the second part of „Tempted London“ by the „British Weekly“ commissioners ; edited by the author of „Out of work“ etc. Hodder and Stoughton, London 1889 (Nachdruck von: The British Weekly, 27. April 1888 bis-28. December 1888). A Manchester shirtmaker. A realistic story of to-day by John Law. Author's Co-operative Publishing Company, London Captain Lobe. A story of the Salvation Army. Hodder and Stoughton, London 1889 (books.google.de – Widmung: ). In darkest London. A new and popular edition of „Captain Lobe. A story of the Salvation Arm“y. With an introduction by William Booth. William Reeves, London 1891. (= The Bellamy Library 8) In darkest London. Black Apollo Press, Cambridge 2003. google John Law: A Year of My Life. In: New Review, October 1891, S. 375–384. John Law: Imperial Credit. Vardon an Pritchard, Adelaide 1899. John Law: George Eastmont. Wanderer. Burns & Oates, London 1905. John Law: Glimses of Hidden India. Thacker, Spink & Co., Calcutta and Simla 1909. John Law: Indian Snapshots. A Bird's-Eye View of India from the Days of the Saib Company to the Present Time. 3rd ed. of „Glimpses of Hidden India“. Thacker, Spink & Co., Calcutta and Simla 1912. John Law: Modern Hyderabad. Thacker, Spink & Co., Calcutta and Simla 1914. John Law: The Horoscope. W. Thacker & Co., London 1915. John Law: A Curate's Promise. A story of three weeks (September 14 - October 5, 1917). With an introduction by Bramwell Booth. Ĥodder & Stoughton, London, 1921.

Literatur [Rezension zu City Girl]: The Athenaeum vom 30. April 1887, S. 573. [Rezension zu City Girl]: The Academy and literature vom 14. Mai 1887, S. 340. J. Law's Captain Lobe. In: The Academy and literature. Academy Publishing Co., London 35. Jg. 1889, Jan./June, S. 319 ff. J. Law's. A Manchester Shirtmaker. In: The Academy and literature. Academy Publishing Co., London 37 Jg. 1890. Jan./June, S. 148. Margaret Harkness. In: Allibone's Critical Dictionary of English Literature and British and American Authors. Suppl. vol. 2. Philadelphia 1891, S. 767 und 978. Margaret Harkness. In: A.T.C. Pratts: People of the Period, being a collection of upwards of six thousand living celebrities. London 1897, S. 496, Ein unveröffentlichter Brief Friedrich Engels über Balzac. In: Die Linkskurve. 4. Jg. Nr. 3. März 1932. S. 11–14 (Erstveröffentlichung gekürzt. Der Brief muss vor dem 5. April 1888 geschrieben sein). Georg Lukazs: Tendenz oder Parteilichkeit. In: Die Linkskurve. 4. Jg. Nr. 6. Juni 1932, S. 13–21. Beate Kaspar, Joyce Belamy: Margaret Harkness. In: The Dictionary of NationalLabour Biography. Macmillan, London 1972. Werner G. Urlaub: Der spätviktorianische Sozialroman von 1880 bis 1890. Walter Besant, George Gissing, Margaret Harkness und Constance Howell. Bouvier, Bonn 1977. ISBN 3-416-01284-4. (=Abhandlungen zur Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft 224) John Goode: Margaret Harkness and the socialist novel. In: H. Gustav Klaus (Hrsg.): The Socialist novel in Britain towards the recovery of a tradition. St. Martin's Press, New York 1982. ISBN 0-312-73775-0. Beate Kaspar: Margaret Harkness. „A city girl“. Eine literaturwissenschaftliche Untersuchung zum naturalistischen Roman des Spätviktorianismus. Niemeyer, Tübingen 1984. (=Studien zur englischen Philologie. Neue Folge 23) Harkness, Margaret. In: John Sutherland: The Stanford companion to Victorian fiction. Stanford University Press, Stanford, Calif. 1989, S. 279 (books.google.de).