Die TSG Balingen Fußball ist ein Fußballverein aus der Stadt Balingen in Baden-Württemberg. Er entstand 2020 durch Ausgliederung der Fußballabteilung der TSG Balingen. Die erste Mannschaft der TSG spielte in der Saison 2025/26 in der Regionalliga Südwest.
Geschichte Ära der Vereinsgründung (ab 1907) Im Gasthaus Adler wurde 1907 durch die Gründerväter Hofmann, Rentschler, Sonnenkalb und Hugo Schäfer eine Spielergemeinschaft gegründet. Einen festen Spielplatz gab damals nicht, die Mannschaft bestand nur aus sechs Personen. 1909 spielte man gegen Ebingen, Tailfingen und Hechingen – damit begann der Wettspielbetrieb. Etliche auswärtige Akteure waren nun in der Mannschaft. mini|Die „Schwarze Elf“ (1922) Während des Ersten Weltkrieges kam der Spielbetrieb zum Erliegen. Im Jahr 1919 fand erneut im Gasthaus „Adler“ eine erste offizielle Versammlung statt. Als treibende Kraft wird Gründervater Hugo Schäfer gezählt. Zu den weiteren bedeutenden Personen der Vereinsgeschichte nach dem Ersten Weltkrieg zählen August Erhardt, Eugen Christ und Albert Haug. Neben dem Ehrenamt waren diese auch in der Mannschaft tätig.
Nachdem auf dem Heuberg und Stettberg gespielt wurde, fand man auf dem Gelände der heutigen Firma Josef Mehrer eine erste Spielstätte. Dort wurden Tore aufgebaut, das 6er-System wurde ins heute übliche 11er-System geändert. Im Volksmund bekam die Staffel den Namen „Schwarze Elf“.
mini|Mannschaft in Trikots der TG Balingen (1925) mini|Fotografie der Mannschaft im Winter (1931) mini|Mannschaftsbild des VfR 07 Balingen (1932) Ab 1920 war die Fußballmannschaft keine Spielergemeinschaft mehr, sondern als Fußballabteilung in der TG Balingen (Vorläufer der TSG Balingen) organisiert. Im Jahr 1923 kam es jedoch zu großem Streit zwischen Deutscher Turnerschaft und dem Sportverband, wodurch die Fußballer sich aus der TG Balingen lösten und einen eigenen Verein gründeten; den VfR 07 Balingen. Der VfR erringt die Bezirksmeisterschaft im „Roßberggau“. In der Gaumeisterschaft gab es eine 2:3-Niederlage gegen Wendlingen. Ein Spieler des „Wendlingen-Spiels“ war Ernst Junginger, der später noch eine wichtige Funktion in der Fusionsfrage zwischen dem VfR und dem TG Balingen übernehmen wird.
Die Eigenständigkeit als VfR 07 Balingen währt nicht lange. Schon 1933 schlossen sich der VfR und der TG Balingen wieder zusammen. Dies ist auf jahrelanger innerer Festigung, sehr guter Jugendarbeit, einer starken 1. Mannschaft und politischen Verhältnissen zurückzuführen. Treibende Kraft dieser Fusion war Ernst Junginger.
Ära nach dem Zweiten Weltkrieg (ab 1945) Aufgrund des Zweiten Weltkrieges kam der Spielbetrieb zum Stillstand. Im Jahr 1945 nahm man den Spielbetrieb wieder auf – als Fußballabteilung der TG Balingen. Die Funktionäre Junginger, Flatt und Wurm sorgten für ein langsames Ingangkommen des Spielbetriebes. Im August 1945 fanden die ersten Freundschaftsspiele statt, Ende des Jahres waren es schon die ersten Verbandsspiele, die das Balinger Fußballleben in die Gänge setzen.
Im Jahr 1948 bekam die Fußballabteilung der TG Balingen einen neuen Trainer, Erich Koch, der schon den VfB Stuttgart trainierte. Die Fußballabteilung ist ungeschlagen, gewinnt die Meisterschaft der A-Klasse und steigt in die Landesliga Nord auf. Diese wurde später in II. Amateurliga Nord bzw. II. Amateurliga Gruppe IV geändert. Zwischen 1948 und 1950 firmierte der Verein als SV Balingen. Der SV Balingen stieg 1948 in die Landesliga Südwürttemberg auf. Dies war damals die höchste Amateurspielklasse direkt unter der Oberliga Südwest. In der Spielzeit 1948/49 belegte der SV Platz 9 der Gruppe Nord, in der Saison 1949/50 erreichte er Platz 10.
Im Rahmen der Strukturreform wurde der Verein 1950 in die 2. Amateurliga Württemberg eingereiht und trägt seit der Spielzeit 1950/51 den Namen TSG Balingen. Im Jahr 1955 fand die 700-Jahr-Feier der Stadt Balingen statt. Im Rahmen der Stadtfeier spielte eine Städtemannschaft Balingen/Tailfingen gegen den damaligen DFB-Pokalsieger Karlsruher SC ein Freundschaftsspiel. Die Resonanz für das Spiel war hoch, die Niederlage mit 0:8 ebenfalls. Im Jahr 1957 feierte man Jubiläum. 50 Jahre war die Geburtsstunde im „Adler“ nun her, was mit Freundschaftsspielen, einem Festabend sowie einem Bunten Abend gefeiert wurde. 1958 spielte man gegen die Young Boys Bern, den damaligen Schweizer Meister. Man verlor knapp mit 3:4.
1963 folgte der Abstieg der TSG Balingen aus der II. Amateurliga, zu der man 13 Jahre lang gehörte. In Erinnerung geblieben sind die Lokalderbys gegen den FC Hechingen oder gegen den FC Tailfingen. Unter Vorstand Franz Maurer und Trainer Lehmann stieg man 1964 wieder in die II. Amateurliga auf. Als Entscheidungsspiel für den Aufstieg wird das letzte Saisonspiel gegen den FC Grosselfingen gewertet.
Im Jahr 1975 fand ein Freundschaftsspiel gegen den Olympique Marseille statt, das man 2:5 verlor. 1977 stieg man nach erneuter 13-jähriger Ligazugehörigkeit der II. Amateurliga ab. Zum 70-jährigen Jubiläum spielte die TSG Balingen gegen die Grashoppers Zürich, mit Günter Netzer in der Zürich-Elf. Im Jahr 1981 trug die TSG Balingen ein Benefizspiel zwischen dem VfB Stuttgart und einer Bundeswehrauswahl aus. 1982 feierte man das 75-jährige Jubiläum. Die TSG Balingen spielte gegen eine Prominentenauswahl (u. a. Horst Eckel, Georg Schwarzenbeck, Helmut Haller, Wolfgang Weber, Buffy Ettmayer, Jürgen Grabowski).
Viele Jahre lang wollte die TSG Balingen einen Aufstieg in die Landesliga erreichen. Dies gelang jedoch nicht, sie stieg 1990 sogar in die Kreisliga A ab. 1993 gelang der Wiederaufstieg in die Bezirksliga. 1994 erfüllt sich der jahrelange Versuch des Aufstieges in die Landesliga (ehemalige II. Amateurliga) mit Trainer „Kalle“ Weißenbach. Den Bezirkspokal gewann die TSG Balingen zudem auch.tsg-fussball.de, abgerufen am 3. Juni 2022 mini|Spielerpass des Ehrenvorsitzenden Günter Kraut (1970) Aufstieg in die Verbandsliga und Tod von Günter Kraut 1995 erreichte die TSG den dritten Aufstieg in Folge in die Verbandsliga Württemberg. Gefeiert wird der Aufstieg mit einem Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Die TSG muss sich auf Neues einstellen: der neue Vorstand Bernhard Glietsch kommt, der langjährige Ehrenvorsitzende Günter Kraut verstirbt plötzlich. Über den Tod von Günter Kraut wurde überregional berichtet. So berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrem Wirtschaftsressort:Günter Kraut, genios.de, abgerufen am 17. Juli 2022.F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4. Juli 1995, Wirtschaftsressort, S. 12
Mit großen Anstrengungen kann im zweiten Jahr, 1996, der Abstieg aus der Verbandsliga verhindert werden. Im selben Jahr wird erstmals der Juniorenwettbewerb „uhlsport-Cup“ ausgerichtet, mehr als 100 Mannschaften nehmen teil. Zum 90-jährigen Jubiläum spielt die TSG Balingen gegen den VfB Stuttgart. 1998 wird der Verein von Ex-Profi Frank Elser trainiert, durch den man während der Saison sehr erfolgreich, schlussendlich jedoch nur Achter wurde.
Die zweite Mannschaft steigt erstmals im Jahr 2000 in die Bezirksliga auf. Im Jahr 2001 erreichte die erste Mannschaft ihre Bestplatzierung: der 3. Platz in der Verbandsliga. Im Jahr 2002 stellte die TSG Balingen mit 49 Punkten eine neue Rekordpunktzahl in der Verbandsliga auf. Im Jahr 2005 wurde mit der Vizemeisterschaft innerhalb der Verbandsliga der größte Erfolg aufgestellt. Erstmals konnte damit an Relegationsspielen in die Oberliga teilgenommen werden, denen die TSG Balingen knapp unterlag. Im selben Jahr wurden die C-Junioren der TSG Balingen Meister der höchsten Jugendliga. Im Halbfinale um die württembergische Meisterschaft unterlagen die C-Junioren dem VfB Stuttgart. Im Jahr 2006 wurde die TSG Balingen nochmals Vizemeister der Verbandsliga, konnte die Relegationsspiele jedoch nicht für sich entscheiden.
Im Jahr 2008 wurde die TSG Balingen Meister der Verbandsliga Württemberg und stieg erstmals in die Oberliga Baden-Württemberg auf. In der ersten Saison belegte die TSG Balingen den dritten Platz, was als „eindrucksvoll“ beschrieben wurde. In der zweiten Saison hatten die Spieler der TSG-Mannschaft zahlreiche Verletzungen, man erreichte Platz 10, was wegen der Verletzungen als Erfolg betrachtet wurde. 2015 wird das Halbfinale des WFV-Pokals erreicht. Jan Ferdinand wird im selben Jahr erster Nationalspieler des Vereins – als Teil der DFB-U18. 2017 erreicht die TSG Balingen nochmals das Halbfinale des WFV-Pokals.
Die zweite Mannschaft wurde 2008 Bezirkspokalsieger. 2009 steigt die B-Jugend in die Verbandsstaffel auf, die C-Jugend in die Oberliga (stieg 2010 ab). Im Jahr 2010 steigt die A-Jugend in die Verbandsstaffel auf. 2011 steigt die zweite Mannschaft zum ersten Mal in die Verbandsliga auf. 2012 steigt die U17 und die U19 in die Oberliga auf. 2013 wird die U19 baden-württembergischer Meister und hätte damit in die Bundesliga aufsteigen können. Die TSG Balingen verzichtete jedoch aus sportlichen Gründen auf den Aufstieg. 2015 steigt die zweite Mannschaft in die Verbandsliga auf und gewinnt den „Erdinger Meister-Cup“. 2016 gewinnt die U19 den WFV-Pokal, die zweite Mannschaft steigt von der Verbandsliga ab.
In Balingen war man vom Hochwasser im Jahr 2013 betroffen, so hat das Hochwasser einen Großteil des Inventars des Au-Stadions vernichtet. Es entstand ein Schaden von 65.000 Euro.
2018 wurde die TSG Balingen Meister der Oberliga Baden-Württemberg und steigt in die Regionalliga Südwest auf. In der ersten Saison erreichte die TSG Balingen 41 Punkte. Nur zwei von 17 Heimspielen wurden verloren. Zudem wurde mit durchschnittlich 1600 Zuschauern pro Heimspiel ein neuer Besucherrekord aufgestellt. In der folgenden Saison gab es für die TSG Balingen nur drei Siege. Die Balinger Fußballer waren damit auf einem Abstiegsplatz.
In der Saison 2018/19 belegte die TSG den 11. Platz. In der darauffolgenden Saison 2019/20 übernahm im Januar 2020 Martin Braun das Traineramt. Die Saison wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie vorzeitig für beendet erklärt, der Verein belegte Platz 17 in der Abschlusstabelle, auf Absteiger wurde angesichts der besonderen Umstände verzichtet.
Ära als TSG Balingen Fußball e. V. (ab 2020) mini|DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart 2023 im Stadion an der Kreuzeiche in Reutlingen Im September 2020 wurde die Fußballabteilung der TSG Balingen von dem Stammverein abgespalten. Durch die Abspaltung entstand der Fußballverein TSG Balingen Fußball e. V.Zollern-Alb-Kurier: Einstimmig für die Abspaltung: Die Fußballer der TSG Balingen verlassen den Hauptverein, Artikel vom 20. September 2020
Seit 2021 besteht im Jugendbereich eine Kooperation mit dem VfB Stuttgart.NLZ baut Kooperationen aus, in vfb.de Weitere Partnervereine der TSG Balingen Fußball sind der SV Dotternhausen, der SV Heselwangen sowie der FC Stetten/Salmendingen.Neuer Partnerverein, instagram.com, abgerufen am 23. Mai 2022 Mit der Gartenschau Balingen 2023 bestand ebenfalls eine Kooperation.Gartenschau kooperiert mit TSG Fußball, in rtf1.de, abgerufen am 23. Mai 2022
Die TSG gewann in der Saison 2022/23 erstmals den WFV-Pokal durch einen Finalsieg über Stuttgarter Kickers mit 5:4 nach Elfmeterschießen und qualifizierte sich damit für die erste Runde des DFB-Pokals 2023/24. Das Erstrundenspiel gegen den VfB Stuttgart fand im Stadion an der Kreuzeiche in Reutlingen statt und endete mit einer 0:4-Niederlage.kicker.de: „TSG Balingen empfängt den VfB Stuttgart zum Pokal-Kracher in Reutlingen“ (abgerufen am 1. August 2023) Eine mögliche Titelverteidigung im WFV-Pokal 2023/24 verpasste der Klub Ende Juli 2023 am grünen Tisch, nachdem er beim 11:0-Erstrundensieg bei den Sportfreunden Gechingen einen nicht spielberechtigten Spieler einsetzte und daher das Spiel für den Gegner gewertet wurde.schwarzwaelder-bote.de: „Die TSG Balingen ist raus aus dem Pokal“ (abgerufen am 1. August 2023)