Paul Alfred Sternau (* 19. April 1890 in Burtscheid, Deutsches KaiserreichLandesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin X b, Nr. 485/1931; † 1943 im KZ AuschwitzAndreas Lorenz: Paul Alfred Sternau, Porträt auf Gedenkbuchprojekt 2013) war ein deutscher Jurist und Filmproduzent.
Leben Alfred Sternau war der Sohn des Fabrikanten Siegmund Sternau (1847–1895) aus Büren, der in Burtscheid die „Tuchfabrik Aachen vormals Süskind und Sternau AG“, betrieb.Thomas Schmid: Das Bild der Mutter, in: Berliner Zeitung vom 13. November 2010 Nach seinem Schulabschluss studierte er Jura und promovierte 1915 an der Ernst Moritz Arndt-Universität in Greifswald. Im Jahr 1918 gründete er mit Richard Gosemann (1890–1919) die Stern-Film GmbHHandelsregister Berlin HRB Nr. 15220 und mit Gustav Schwab (1877–1938) die Film-Atelier GmbHHandelsregister Berlin HRB Nr. 15810. Zunächst produzierte er gängige Massenware wie Abenteuer- und Detektivfilme, die meistens von E. A. Dupont geschrieben und inszeniert wurde. In den 1920er Jahren brachte er ambitioniertere Werke ins Kino. Bereits zum Jahresende 1923 stieg Sternau aus seiner Firma aus und Gesellschafter Max Schach übernahm die Leitung der Stern-Film, ab November 1924 gemeinsam mit Hugo Jetter.HRB Nr. 15220, Einträge im Berliner Handelsregister am 29. Januar 1924 und 15. Januar 1925 Erst acht Jahre später kehrte Sternau zur Filmproduktion zurück und gründete im Mai 1932 mit Erich Cohn die Cines-Filmgesellschaft m.b.H., die dann in die Tonal Filmgesellschaft m.b.H. (1932–1934) umbenannt wurde.Handelsregister Berlin HRB Nr. 47131 Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging Sternau im Oktober 1933 ins Exil.
Im Mai 1939 annullierte das Naziregime die deutsche Staatsbürgerschaft, im September wurde ihm der Doktortitel entzogen und 1940 das Vermögen beschlagnahmt.Bekanntmachungen im Deutschen Reichsanzeiger Nr. 106 vom 10. Mai 1939, Nr. 237 vom 10. Oktober 1939 und Nr. 227 vom 27. September 1940 Erst im Jahr 2000 wurde Alfred Sternau von der Universität Greifswald namentlich rehabilitiert.
Ab Mai 1939 hielt sich Alfred Sternau mit seiner Ehefrau Ruth, geborene Abrahamsohn, in Nizza, Frankreich, auf, was nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs fatale Folgen hatte. Dort wurden sie im Sammellager Drancy interniert und am 7. Oktober 1943 ins KZ Auschwitz deportiert, wo das Ehepaar wenig später vergast wurde. Ihren einzigen Sohn Pierre hatten sie vorher noch taufen lassen und in einer christlichen Familie versteckt. Er wurde nach Kriegsende von dem Arzt Alfred Lellouch, einem algerischen Juden, adoptiert.
Filme (Auswahl) 1918: Der lebende Schatten 1918: Europa postlagernd 1918: Mitternacht 1918: Der Teufel 1919: Die Japanerin 1919: Die Maske 1919: Das Geheimnis des Amerika-Docks 1919: Die Apachen 1919: Der Würger der Welt 1920: Das Grand Hotel Babylon 1920: Alkohol 1922: Der Graf von Charolais 1923: Schlagende Wetter 1923: Die Straße 1933: Brennendes Geheimnis
Einzelnachweise
Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1890 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Mann