mini|260px|Stammwappen derer von Salmuth 1530 (Thomaskirche Leipzig) Salmuth ist der Name eines mehrfach nobilitierten deutschen Geschlechts mit historischer Verbreitung in der Oberpfalz und im heutigen Sachsen-Anhalt. Familienmitglieder zweier Linien führen seit 1818 bis heute die historisch begründeten Namen „Freiherr von Salmuth“ und „von Salmuth“.

Geschichte Der erste bekannte Namensträger war der 1530 kaiserlich mit Wappen und Lehenartikel privilegierte Sebastian Salmuth († 1554), damaliger Bürgermeister von Schweinfurt. Er war Stiefvater des lutherischen Theologen Heinrich Beringer genannt Salmuth († 1576), einem Sohn des Patriziers Georg (von) Beringer und Enkel des Heinrich (Heinz) Beringer, der Ende des 15. Jahrhunderts Ratsherr in Schweinfurt war. Dessen Nachfahren verbreiteten sich in die Pfalz und nach Mitteldeutschland. Mitglieder der Gelehrtenfamilie Salmuth waren vor allem Theologen, Mediziner und Juristen, und bekleideten über Generationen angesehene Ämter sowohl in den anhaltinischen Fürstentümern als auch in Preußen. Militärpersonen traten zuerst vereinzelt im erloschenen pfälzischen Zweig, jedoch später häufiger in allen Zweigen der Familie auf. Ab 1694 wurden Namensträger der Familie mehrmals erblich nobilitiert. Der unter anderem vom hochrangig beamteten Dessauer Zweig der traditionsreichen Ascherslebener Patrizierfamilie Müller abstammende, herzoglich anhalt-bernburgische Geheimrat und Regierungspräsident Salmuth († 1827) wurde wegen seiner Verdienste um die deutschen Staaten, insbesondere um Anhalt, mit Diplom vom 23. April 1818 von Kaiser Franz I. von Österreich in den erbländisch-österreichischen Freiherrenstand erhoben. Ebenso gelangten Nachfahren des anhalt-köthenschen Kammerrates Johann Georg Heinrich Salmuth nach preußischer Nobilitierung 1894 in den Freiherrenstand. Der anhaltische Zweig besteht in diesen zwei Linien bis in die Gegenwart fort.

Wappen Stammwappen Das am 1. September 1530 von Kaiser Karl V.Österreichisches Staatsarchiv AT-OeStA/AVA Adel RAA 359.23 Salmut, Sebastian, Wappen mit Lehenartikel, 1530.09.01 an Sebastian Salmuth verliehene Stammwappen, das auch im Bildnis des Heinrich Salmuth († 1660 in Stade) und in Kirchenfenstern der Leipziger Thomaskirche zu finden ist, zeigt im roten Schild einen geharnischten Arm, in der Hand drei weiße Lilien an ihren Stängeln haltend. Auf dem bewulsteten Helm mit Helmdecken findet sich ebenfalls ein geharnischter Arm mit drei Lilien.Gerhard Seibold: Die Salmuth: Entwicklungsgeschichte einer Familie (1996) Seite 16

Wappen von 1694 Das am 23. Juli 1694 mit Verleihung des rittermäßigen Adelsstands für das Reich und die Erblande und der Lehenbesitzfähigkeit kaiserlich bestätigte Wappen zeigt hingegen im roten Schild einen silbernen Sparren, begleitet von drei Lilien (2,1). Auf dem Helm mit Helmdecken ein geharnischter Arm mit drei Lilien.

Wappen von 1894 Dieses Sparren-Wappen wurde bei der Nobilitierung am 3. Januar 1894 mit veränderter Tingierung erneut verwendet. Das für Friedrich Ernst Werner Anton Salmuth, königlich preußischen Hauptmann und Kompaniechef im magdeburgischen Inf.-Regiment Nr. 27, verliehene preußische Adelswappen hat folgende Blasonierung: in BlauWappen-Sammlung. Eine Sammlung von 8000 Bildern von Wappen von Herrscher, Adel und Bürger, Stadt und regionalen Wappen, herausgegeben um 1910–1920 von A. Weller's Verlag, Kahla in Thüringen; Bild 3371 ein von drei (2, 1) goldenen Lilien begleiteter silberner Sparren. Auf dem gekrönten Helm, mit blau-goldenen Helmdecken, ein wachsender geharnischter Arm, der in der bloßen Faust 3 goldene Lilien an ihren Stängeln emporhältGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser, 3. Jahrgang 1909, S. 654

Freiherrliches Wappen

Das am 23. April 1818 verliehene freiherrliche Wappen ähnelte dem Stammwappen von 1530, aber war neu entworfen und reichlich vermehrt: In Blau ein aus natürlichen Wolken am linken Schildesrand hervorgehender, gekrümmter geharnischten Arm mit drei goldenen Gartenlilien am grünen Stängel in der Faust. Auf dem Schild eine Freiherrenkrone und drei gekrönte Helme mit blau-goldenen Decken. Auf dem rechten drei (gold-blau-gold) Straußenfedern, auf dem mittleren der Arm mit den Lilien, auf dem linken drei (blau-gold-blau) Straußenfedern als Helmzier.Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 831.24: Salmuth, Johann Vollrath Ludwig, herzoglich anhaltischer Regierungspräsident, Freiherrenstand (Abgerufen am 20. November 2021.)

Besitz (Auszug) mini|150px|Salmuthshof 1900 Freigut zu Großkühnau (um 1655)Erbzinslehnsakte des Kanzlers Dr. Gottfried Müller über das von dem Magister Johannes Curdesius erkaufte, später Salmuth’sche Freigut zu Großkühnau (Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Dessau), Z 44, C 3b II Nr. 107), Salmuthshof in Giersleben, Lehmannsche Güter in Güsten (um 1792), Stammersches Gut in Westdorf (ab 1813), Kleinbadegast (um 1864), Gut Wettschütz/Wietszyce (um 1870)

Ahnenlisten (Auszüge) Direkte Vorfahren der Freiherren von Salmuth aus der Patrizierfamilie Müller (Aschersleben)

Gottfried Müller (1577–1654), 1641 Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft, Kanzler des Fürstenhauses Gesamt-Anhalt zu Dessau, 1652 belehnt; ⚭ Aschersleben 20. Mai 1610 Catharina Curdes aus Stendal († 26. August 1673 Dessau) Catharina Müller (* um 1613; † 1701 Dessau); ⚭ Dessau 1631 Hofrat Brunner, ⚭ (2) ebd. 1640 Gymnasial-Rektor Markus Friedrich Wendelin (?) Margarethe Müller; ⚭ Dessau ca. 1639 Friedrich Christian SalmuthGerhard Seibold: Die Salmuth: Entwicklungsgeschichte einer Familie (1996) Seite 59 Anna Magdalena Müller (* 1616 Dessau; † 1657 ebd.); ⚭ ebd. 30. September 1651 Wigand SalmuthEintrag gedbas (Abgerufen am 15. November 2021) Emerentia Adriana Müller (1620–1693); ⚭ Dessau 1646 Hieronymus Gottfried von Bergen, Bürgermeister zu Dessau Johann Gottfried Müller (1625–1671), Doktor juris in Dessau, ledig Andreas Müller (* 11. Januar 1623 Dessau; † 18. August 1694 Köthen) Hofgericht der Generalstaaten in Holland; ab 1650 Köthen, 1656 Hofrat der Steuer-Direktion; ⚭ 1653 Magdalena Regina Claepin Catharina Magdalena Müller; ⚭ Johann Christian Böhmer/Behmer, Arzt zu Köthen

Stammliste (Auszüge) nach Heinrich Beringer gen. Salmuth (1522–1576) miniatur|130px|Heinrich Salmuth (1522–1576), Gemälde 1614 Sebastian Salmuth († 1554), Gesandter, Ratsherr und Bürgermeister der Reichsstadt Schweinfurt, Stiefvater des Heinrich Beringer gen. Salmuth Heinrich Beringer gen. Salmuth (1522–1576); ⚭ Elisabeth Pfeffinger Johann Salmuth (* 1552 Leipzig; † 1622 Amberg), Kalvinist, Kirchenrat; ⚭ 1576 Martha Harder († 1630), Tochter des Leipziger Theologen Wolfgang Harder Theodor Salmuth (* 7. Februar 1588 in Dresden; † 1634 in Hersbruck), ab 1614 kurfürstlicher Kirchenverwalter in Nabburg; ⚭ ebd. um 1615 Barbara Dichel († an Pest 1635 Hersbruck) Anna Elisabeth Salmuth (1626–1671); ⚭ Wilhelm Blommart (1623–1686) Friedrich Salmuth (* 7. Februar 1592 Dresden; † 14. Dezember 1625 Emden), reformierter Theologe, 8. Juni 1608 immatrikuliert HeidelbergADB: Salmut, Friedrich Martha Claudia Salmuth (lebt um 1620 in Tirschenreuth); ⚭ Amtsschreiber David Preislinger Christian Salmuth (* 1589 in Dresden; † nach 1635 in Köthen); 1604 Jura Universität Heidelberg, Altdorf und Herborn, dann Stadtschreiber und Stadtrichter in Tirschenreuth, später in Köthen; ⚭ Amberg 1615 Maria Geisel aus Tirschenreuth Wolfgang Heinrich Salmuth (* um 1589 Meißen; † 6. April 1654 Wöhrd)Datenbank Sehum (Abgerufen am 12. November 2021) 8. Juni 1608 immatrikuliert an der Universität Heidelberg als Dresdensis, Sekretär bei der fränkischen Ritterschaft Johann Laurenz Salmuth (* um 1619 Nabburg; † 1693 Nürnberg) (?) Johann Paul Salmuth (* um 1615; † 11. August 1689) kurpfälzischer Leutnant, zeitweise Kommandant der Veste OtzbergGerhard Seibold: Die Salmuth: Entwicklungsgeschichte einer Familie (1996) Seite 112; ⚭ Anna Catharina Ketterlin, diese ⚭ (2) Lampertheim 25. März 1693 Antonius Wentz, Schuldiener ebd.Eintrag forum.ahnenforschung.net (Abgerufen am 13. November 2021) Wolfgang Christoph Salmuth (* vor 1630 Nürnberg; † nach 1674), kurpfälzischer Amtmann; ⚭ Anna Maria Blommart (urspr. niederländ. Familie; Nürnberg) Sophia Salome von Salmuth (* Boxberg); ⚭ 1699 Dr. Arnold Rademacher, kurfürstlich brandenburgischer RatGerhard Seibold: Die Salmuth: Entwicklungsgeschichte einer Familie (1996) Seite 226 Johann Cordt Salmuth, Militär (* vor 1660; † 28. August 1694 in Rinteln) Georg Wilhelm (von) Salmuth (* 22. Februar 1666/vor 1674 Boxberg; † 1706), Militär, 1694 nobilitiert Johann Paul Christian (von) Salmuth (* 10. Mai 1663 Boxberg; ⚔ gefallen Turin 7. September 1706), kurpfälzischer Oberst unter Leopold I. (Anhalt-Dessau), wurde Juli 1694 nobilitiertÖsterreichisches Staatsarchiv AT-OeStA/AVA Adel RAA 359.24 Salmuth, Johann, Neuburger Regimentshauptmann, Georg Wilhelm, Brüder, Adelsstandsbestätigung, rittermäßiger Adelsstand für das Reich und die Erblande, Wappenbestätigung; ⚭ Kaub 17. Februar 1693 Katharina Weysel von Dorheim (* 1667 Heidelberg; † 1703 Meisenheim) (Johann) Georg Christoph von Salmuth († Heidelberg mit 16 Jahren) Ahnenprobe um 1700 Friedrich Wilhelm von Salmuth, preuß. Generalmajor, unverheiratet (* 1693 in Zweibrücken; † 1763 in Wesel) Maria Concordia von Salmuth (* 1702); ⚭ Emil Casimir Frhr. Wernigk von St. Ingbrecht, pfalz-zweibrückenscher Regierungsrat (* 2. Februar 1684 Meisenheim; † 1732 Zweibrücken) Georg Salmuth (* 18. März 1554 Leipzig; † 8. April 1604 Zerbst), promovierte in Montpellier, Arzt in Padua, Professor für Anatomie und Chirurgie, kursächsischer Leibarzt, Stadtphysicus Heinrich II. Salmuth (* 1559 Leipzig; † 1634 Amberg), Jurist, Übersetzer und Amberger StadtsyndikusGND mini|120px|Heinrich Salmuth (1592–1660). Gräflich-Lippischer Kanzler Heinrich III. Salmuth (* 21. Mai 1592 Detmold; † 28. September 1660 Stade). Schwedischer Rat und Generalauditor der schwedischen Herzogtümer Bremen und Verden ab Juli 1647, sowie Gräflich-Lippischer KanzlerGND Friedrich Christian Salmuth († 1672 Dessau), studierte 1618 an der Universität Altdorf, war ab 1626 Stadtschreiber in Raguhn und ab 1637 in Dessau. Später Ratskämmerer ebd., 1639 Bürgerrecht Dessau, Haus Nr. 493 (Fürstenstraße 1, heute Wallstraße 28), 1646 Privileg für Gnadenbier ebd.; ⚭ ca. 1639 Margarethe Müller Paul Salmuth († 1636 an Pest), JuristFriedrich Bülau: Geheime Geschichten und räthselhafte Menschen. Band 7, S. 467. (Digitalisat) Heinrich Christoph Salmuth († an Pest 26. Dezember 1636 Altenburg), emigrierte nach Anhalt, Pfarrer zu Altenburg bei BernburgGerhard Seibold: Die Salmuth: Entwicklungsgeschichte einer Familie (1996) Seite 220 Philipp Salmuth (* Leipzig; † September 1626 an Pest),Johann Georg Theodor Grässe: Lehrbuch einer allgemeinen Literärgeschichte aller bekannten Völker, Bd. 3, Abt. 2 (Leipzig 1853) S. 695 (online) lebte ab 1600 als Arzt (und Philosoph) in Dessau und Zerbst, Leibmedikus des Fürsten von Anhalt; ⚭ (1) Dessau 1606 Margarethe Becker, Tochter des Hauptmanns und Jägermeisters von Wörlitz, Christoph BeckerGerhard Seibold: Die Salmuth: Entwicklungsgeschichte einer Familie (1996) Seite 46, 47, mehrere bis zum/am 2. September 1626 an Pest verstorbene Kinder. Elisabeth Salmuth (* 14. August 1551 in Leipzig; † 19. Juni 1601 in Leipzig); ⚭ Leipzig 15. Oktober 1569 Balthasar Sartoriusforum.ahnenforschung.net (Abgerufen am 13. November 2021) Samuel Salmuth (* um 1570 Leipzig; † August 1625 in Oberviechtach), einer der ersten Schüler im Gymnasium illustre zu Zerbst, Theologe Ambrosius Christoph Salmuth (* 31. Oktober 1616 Tirschenreuth; † Dohndorf), emigrierte nach Anhalt Paul Christoph Salmuth († an der Pest August 1636 Köthen), emigrierte nach Anhalt, Pfarrer in Dohndorf; ⚭ Anna Maria Pöllner Maria Magdalene Salmuth (* 1634; † 1635 Dohndorf) Christoph Salmuth († 13. August 1636 Dohndorf)