rahmenlos|rechts|Wappen Müller Müller ist der Name eines weitverzweigten anhaltischen Patriziergeschlechts mit Stammsitz in Aschersleben und historischer Verbreitung in mehreren mittel- und norddeutschen Städten. Die Lübecker Ratsherrenlinie wurden 1661 als Müller von Morien in den Reichsadel erhoben.
Geschichte Alteingesessen im Patriziat der Hansestadt Aschersleben, stellte die Familie über Generationen Ratsherren, Amtsträger und Bürgermeister mehrerer mittel- und norddeutscher Städte, wie Quedlinburg, Eisleben, Aken, Hannover, Lübeck, Köthen und Dessau,Rudolf Stoye: Genealogische Nachlässe (Stiftung Stoye) Band 42, Seite 31 und 95 ff. online bei genwiki sowie hohe Beamte Preußens und der anhaltinischen Fürstentümer. Der erste bekannte Namensträger war der Ascherslebener Stadthauptmann Valentin Müller, der in der Schlacht bei Köthen 1115 fiel, weswegen seine Nachkommen über die folgenden Jahrhunderte „mit Lehen reichlich beliehen wurden“.K. von Zittwitz (1835): Chronik der Stadt Aschersleben. S. 11 (Vorschau bei Google-Bücher)
Durch Allianzen mit lokal bedeutsamen Adelsgeschlechtern konnte die Familie Besitz, Ansehen und Einfluss mehren. So heiratete der Ascherslebener Bürgermeister Marcus Müller (* ca. 1430) um 1453 Elisabeth von Hartze, eine Nachfahrin des Burgmannen- und Ministerialengeschlechts von Hartze (auch: Harcze, v. Hartz, v. Hartzgerode), das, 1267 belehnt, schließlich im Patriziat von Aschersleben bis 1453 mehrmals das Bürgermeisteramt bekleidete. Auch später war das Bürgermeister-, Juristen- und Kanzlergeschlecht Müller mit vielen Honoratioren-Geschlechtern versippt, zum Beispiel mit den von Bergen (Bürgermeister zu Dessau), Buchner, Curdes, Klopstock, von Lehmann, Milagius, Graf Neidhardt von Gneisenau, Pflaume, Raumer, Ramdohr, Roon, Salmuth, Stisser etc.Rudolf Stoye, Band 42, Seite 76 (online) Der Lübecker Zweig wurde 1661 in den Reichsadelsstand erhoben.
Wappen mini|hochkant|Wappen der Müller von Morien, 1661 Das Stammwappen zeigt in Silber eine rote heraldische Lilie mit oben angefügter Rose, darüber einen Turnierhelm mit rot-silbernen Helmdecken und Helmwulst, aus welchem die genannte rote Lilie als Helmzier erwächst. Es existierten zudem mehrere Allianzwappen mit angeheirateten Familien, wie Drosihn, von Harze, Hahn, Heitberg etc.
Ein Zweig der Ascherslebener Müllers führte ein Wappen, das in Silber ein von einem roten Pfeil horizontal durchbohrtes rotes Herz zeigt, aus dem fünf Rosenzweige, drei mit Blüte, dazwischen zwei mit Knospe, erwachsen.
Bei der Nobilitierung der Müller von Morien am 18. Mai 1661Österreichisches Staatsarchiv AT-OeStA/AVA Adel RAA 285.23 Müller, Heinrich Adrian, Andreas Gottfried, Brüder, Söhne des verstorbenen Adrian Müller, Ratsverwandten zu Lübeck, rittermäßiger Adelsstand für das Reich und die Erblande, „von Morien“, privilegium denominandi, Lehenberechtigung, 1661.05.18 (archivinformationssystem.at). wurde das Lilien-Wappen vermehrt und abgewandelt: In Gold rote heraldische Lilie mit oben rechts angefügter Rose, Helm mit goldener Krone, aus welcher die rote Lilie mit Rose zwischen offenem schwarzen Flug als Helmzier erwächst.
Persönlichkeiten (Auszug) mini|hochkant|Gottfried Adrian Müller, geb. 1710 Marcus Müller der Ältere (1494–1571), Ratsherr, Bürgermeister und Unternehmer in der Region Aschersleben und Quedlinburg Gottfried Müller (1577–1654), 1641 Mitglied Der Aufweckende in der Fruchtbringenden GesellschaftBand 3 Der Fruchtbringenden Gesellschaft geöffneter Erzschein, das Köthener Gesellschaftsbuch Fürst Ludwigs I. von Anhalt-Köthen 1617-1650 (VCH, 1985) S. 405. ISBN 978-3-527-17513-0, Kanzler des Fürstenhauses Gesamt-Anhalt zu Dessau Adrian Müller (1573–1644) Kaufmann und Consul in Lübeck, Gutsbesitzer Mori Heinrich Adrian Müller (1636–1706), kaiserlicher Minister im Niedersächsischen Reichskreis und kaiserlicher Resident in Lübeck, ab 1661 Reichsadel Gottfried Adrian Müller (1710–1780), preußischer Oberfinanz- und Kriegsrat, Naturforscher Gottfried Ernst Andreas Müller (1748–1815), Landrentmeister und Assessor, Ordensgroßmeister der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland zu Berlin
Stammliste (Auszüge) Albrecht Müller, Ratsherr in Aschersleben; um 1411, 1414Kirchenarchiv St. Stephani, Zinsregister 1423–66, Blatt 2 Henning Müller (* vor 1400; † 1458); wurde 1419 vom Bischof von Halberstadt belehnt; 1436, 40, 49, 52 Ratsherr in Aschersleben; 1458 Lehnsmann von Lorenz und Wilhelm von Hoym; ⚭ Gertrud (Barbara) DerlingAhnenliste Berger, S. 266–270 (online als PDF 1,3 MB) (hypothetisch) Claus I. Müller, Aschersleben Claus II. Müller, erw. als Vorbesitzer „Kirchhof/Schuhschling“ in Aschersleben; ⚭ Sophia N.N. Valentin Müller (* um 1490; † nach 1540–43), 1519/40 Ratsherr, 1530 Bürgermeister, 1534 Oberkämmerer in Aschersleben N.N. Müller; ⚭ Hans LaueDie Familien Büsstorf, Drosihn, Corthum, Laue, Müller und Niethardt zählen zu den bereits 1115 erwähnten alten Patriziergeschlechtern in Aschersleben und brachten bis in spätere Jahrhunderte dort Ratsherren, Amtsträger und Geistliche hervor; siehe: K. von Zittwitz (1835): Chronik der Stadt Aschersleben. S. 11 (Vorschau bei Google-Bücher) Martin Müller (* um 1525; † vor 1590), Bürger in Aschersleben; ⚭ vor 1550 Anna Hauensch Valentin Müller (* 1550; † 1622) Pfarrer Groß-Schierstedt, Archidiakon Aschersleben; ⚭ 1573 Martha Weißbrodt († 1626) Lazarus Müller († 1617); ⚭ (I) Maria Schuler; ⚭ (II) Sabina Knape Dorothea Müller (1582–1688); ⚭ (II) Matthias Plock Ursula Müller († 1635); ⚭ 1605 Gregor Hertzog, Hofesherr in Aschersleben Valentin Müller († vor 1650), am 30. Oktober 1620 Cives iurati, Hofesherr, Brauherr; ⚭ 1621 Anna Richterling; ⚭ (2) 1628 Osanne, Martin Gegers Witwe Valentin Müller (* 1622), 1675 Bauherr in Aschersleben; ⚭ 1650 Magdalena, Witwe des Wolfgang Albrecht Cunrad Daniel Müller (* 1652 Aschersleben), Catharina Müller (* 1654 ebd.), Magdalena Müller (* 1656 ebd.) Balthasar Müller (* 1624 Aschersleben), Lazarus Müller (* 1626 ebd.) Marcus Müller (* ca. 1430, † n. 1507/1491?)Rudolf Stoye, Band 42, Seite 169 Consul (Bürgermeister) 1467, auch 1483, 1496 und 1503 Schultheiß, in seiner Amtszeit wurde der Bau der Ascherslebener Stadtbefestigungen vollendet, 1458 vom Bischof von Halberstadt belehnt; ⚭ (nach Überlieferung) ca. 1453 Elisabeth von Hartzewohl Nachfahrin des Dietrich von Hartze, belehnt 1267, und des Busso I. vom Hartze (1383 Burgmann auf der Rammelburg). Sie war Tochter des Busso II. vom Hartze (* um 1390; † nach 1461), der bis 1452 mehrmals Bürgermeister (consul regens) von Aschersleben war; siehe R. Stoye: Genealogische Nachlässe Band 47 (PDF Seite 144) Balthasar Müller (* ca. 1460, † ca. 1519), öfters Ratsherr in Aschersleben 1490–1512; 1503 und 1507 Consul (Bürgermeister) ebd., dann 1511 Schultheiß; trat 1491 Lehnsfolge beim Bischof von Halberstadt nach dem Tode seins Vaters an; ⚭ (nach Überlieferung) vor 1497 Katharina Klump († nach 1519, Tochter des Urban Klump († 12. März 1493 ebd.), der 1455 und 1493 BürgermeisterUrbans älterer Bruder war Tile Klump (* um/vor 1400; † nach 1461 (vor 1458?)), 1424 Reitherr, 1447 Ratsherr, 1433 und 1443 Bürgermeister (Consul) in Aschersleben war)Ahnenliste Berger, Seiten 200 und 269, s. a. (online). Abgerufen am 13. Juli 2021 (? ⚭ Katharina Knape) Marcus Müller der Ältere (* 1494, † 21. März 1571) Ururgroßvater des Ascanius Pflaume, erarbeitete einen Vertrag mit dem Fürstenhaus Anhalt über den Status von Aschersleben, 1531 reichster Bürger Ascherslebens, 1537 als Bergwerksunternehmer Pächter der Salpeterhütte Quedlinburg, 1531 erster Bürgermeister des Ewigen Rates, bis 1570 mehrmals Bürgermeister; ⚭ ca. 1525 Anna Margaretha Schreiber, Tochter des Heinrich SchreiberThomas Berger: Ahnenliste Berger. Ein Geschlecht aus dem Verwandtschaftskreis des Rudolf Stoye (2008) (= Schriftenreihe der Stiftung Stoye. Band 47), Eintrag Marcus der Ältere auf Seite 267 und 357 ff. Balthasar Müller (* ca. 1525 Aschersleben; † 7. März 1585 ebd.) Bürgermeister 1583; ⚭ (I) ca. 1550 Anna Magdalena Reiffenstein, Tochter des Wilhelm Reiffenstein; ⚭ (II) 1575 Ottilie, Witwe des Stadtvogts Ciriacius Heidecke Marcus Müller (* err. 1550, † 1621 Aschersleben, wohnte in der Breiten Straße) 1592–1604 Stadt- und Gerichtsschreiber, dann Ratsherr, Handelsmann und 1619 Reitherr; ⚭ 1575 Margaretha Troldenier, Tochter eines fürstl. anhaltischen Landrentmeisters zu Bernburg Maria Müller (1582–1622); ⚭ 17. September 1604 Leonis Niethardt1634 und 1637 Regierender Bürgermeister von Aschersleben; * 18. November 1580 in Aschersleben, † 23. August 1638 ebd., Sohn des Bürgermeisters Joachim Niethard († 1581) und der Anna Laue (s. Ahnenliste Berger, Seite 278) Magdalena Müller (1578–1644); ⚭ 1601 Johannes Pflaume (* 1541; † 1625) Bürgermeister von AscherslebenLeichenpredigt auf Ascanius Pflaume 1669, Seite 55f. Digitalisat gdz.sub.uni (Abgerufen am 5. August 2021) Ascanius Pflaume (* 11. August 1605; † 1669), Wilhelm Müller († 1626), Reitherr in Aschersleben, 1623 belehnt, unverheiratet Johann Müller, 1623 belehnt (?) Johannes Müller Ascaniensis, auch Hanß Müller (* vor 1588 in Aschersleben; † 29. März 1631 in Aken) Kaufmann, Ackerbürger und ein Stifter der Hortich-Stiftung zu AkenNachkommen Johannes Ascaniensis Müller, Website Hortich-Stiftung Aken (Abgerufen am 16. November 2021) Daniel Müller (* 3. November 1608 in Aken; † 20. Mai 1687 ebd.), Ratskämmerer AkenAhnen-Website der Hortich-Stiftung Aken (Abgerufen am 16. November 2021) Elias Müller (* 3. August 1637 Aken; † v. 20. Mai 1688 ebd.) Bürger u. Handelsmann Philipp Siegmund Müller (* 2. Oktober 1662 Aken), Gerichtsschöppe zu Aken Sophie Caritas Müller (* 16. August 1695 in Bernburg), ⚭ Brumme, Nachf. Matthäi Dorothea Magdalena Müller (* 3. März 1667 Aken), ⚭ Horn, Nachf. Green, Backhoff Anna Magdalena Müller (* v. 1646 Aken; † 20. März 1709 ebd.), Nachf. Hilliger Daniel Müller d. J. (* 23. Februar 1647 Aken; † 5. Mai 1703 ebd.) Ratskämmerer Christoph Siegmund Müller (* 1673 Aken) Johannes Jacobus Müller (* 9. Oktober 1677 Aken; † vor 27. Januar 1735 ebd.) Bürger, Brauherr und Handelsmann, Arrendatoris, Patrizier in Aken Catharina Margaretha Müller (* 17. April 1708 Aken; † 1797), Nachf. Ärzte, Apotheker Zier in Zerbst Heinrich Daniel Müller (* 1714 Aken) Johann Carl Müller (* vor 1715) Audiosus Juris, Bürger und Gasthalter in Dessau Christian Wilhelm Müller (* 31. Juli 1716 Aken) Elias Daniel (Johann) Müller (* 25. Juli 1680 Aken; † v. 20. November 1758) Bürger, Brauer, Handelsmann, Arrendator und Pächter der Fähre zu Aken (Elbe) Johann Jacob Müller; (* vor 1723) Bürger und Handelsmann in Aken Dorothea Margaretha, verh. Michaelis (* vor 1723 in Calbe (Saale)) Friedrich Daniel Müller (* 12. Oktober 1724 Aken; † 23. März 1784 ebd.) Bürger und Haarsiebmacher in Aken Charlotta Loysa Müller (* 1728 Aken) Sophia Kunigunda Müller (* 30. Dezember 1735 in Aken), Nachf. Hesselbarth Aurelia Elisabetha Müller (* 26. Juli 1684 Aken; † 24. Oktober 1731 ebd.), Nachf. Rüde Ernst Gottfried Müller (* 8. August 1688 Aken) Augusta Müller (* vor 1630; † 29. August 1693 Aken); ⚭ N.N. Zernsdorf Magdalena Müller (* 1549 Aschersleben; † 8. September 1620 ebd.); ⚭ ebd. 22. September 1583 Petrus Hahn (* 3. Juni 1549 Halle/S.; † 1621 Aschersleben), Stadtphysicus ebd. Friedrich Hahn (1591–1640), Bürgermeister und Apotheker in Schleiz, Vorfahr des August Neidhardt von Gneisenauvgl. Stoye Band 42, S. 103 ff.