Bernhard Binder (* 31. Dezember 1923; † 23. Dezember 2017)Nachruf vom Feb. 2018 war ein deutscher Architekt, der in Berlin lebte und arbeitete. mini|Bernhard Binder: Bürohaus Ernst-Reuter-Platz 6, Berlin-Charlottenburg, 1969–1974

Leben mini|hochkant=0.6|links|Grabstätte auf dem Waldfriedhof Dahlem Bernhard Binder begann seine Laufbahn als Mitarbeiter im Architekturbüro von Rolf Gutbrod in Stuttgart. Ein Projekt, das Binder im Büro von Gutbrod bearbeitete, war das IBM-Haus am Ernst-Reuter-Platz in Berlin-Charlottenburg, erbaut 1961–1963. Im Anschluss daran war Binder als Berater für den Bauherrn Pepper bei der Planung des Europa-Centers beteiligt. Binder gilt als Urheber des Namens Europa-Center. Binders Projekt von 1978/79 am Richard-Wagner-Platz in Berlin-Charlottenburg war ein Wendepunkt für den Architekten, denn hier war er zum zweiten Mal gleichzeitig Planer und Bauherr. Im Laufe der 1980er Jahre nahm Binder dann mehr und mehr die Rolle eines Immobilienentwicklers ein. Bei dem Business-Park Top Tegel fungierte Binder zusammen mit Gyula Fritz und der Firma IMBAU als Investor und Entwerfer gleichzeitig. Weitere wichtige Gebäude, die Binder entwarf und errichten ließ, sind u. a. das EDEN Appartementhaus nahe des EUROPA Centers, das Modehaus Brummer am Tauentzien in Berlin, Neubauten im Märkischen Viertel in Berlin-Lübars, sein Wohn- und Bürohaus in Berlin-Grunewald (1968), das Fasaneneck in Berlin-Charlottenburg sowie zahlreiche moderne Villen- und Gewerbeobjekte in Westberlin.

Seine letzte Ruhestätte fand Bernhard Binder auf dem Waldfriedhof Dahlem (Feld 015-677).

Werk Der bekannteste Entwurf von Bernhard Binder ist das Hochhaus Ernst-Reuter-Platz 6 an der Ecke zur Bismarckstraße, auf der südlichen Seite der Bismarckstraße in Berlin-Charlottenburg. Dieses Gebäude wurde zwischen 1969 und 1974 geplant und gebaut. Es stellt eine städtebauliche Dominante dar, die auch aus weiter Entfernung sichtbar ist. Ähnlich auffällig ist das 1965–1967 errichtete, sogenannte Eden-Haus in der Budapester Straße, ebenfalls in Berlin-Charlottenburg.

Für ein Wohnhaus in der Waitzstraße in Berlin-Charlottenburg verwendeten Binder und Joachim Siebert 1975–1976 eine kosteneffiziente und materialsparende Fertigteilbauweise. Präsent im Berliner Stadtbild ist zudem ein Wohnhaus am Hohenzollerndamm Ecke Egerstraße in Berlin-Wilmersdorf von 1975. Das Tragwerk des Hauses zeichnet sich hier deutlich außen an der Gebäudehülle ab, zahlreiche Auskragungen und die schräg abgewinkelten Konturen der Betonschotten tragen zur auffälligen Anmutung des Gebäudes bei. Bei diesem Projekt arbeitete Binder zusammen mit dem renommierten Bauingenieur Stefan Polónyi. In Berlin-Charlottenburg stehen weitere Wohn- und Geschäftshäuser, die Binder in den 1980er und 1990er Jahren plante. Diese fügen sich jeweils in die Blockrandbebauungen ein und zeigen die zeittypisch postmoderne Gestaltung mit dekorativen Elementen. Seit 1981 konzentriert sich Binder auf das Projekt Top Tegel, das in mehreren Bauabschnitten errichtet wurde.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1923 Kategorie:Gestorben 2017 Kategorie:Mann