miniatur|rechts|Blick über Immelborn miniatur|rechts|Ortseingang nach Immelborn miniatur|rechts|Die Amalienkirche

Immelborn ist ein Ortsteil der Gemeinde Barchfeld-Immelborn im thüringischen Wartburgkreis. Für den Ortsteil gibt es eine Ortsteilverfassung nach der Thüringer Kommunalordnung und damit einen Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister.

Geografie Nachbargemeinden Im Süden grenzt Immelborn an die Gemeinde Breitungen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, im Westen und Norden an die Kreisstadt Bad Salzungen, im Osten bildet die Werra die natürliche Grenze zum Nachbarort Barchfeld.Thüringer Landesvermessungsamt TK350 – Übersichtskarte – Thüringen, Erfurt (ab 1991)

Berge Die Landschaft um Immelborn wird von der Werratalaue und den Vorbergen der Rhön geprägt. Als höchster Punkt () der Gemeinde gilt die Hunnkuppe, eine sagenumwobene Anhöhe an der Frauenbreitunger Gemarkungsgrenze. Erwähnenswert sind ferner der Beiersberg () und der Kirschberg ().Thüringer Landesvermessungsamt TK25 – Blatt 5227 Bad Salzungen S, Erfurt 2008, ISBN 978-3-86140-400-2

Gewässer Die Flussaue der Werra wird bei Immelborn seit etwa 100 Jahren zur Kiesgewinnung genutzt, hierbei entstanden drei größere Baggerseen. Als natürliche Gewässer gelten der Erlensee und das Forstloch. Der Hunnbach entspringt am Ortsrand von Übelroda, er mündet in Wildprechtroda in den Pfützbach, einem linken Zufluss der Werra. Weitere Quellbäche entspringen in der Flussaue und münden ungenutzt in die Werra. Bereits im Mittelalter war die Heilkraft der Amalienquelle erkannt worden, diese Mineralquelle entspringt in der Ortslage von Immelborn.

Geschichte Die Geschichte von Immelborn ist sehr eng mit der Entwicklung des Klosters Frauenbreitungen und der Stadt Bad Salzungen sowie dem Adelsgeschlecht der Frankensteiner verbunden.

Ur- und Frühgeschichte mini|Alter Handelsweg Immelborns Auf Grund der günstigen Lage in der Nähe alter Handelsstraßen und der Mündung des Baches Schweina war das Werratal im Abschnitt Barchfeld-Immelborn bereits in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. Ausgrabungsfunde aus der Bronzezeit an den Lieseköpfen (Gemarkung Barchfeld) bestätigen dies.Klaus Schmidt: Natur- und Heimatbuch Barchfeld/Werra 2008. Barchfeld 2008, S. 6

Immelborn wurde in einer Urkunde des Klosters Frauensee vom 20. Dezember 1302 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort wurde im Mittelalter oft als Memelsbrunn, auch Amalienborn bezeichnet.

Mittelalter Der bereits im Hochmittelalter bedeutende Ort Breitungen mit Doppelklosteranlage, das auf einen Königshof (daher Königsbreitungen) zurückgeführt wird, war über eine am Talrand der Werra bei Übelroda vorbeiziehende Altstraße mit den Orten Bad Salzungen, Dorndorf und Vacha verbunden. An dieser Straße entwickelte sich Immelborn zunächst als eine Siedlung des Klosters Frauenbreitungen. Auf der Hunnkuppe soll eine Burg und auf der 3 km südöstlich davon gelegenen Kilianskuppe soll eine Wallfahrtskapelle gestanden haben. Zu den Befestigungsanlagen, die die Henneberger zur Sicherung ihres Gebietes anlegten, gehört auch eine Landwehranlage – Hähl genannt, die im 15. Jahrhundert südlich von Immelborn in Richtung Weilar angelegt wurde. Nach den Verwüstungen des Bauernkrieges bestimmten die Salzunger Burgmannen-Familien von Cralach (Craluck) und von Buttlar zu Wildprechtroda im Ort. Immelborn wurde zum Pfarrort für die kleineren Ortsteile.

Neuzeit Während des Krieges zwischen Preußen und Österreich und deren jeweiligen Verbündeten kam es bei Immelborn zu Kampfhandlungen zwischen bayrischen und preußischen Truppen. Die 4. Bayerische Infanterie-Division hatte Anfang Juli 1866 ihre Front in Richtung der Pässe des Thüringer Waldes nach Osten ausgerichtet, von wo der preußische Vorstoß erwartet wurde. Durch Patrouillen erfuhr die bayrische Divisions-Führung, dass die preußischen Truppen den Thüringer Wald stattdessen nördlich umgehen würden. Daraufhin führte Oberst Aldosser, Kommandeur des Bayerischen 9. Infanterie-Regiments, persönlich anderthalb Kompanien und eine Eskadron zur Aufklärung nach Norden. In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli stieß diese Truppe auf zwei Kompanien des preußischen Infanterie-Regiments Nr. 13, es gelang jedoch keine Überraschung. Beim folgenden Scharmützel gab es auf Seiten der Bayern drei Tote und 13 Verwundete. Unter den Verwundeten war auch Aldosser, der einen Schuss durch die Hand erhielt.C. von Winterfeld: Geschichte der preußischen Feldzüge von 1866. Döring, Potsdam 1867, S. 413–414. () Auf preußischer Seite gab es einen Schwerverwundeten und drei Leichtverwundete.Felix Cramer: Geschichte des königlich preußischen ersten westfälischen Infanterie-Regiments Nro 13 : Vom Jahre 1838 bis zum Jahre 1868. Coppenrath’sche Buchdruckerei, Münster 1868, S. 55–56. () Bei Dermbach kam es in derselben Nacht zu einem Scharmützel zwischen Bayern und Preußen. Aus diesen nächtlichen Kämpfen zog die bayrische Seite den Schluss, dass die Preußen aus dem Norden statt aus dem Osten zu erwarten waren. Entsprechend änderte die 4. bayerische Infanterie-Division ihre Frontstellung.Leo W. Hamm: Kampfhandlungen während des Bruderkrieges 1866 in der Rhön. S. 3. (Hamm ist Schulamtsdirektor a. D. und Heimatforscher in Königshofen.)

20. Jahrhundert Während des Zweiten Weltkrieges mussten 200–300 Frauen und Männer, vorwiegend aus der Ukraine, Zwangsarbeit verrichten: In der Metallwarenfabrik Schmöle & Co. und im Sägewerk Hellmann.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945 In Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser, Band 8, Thüringen, Erfurt 2003, S. 324ff., ISBN 3-88864-343-0 Im Jahr 1955 lebten im Ort 1958 Einwohner.

21. Jahrhundert Das aus zwei aufgelassenen Baggerseen der Kiesgrube Immelborn und einem Campingplatz bestehende Naherholungsgebiet lockt jährlich tausende Besucher. Die Wassersportmöglichkeiten wurden durch einen zusätzlichen Bootsanlegesteg an der Werra erweitert. Die ehemalige Bergschule wird heute als Mehrzweckgebäude genutzt, hier haben ein Jugendclub und die Heimatstube ihren Platz gefunden. Am 3. November 2011 unterzeichneten die Bürgermeister der Gemeinden Immelborn und Barchfeld einen Vertrag über die Eingliederung Immelborns nach Barchfeld im Jahr 2012. Die neue Gemeinde trägt den Namen Barchfeld-Immelborn.https://www.insuedthueringen.de/lokal/bad_salzungen/fwstzslzlokal/Ja-zu-Barchfeld-Immelborn;art83434,1798697 aufgerufen am 4. November 2011

Am 31. Dezember 2012 schlossen sich die Gemeinden Immelborn und Barchfeld zur Gemeinde Barchfeld-Immelborn zusammen.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2012 Die Gemeinde Immelborn bestand aus den Ortsteilen Immelborn, Übelroda, Ettmarshausen und Hauenhof.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl der ehemaligen Gemeinde: Jahrmännlichweiblichinsgesamt1994831863169419958729101782199689694618421997930965189519989279531880199993194818792000928936186420019199391858200292693318592003929931186020049259141839Jahrmännlichweiblichinsgesamt2005921893181420069028741776200788187017512008863849171220098608411701201084781516622011830818164820127907751565201377777515522014773755152820157587511509Jahrmännlichweiblichinsgesamt201674975115002017755759151420187517481499201973674014762020737738147520217457311476 Datenquelle: Internetseite der Gemeinde Barchfeld-Immelborn

Bürgermeister Die letzte ehrenamtliche Bürgermeisterin Silvia Matern wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.

Wappen Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur Gewerbegebiet Das Gewerbegebiet Hartmetallwerk befindet sich am östlichen Ortsrand von Immelborn. Es verfügt über eine Gesamtfläche von 14,7 ha.Landratsamt Wartburgkreis (Hrsg.) Der Wirtschaftsstandort Wartburgkreis – Stadt Eisenach. Info-Mappe Bad Salzungen / Eisenach 1998. S. 26

Wirtschaftliche Entwicklung miniatur|rechts|Am Kieswerk Die industrielle Entwicklung beginnt 1873 mit der Gründung der Metallwarenfabrik Deubach und Stöber. Weitere metallverarbeitende Betriebe siedelten sich bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Bahnhofsnähe an. Während der DDR-Zeit wurden im VEB Hartmetallwerk Immelborn, einem Betrieb des Werkzeugkombinates Schmalkalden, hochwertige Schneidwerkzeuge und Sinterhartmetallteile entwickelt und produziert. Am Ortsrand von Ettmarshausen entstand ein Heizwerk. In Immelborn war ein Sägewerk und in Übelroda eine LPG entstanden. Nach 1990 wurde am Ostrand von Bad Salzungen das Gewerbegebiet Ober der Brück angesiedelt, die bestehenden Industrieansiedlungen am Bahnhof Immelborn wurden ausgebaut. Als erstes Unternehmen der Baustoffindustrie entstand 1872 die Ziegelei Reinhard Ranft. In den 1930er Jahren setzte sich der Werkstoff Beton im Straßen-, Brücken- und Industriebau durch, hierzu wurden um 1960 die ergiebigen Kiesvorkommen durch das spätere Kieswerk Immelborn in der Werraaue erschlossen.W. Ranft: Die Kiesgewinnung im Werratal und ihre wirtschaftliche Bedeutung. Manuskript beim Heimatverein Immelborn 1971 entstand ein Werk für zementgebundene Dachziegel.Fritz Kühnlenz: Erlebnisse an der Werra. Heimatgeschichtliche Wanderungen. Greifenverlag zu Rudolstadt, 1973, S. 266

Die bedeutendsten Unternehmen im Ort sind heute die Tribo Hartstoff GmbH und die Kieswerk Wernshausen GmbH.bundesfirmenregister.de

Verkehr Straßenverkehr Durch die Ortslagen Immelborn und Ettmarshausen verläuft ein Abschnitt der B 62. Mit Fertigstellung der westlich von Immelborn geplanten Werratalbrücke der B 62 soll die Ortsdurchfahrt künftig vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Schienenverkehr miniatur|rechts|Am Bahnhof Im Jahr 1872 wurde der Betrieb auf der Bahnstrecke auf der Werrabahn (Eisenach–Lichtenfels) aufgenommen. Der Bahnhof Immelborn war seit der Eröffnung der Zweigbahn nach Bad Liebenstein im Jahr 1889 ein Keilbahnhof und Sitz einer Bahnmeisterei. Die Nebenbahn nach Bad Liebenstein wurde 1927 nach Steinbach verlängert und 1973 wieder stillgelegt. Noch 10 Jahre vorher fuhren Eilzüge z. B. nach Leipzig.

Heute pendeln die Züge der Süd-Thüringen-Bahn auf der Linie Eisenach – Bad Salzungen – Meiningen – Grimmenthal – Hildburghausen – Eisfeld (– Sonneberg – Neuhaus am Rennweg). Anschluss an das Intercity- und ICE-Netz der Deutschen Bahn besteht in Eisenach oder Fulda.

Öffentlicher Personennahverkehr Nach Immelborn verkehren folgende Buslinien der Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH:Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH – Fahrplan

Linie Fahrstrecke Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Schweina – Ruhla – Eisenach Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Witzelroda – Gumpelstadt – Möhra Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Schweina – Bad Liebenstein – Steinbach Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Steinbach – Brotterode – Tabarz – Trusetal – Bad Liebenstein Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Gotha – Erfurt Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Gumpelstadt – Etterwinden – Eisenach Bad Salzungen – Immelborn – Barchfeld – Schmalkalden – Suhl

Kultur und Sehenswürdigkeiten miniatur|rechts|Die Heimatstube miniatur|rechts|Backhaus miniatur|Das Storchennest und der Kinderspielplatz an der Alten Ziegelei Am 1. Juli 1994 beging der Männergesangsverein „1863“ Immelborn (20 Mitglieder) sein 130-jähriges Bestehen. Weitere Kulturvereine im Ort sind der Kirmesverein (54 Mitglieder), der Landfrauenverein (14 Mitglieder) und der Heimatverein Immelborn (24 Mitglieder). Die Einwohner Immelborns erhielten 1995 das Prädikat „Schönstes Dorf“.

Amalienborn und Amalienkapelle