Burak Yilmaz (* 1987) ist ein deutscher Pädagoge und Aktivist gegen Antisemitismus.
Leben Yilmaz wurde als Sohn einer kurdischen Mutter und eines türkischen Vaters in Duisburg geboren und wuchs in Duisburg-Obermarxloh auf. Er besuchte das katholische Abtei-Gymnasium und eine Koranschule. Von 2008 bis 2015 studierte er an der Ruhr-Universität Bochum Germanistik und Anglistik. Er schloss das Studium als Bachelor of Arts (Option Lehramt) ab. Yilmaz absolvierte außerdem eine Ausbildung zum Theaterpädagogen.
Wirken Von 2008 bis 2019 arbeitete Yilmaz als Betreuer in einem Jugendzentrum in Duisburg. In dieser Einrichtung initiierte er 2012 das Projekt „Junge Muslime in Auschwitz“ und organisierte Fahrten mit muslimischen Jugendlichen nach Auschwitz.„Junge Muslime in Auschwitz“, in WDR 5 „Neugier genügt“, 27. Januar 2020 Als Auslöser für dieses Engagement beschreibt Yilmaz den Antisemitismus, den er bei den Jugendlichen erlebte, sowie die Tatsache, dass manche von ihnen aufgrund ihrer muslimischen Religionszugehörigkeit pauschal von der schulischen Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz ausgeschlossen wurden. Er leitet die Theatergruppe „Die Blickwandler“, die nach einer gemeinsamen Fahrt nach Auschwitz das Stück Benjamin und Muhammed inszenierte.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh Burak Yilmaz 2018 das Bundesverdienstkreuz für sein vielfältiges Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus sowie für eine inklusive Erinnerungskultur. Burak Yilmaz arbeitete als Berater des Bundesbeauftragten gegen Antisemitismus Felix Klein.
2021 veröffentlichte Yilmaz im Suhrkamp Verlag sein Buch Ehrensache: Kämpfen gegen Judenhass. Er hält Vorträge zu den Themen: Geschichte in der Einwanderungsgesellschaft, Erinnerungskultur und Praxis, Islamismus und Rechtsextremismus, Biografiearbeit, Antisemitismus und Rassismus.
2025 erhielt Yilmaz gemeinsam mit Frank Joung den Civis Podcast Award. In der Begründung der Jury hieß es, die ausgezeichnete Folge des Podcasts „Halbe Katoffl“ erzähle „anhand einer Biografie exemplarisch ein Stück Einwanderungsgeschichte“. Yilmaz selbst betreibt zusammen mit Abdul Chahin und Malte Küppers seit September 2023 den wöchentlichen Podcast „Brennpunkt“.
Seit 2025 arbeitet Yilmaz zudem als Drehbuchautor für die Serie MARXLOH, die in 16 Folgen den letzten gemeinsamen Sommer einer Gruppe von Teenagern in Duisburg-Marxloh erzählt.
Publikationen
2021: Ehrensache. Kämpfen gegen Judenhass, Surkamp Verlag, Berlin, ISBN 978-3-518-47171-5.
Auszeichnungen
2018: Bundesverdienstkreuz 2019: Botschafter für Demokratie und Toleranz des Bündnisses für Demokratie und Toleranz/Bundeszentrale für politische Bildung 2021: Mercator Ehrennadel der Stadt Duisburg 2022: Julius-Hirsch-Preis vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) 2022: GermanDream-Award in der Kategorie „Brückenbauer“ 2024: Robert Goldmann Stipendium der Stadt Reinheim 2025: Civis Podcast Award
Weblinks
Website von Burak Yilmaz Burak Yilmaz beim Suhrkamp Verlag
Einzelnachweise
Kategorie:Aktivist Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes (Verdienstmedaille) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1987 Kategorie:Mann