mini|Terunobu Fujimori im Yakisugi House 2009 mini|Yakisugi House mini|Jinchokan Moriya Museum, Chino mini|Lamune Onsen, Takeda mini|Nemunoki Children’s Museum of Art, Kakegawa mini|La Collina, Ōmihachiman mini|Storchenhaus, Raiding mini|Mosaic Tile Museum, Tajimi Terunobu Fujimori (; * 21. November 1946 in Miyagawa-mura, Suwa-gun (heute Chino-shi), Nagano) ist ein japanischer Architekt und Architekturtheoretiker. Seine Bauten sind oftmals aus natürlichen Materialien und unter Zuhilfenahme traditioneller Techniken gefertigt. Er benutzt eine eigensinnige Formensprache. Die Gebäudeentwürfe reagieren auf die umgebende Landschaft. Bekannt ist er in Europa vor allem für seine Teehäuser.

Leben und Werk Fujimori machte 1971 seinen Abschluss im Fachbereich Architektur an der Fakultät für Maschinenbau der Universität Tōhoku. 1979 folgte ein PhD an der Universität in Tokio. Seine Dissertation behandelte das Thema „Historical Research on City Planning in the Meiji Era“. Während der 1970er Jahre gründete Fujimori die Architecture Detectives. Diese Gruppe durchsuchte und dokumentierte urbane Räume in Japan. Einen besonderen Fokus legte sie auf gebaute Absurditäten. Zum Beispiel wurden im japanischen Stadtraum frühe Gebäude im westlichen Stil gefunden, fotografiert und gezeichnet. Zwölf Jahre Arbeit an diesem Thema mündeten 1986 in der Veröffentlichung des Buches Adventures of an Architectural Detective: Tokyo. Daraus folgend gründeten Genpei Akasegawa, Shinbo Minami (Illustrator), Joji Hayashi (Autor), Tetsuo Matsuda (Verleger) und er 1986 die ROJO (Roadway Observation Society). Gemeinsam befassen sie sich mit dem Thema der urbanen Räume überall in der Welt, die bisher unbeachtet geblieben waren. Die Gruppe zeichnete Ungewöhnliches, aber natürlich Entstandenes in der städtischen Umgebung auf: Ein Baum kann eine Betonwand strukturieren oder ein umgekippter Mülleimer wird zu einer Sitzgelegenheit. Neben seiner Tätigkeit als Autor trat Fujimori auch als Kulturkommentator und Fernsehmoderator auf.

Er begann erst spät, im Alter von Mitte 40, mit dem Entwurf und Bau von Gebäuden. Nach seinen Erzählungen war es für ihn nicht einfach, als Architekturkritiker selbst zu bauen. Einige seiner engsten Freunde waren zudem berühmte zeitgenössische Architekten, wie Tadao Ando und Toyo Ito. Von ihnen grenzte er sich ab. Seine Auffassung zur Architektur formulierte er wie folgt:

1991 machte er mit dem Jinchokan Moriya Historical Museum in Chino (Nagano) auf sich aufmerksam. Bei diesem Gebäude wurde eine Betonstruktur in natürliche Materialien eingehüllt. Die Menschen nehmen die Architektur durch die realisierten Proportionen und verwendeten Materialien als vertraut wahr. 2001 folgte das Studentenwohnheim für die Kumamoto Prefectural University of Agriculture. International ist er vor allem durch seine Teehäuser bekannt, die oftmals schwer zugänglich sind.Allison Hyatt: The Evolution of the Japanese Tea House ArchDaily, 19. August 2011.Efi Michalarou: ARCHITECTURE:Terunobu Fujimori, Webseite dreamideamachine.com, zuletzt abgerufen am 12. November 2021.

Bei seinen Wohnhausentwürfen betont er die Teeräume durch die Lage im Haus und die Betonung im Baukörper als Erker oder Anbauten. Der Zugang dorthin ist oft verborgen. Offenes Feuer oder Kamine werden hervorgehoben gestaltet. Schwarze Kohlestückchen verzieren die Innenwände vieler seiner Bauten. Regional vorhandene Bäume werden als Blickfang in der gekrümmten Form des Stammes in das Haus eingebaut. Terunobu Fujimori setzt bei seinen Architekturen gern traditionelle Techniken ein. Für Schalungen verwendet der die Yakisugi-Technik. Durch Verbrennung wird auf der Holzoberseite eine Kohleschicht erzeugt, die als Holzschutz dient. Traditionell wurde die Technik in Japan bei untergeordneten Gebäuden eingesetzt. Fujimori schätzt daran u. a. die natürliche Oberflächenstruktur und setzt die Oberflächen wirkungsvoll und präsent ein. Viele Geländer, Beschläge, Griffe oder Streben werden von ihm selbst geschmiedet. Neben dem Feuer sind (nach der Natur gewachsene) Pfosten, höhlenförmige Räume, erdige Stoffe, Ausblicke und geneigte Dächer prägend für seine Architektur.Hannes Rössler: Herr Fujimori und das Feuer. Angekohlte Fassaden espazium.ch, 18. Oktober 2015, zuletzt abgerufen am 12. November 2021.

2006 war er Kommissionsmitglied der 10. Biennale di Venezia. Seine Ausstellung im japanischen Pavillon zeigte Häuser, aus denen Lauch und Löwenzahn sprossen. Da das Thema der Biennale die „Stadt“ war, stellte Fujimori eine aus Reisschnüren geflochtene Hütte auf, in der eine Dia-Präsentation über die Arbeit von ROJO zu sehen war.

2016 wurde er Direktor des Edo-Tokyo-Museums.Webseite des Edo-Tokyo-Museum zuletzt abgerufen am 12. November 2021.

Gelehrt hat Fujimori u. a. an der Tōhoku-Universität, der Universität in Tokio (Institute of Industrial Science) sowie in Kogakuin University. 2016 erarbeitete er mit Studenten der Kingston University in London ein Teehausprojekt.Jessica Mairs: Terunobu Fujimori works with Kingston University students to create charred timber pavilion in dezeen.com, 22. Juli 2016, zuletzt abgerufen am 13. November 2021. Er arbeitet bei der Realisierung seiner Projekte gern mit Amateuren wie Studierenden und lokalen Personen zusammen, da er deren Fähigkeiten zum Hausbau als grundsätzlich vorhanden ansieht. An irgendeiner Stelle kann jeder mitgestalten, was bei anderen Fertigungstechniken in der Industrie nicht so einfach möglich ist. Besonders das Finish führt Fujimori besonders gern mit Amateuren aus, da sie natürlich strukturierte Oberflächen erschaffen, während Profis aus seiner Sicht zu homogene Strukturen erzeugen.

Bauten (Auswahl) 1991: Jinchokan Moriya Historisches Museum, Chino (Nagano) 1995: Dandelion Haus Kokubunji (Grashaus, auch Löwenzahnhaus), Tokyo 1997: Akino Fuku Kunstmuseum

1997: Nira Haus (Genpei Akasegawa Haus), Machida (Tokyo) 1998: Lone Pine Haus, Fukuoka 1999: Das Forum, Konferenzsaal und Teestube, Myōkō, Präfektur Niigata 2000: Grabmal der Familie Akasegawa, Kamakura, Kanagawa 2000: Studentenwohnheim, Kumamoto Agricultural College 2000: Kamelienschloss Oshima-cho, Tokio 2001: Notoan Workshop, Ashigarakawagun, Kanagawa 2003: (mit Nobumichi Oshima) Niwase Familiengrab, Kamakura, Kanagawa 2003: Ichiya-tei Teehaus für Morihiro Hosokawa, Ashigarakawagun, Kanagawa 2003$. Kori-an (Teehaus), Kyōto, Präfektur Kyōto mini|Takasugi-an 2004: Takasugi-an Teehaus, Chino, Präfektur NaganoMegan Wilton: Takasugi-an by Terunobu Fujimori, dezeen.com, 12. März 2009, zuletzt abgerufen am 13. November 2021. Der Name Takasugi-an bedeutet zu hohes Teehaus. Es ist etwas mehr als zwei Quadratmeter groß und wird sechs Meter über dem Boden von zwei Stützbäumen getragen. Anstelle der traditionellen Methode, ein Teehaus in gebückter Haltung zu betreten, steigt der Besucher eine Leiter hinauf. Fujimori spielt mit den traditionellen Elementen eines Teehauses auf eine moderne Art und Weise. So wurde beispielsweise die gemalte Schriftrolle (kakejiku), die normalerweise einen Hinweis auf die Jahreszeit gibt, durch ein großes Fenster ersetzt, das einen Blick auf die Stadt und die Landschaft bietet. Es wird von zwei Kastanienbäumen getragen, die auf einem nahe gelegenen Berg gefällt und auf dem Gelände aufgestellt wurden. 2005: Lamune Onsen, Takeda, Präfektur Ōita 2005: Yoro Insectarium, Hakone, Präfektur Kanagawa 2006: Chashitsu Tetsu (Teehaus Tetsu), Hokuto 2006: Kunstmuseum Nemunoki, Kindermuseum Donguri (Eicheln), Kakegawa, Präfektur Shizuoka 2006: Gen-an (Exklusive Hausrenovierung), Chino, Nagano 2007: Yakisugi House (Privathaus und Teestube), NaganoMegan Wilton: Yakisugi House by Terunobu Fujimori, dezeen.com, 11. März 2009, zuletzt abgerufen am 13. November 2021. 2008: Call House Utsunomiya, Präfektur Tochigi 2009: Schokoladen-Haus, Kokubunji 2009: Dach-Haus, Präfektur Shiga 2009: Schwarzes Teehaus, Melbourne 2010: Ichikawa-tei (Forgotten Tea Boat), Hsinchu 2010: Teestube Beetles House, London 2012: Walking Café im Garten Museum Villa Stuck, München 2012: Flying Mud BoatChristele Harrouk: Terunobu Fujimori Discusses Freedom of Design in Traditional Settings ArchDaily, 18. Januar 2020. 2012: Hamamatsu House, Hamamatsu, Shizuoka 2012: Stork House, Raiding, Österreich."Stork House": Mit Storch komplett ORF.at, 15. Mai 2013, zuletzt abgerufen am 14. November 2021. Das Gästehaus wurde im Rahmen des Raiding Projects realisiert. 2013: Lao Zhi Xuan, Teehaus, Yilan 2014: Haus aus Zink, Kokubunji, Tokio 2014: Shodo, Tempelbüro des Shinshoji-Tempels, Fukuyama, Präfektur Hiroshima 2014: Grass Roof, La Collina, Taneya, Ōmihachiman 2014: Wangbei Tea Pavilion, Taipeh 2016: Mosaic Tile Museum, Tajimi 2016: Verwaltung, Omihachiman 2016: 100 Kastanien, Laden, Omihachiman 2017: Renovierung Haus in Shirogane, Minato 2017: Sen-cha, Teezeremonienraum, Ibaraki, Präfektur Mito 2017: Teestube, Chino 2019: e., Flagstore für Mode/Textilien, Taito-ku, Tokyo 2021: Community Center, Chino 2021: Go-an teahouseterunobu fujimori's grass covered tea room pavilion pops up in tokyo in designboom.com, zuletzt abgerufen am 12. November 2021.

Ausstellungen (Auswahl) 2006: Architecture of Terunobu Fujimori and ROJO: Unknown Japanese Architecture and Cities, 10. Biennale di VeneziaArchitecture of Terunobu Fujimori and ROJO: Unknown Japanese Architecture and Cities zuletzt abgerufen am 14. November 2021 2010: Beetle's House, einer von sieben Entwürfen für die Ausstellung 1:1 Architects Build Small Spaces des Victoria and Albert Museum 2012: Museum Villa Stuck, München 2014: A Storehouse of Contemporary Architecture, 14. Biennale di VeneziaA Storehouse of Contemporary Architecture zuletzt abgerufen am 14. November 2021 2020: Ein Stein Teehaus und andere Architekturen, Raketenstation HombroichWebseite art is next, zuletzt abgerufen am 12. November 2021. 2021: Ein Stein Teehaus und andere Architekturen, Raketenstation HombroichMuseum Insel Hombroich zuletzt abgerufen am 14. November 2021.

Auszeichnungen 1983: Mainichi Publication Culture Award, ausgezeichnet für Meiji no Tokyo Keikaku (Meiji Plans for Tokyo) (1982, Iwanami-Verlag). 1986: Suntory Prize for Social Science and Humanities ausgezeichnet für Kenchiku Tantei no Boken: Tokyo Hen (Adventures of an Architectural Detective: Tokyo) (1986, Chikuma Shobo).Lebenslauf Terunobu Fujimori AW Architektur & Wohnen online, zuletzt abgerufen am 20. November 2021. 1997: Japan Art Grand Prix erhalten für das Nira Haus. 2001: Architectural Institute of Japan Prize for Design ausgezeichnet wurde das Studentenwohnheim des Kumamoto Agricultural College. 2014: Österreichische Innovationspreis Tourismus für das Stork House in Raiding.Tourismuspreis für "Storchenhaus" ORF.at, 8. Mai 2014, zuletzt abgerufen am 14. November 2021.

Literatur Terunobu Fujimori: Die Beziehungen zwischen deutscher und japanischer Architektur im 19. und 20. Jh. In: Historische Bibliographie Online. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 1990. Terunobu Fujimori: Museo Storico Jinchokan Moriva Nagano 1991. In: Casabella, Rivista di architettura e urbanistica, Band 64, Heft 676. Elemond, Vicenza 2000, S. 50, . Terunobu Fujimori: Museo Akino Fuku Shizuoka 1998: Casabella. In: Casabella, Rivista di architettura e urbanistica, Band 64, Heft 676. Elemond, Vicenza 2000, S. 54, . Momojo Kaijima: erhöhte klause. takasugi-an, terunobu fujimori, nagano, 2004. In: werk, bauen + wohnen, Heft 6, werk ag, Zürich 2005, S. 16f. . Michael Buhrs, Hannes Rössler (Hrsg.): Terunobu Fujimori Architect. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-7757-3322-9. Trojanisches Teehaus to-go - im Gespräch mit Terunobu Fujimori. In: DETAIL. 7+8, 2012. Barbara Glasner, Stephan Ott: Terunobu Fujimori. In: Wonder Wood: Holz in Design, Architektur und Kunst. Birkhäuser, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-0346-0673-8, S. 90. Terunobu Fujimori: Ein Stein Teehaus. Stiftung Insel Hombroich, ISBN 978-3-9817303-3-3.