mini|Johanneskirche in Weimar mini|hochkant|Portalreliefs von 1941 Die evangelische Johanneskirche in der Tiefurter Allee 2 c in Weimars Parkvorstadt ist einer der wenigen in den 1930er Jahren entstandenen Sakralbauten. Der schlichte Hallenbau wurde von 1938 bis 1941 errichtet.Für nationalsozialistische Prestigebauten in Weimar: Karina Loos: Die Inszenierung der Stadt. Planen und Bauen im Nationalsozialismus in Weimar. Bauhaus-Universität, Diss., Weimar 1999 online. Zur Kirche und dem Pfarrhaus S. 195 f. Den Entwurf lieferte der Weimarer Architekt Hans Vogel. Pfingsten 1941 wurde die Kirche als Herzog-Bernhard-Kirche eingeweiht. Die Umbenennung in Johanneskirche (Johannes der TäuferJohannistag im Tiefurter Kirchgarten. In: Thüringer Allgemeine. 22. Juni 2020) erfolgte 1947.Art. Johanneskirche. In: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 232.

Bau und Ausstattung Der turmlose rechteckige Hallenbau ist von außen kaum als Kirche zu erkennen. Das Bauprogramm wurde von den Deutschen Christen bestimmt. Einziger Schmuck nach außen hin sind die sechs Reliefs am Eingangsportal. Sie stellen Taufe, Konfirmation und Abendmahl sowie Ehe, Abschied und Tod dar.Johanneskirche. In: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar – Lexikon zur Stadtgeschichte. Böhlau, Weimar 1998, ISBN 978-3-476-02958-4, S. 232. Bildelemente wie ein gefallener Soldat, ein vor ihm stehender Soldat oder ein SA-Mann mit Seitengewehr am Koppel entsprechen der Ikonographie des nationalsozialistischen Opferkults.In der Doku-Reihe Böse Bauten hatte der Pfarrer der Johanniskirche Sebastian Kircheis diesen als solchen bezeichnet. https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/boese-bauten-hitlers-architektur-von-weimar-bis-zum-krieg-106.html Die Reliefs stammen von dem Bildhauer Rudolf Weber, der zu dieser Zeit in Oberweimar lebte. Das Portal wurde aus schalenarmem Schaumkalk (Typ Gutendorf) gefertigt.Gerd Seidel, Walter Steiner: Baustein und Bauwerk in Weimar (= Weimarer Schriften. Heft 32), Ständige Kommissionen Kultur der Stadtverordnetenversammlung Weimar und des Kreistages Weimar-Land in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Weimar. Weimar 1988, ISBN 3-910053-08-4, S. 28.

Im Jahre 1953 teilte man die Empore durch eine Antikglasfensterwand vom Kirchenschiff ab und schuf so eine gut heizbare Winterkirche. 1977 kamen noch andere Wände dazu und es entstanden zwei kleine Räume für die Kirchengemeindearbeit. Den mit dunklem Holz vertäfelten, bühnenartigen Altarraum schmücken seit 1981 fünf farbige Holzreliefs von Friedrich Popp aus Ebersdorf.Offizielle Webseite

Die Kirche steht auf der Liste der Kulturdenkmale in Weimar unter: Stadt Weimar – Kulturdenkmale nach § 2 Abs. 1 ThDSchG Einzeldenkmale.Denkmalliste Weimar Stand 2013 Sie war Gegenstand der ZDF-Doku-Reihe Böse Bauten in dem Teil, der sich mit der Nazi-Architektur in der Stadt Weimar beschäftigt.https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/mitteilung/zdf-doku-boese-bauten-hitlers-architektur-spurensuche-in-weimar-und-umgebung/ mini|Pfarrhaus Tiefurter Allee 2 b Auch das Pfarrhaus Tiefurter Allee 2 b verweist stilistisch auf den gleichen Entstehungszusammenhang und ist ebenfalls von Vogel entworfen worden.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 829. Auch das steht auf der Denkmalliste.

Heutige Nutzung Die Johanneskirche wird von der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Weimar vor allem für Veranstaltungen der Kinder-, Jugend- und Familienkirche genutzt. Sie dient auch einer Capoeira-Gruppe für ihre Proben.

Literatur Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 617 ff.

Weblinks

Offizielle Website zur Johanneskirche

Einzelnachweise

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