Der Deutsche Schriftstellerinnenbund war eine Interessenvereinigung von Autorinnen in Berlin von 1896 bis 1930.
Geschichte miniatur|Der Deutsche Schriftstellerinnen-Bund, 1906L. Kurt: Der Deutsche Schriftstellerinnen-Bund, in Über Land und Meer, 1906, S. 982–984 1896 gründete Marie Wernicke mit weiteren Autorinnen den Deutschen Schriftstellerinnenbund. Er war der erste literarische Interessenverband von Frauen im Deutschen Reich (die Vereinigung der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen Wien bestand bereits seit 1885) und sollte deren Belange stärker unterstützen. Offizielle Ziele waren die Herbeiführung einer regeren Anteilnahme der deutschen Frauen auf den Gebieten der Kunst und Wissenschaft, Hebung und Forderung der deutschen Poesie und weitere.Deutscher Litteratur-Kalender, 1897, Sp. 14; zitiert in Lutz Hempel: Literarische Vereine in Dresden, 2008, S. 34
1898 schied Marie Wernicke mit einigen Mitgründerinnen aus und gründete die Freie Vereinigung deutscher Schriftstellerinnen. Der verbliebene Deutsche Schriftstellerinnenbund beabsichtigte nun, gemeinsame Interessen zu fördern, persönliche Bekanntschaft und Kenntnis der Werke der Mitglieder zu vermitteln.Deutscher Litteratur-Kalender für das Jahr 1900, Sp. 15, mit Angaben über den Schriftstellerinnenbund (erste digital einsehbare Ausgabe nach 1896) 1900 gab es 101 Mitglieder, 1907 über 200 und 1917 160.Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1917, Sp. 57 Nach 1914 war er wieder der einzige deutsche Schriftstellerinnenverband.
Im November 1928 wurde er in Bund Deutscher Schriftstellerinnen und Journalistinnen umbenannt. Zu dieser Zeit hatte er eine stark nationalistische Ausrichtung.Christiane Streubel: Radikale Nationalistinnen. Campus Verlag, Frankfurt am Main, New York, 2009, S. 168f. 1930 löste er sich auf, viele Mitglieder gingen dann in den Deutschen Schriftsteller-Verband.
Persönlichkeiten miniatur|Deutscher Schriftstellerinnen-Bund, 1906 miniatur|Deutscher Schriftstellerinnenbund, 1907Deutscher Literatur-Kalender, 1907, Eintrag zum Deutschen Schriftstellerinnen-Bund
Die meisten Mitglieder des Deutschen Schriftstellerinnenbundes waren eher unbekannte Autorinnen, für die Austausch und Unterstützung eine besondere Bedeutung hatten.
Vorsitzende Marie Wernicke, 1896–1898 Helene Wachsmuth, 1898–1903 Louise Schulze-Brück, 1903–1908 Katharina Zitelmann, 1908–1918 Ilse Hamel, 1928 erwähnt
Weitere Vorstandsmitglieder
Marie Mancke (Marie von Felseneck), 1896–1898 Luise Braun, 1896–nach 1899, 1898/99 Geschäftsführerin, II. Vorsitzende Ottilie Bach, 1896–1898 Martha Friedemann, 1898–nach 1906 Sophie Pataky, 1898–um 1904 Anna Helene Brix, 1898–nach 1906 Erika Kraft, mindestens 1906–1907, Schriftführerin Antonia Andrees-Carel, 1907 Clara Braune, 1907 Gertrud Franke-Schievelbein, 1907 Lotte Gubalke, 1907 Anna Hundertmark, 1907 Rose Litten, 1907 Margarete Pochhammer, 1917, II. Vorsitzende
Weitere Mitglieder Wilhelmine Althaber Annemarie von Auerswald, 1906 Frieda Ballin , 1906 Marie Louise von Bançels, 1906 Clara Blüthgen, 1906 Emma Böhmer, 1906
Margarete Bruch Sabine Clausius, 1906 Marthe Renate Fischer, 1906 Ilse Franke, 1906 Florentine Gebhardt Dorothee Goebeler, 1906 Hedwig von Grolmann, 1906 Agnes Harder, 1906 Anselma Heine, 1906 Julia Jobst, 1906 Elisabeth Krickeberg, 1906 Klarissa Lohde, 1906 Ellen Otto-Fulda, 1906 J. A. Pfuhl, 1906 Julia Scheuermann , 1906 Hedwig Schobert, 1906 Thekla Skorra, 1906 Klara von Sydow, 1906
Publikationen
Organe Mitteilungen des Deutschen Schriftstellerinnenbundes, unregelmäßig erschienen Das Recht der Feder, 1896–1901 (konnte mitgenutzt werden) Die literarische Praxis, 1902– (konnte mitgenutzt werden) Neu-Deutschlands Frauen, 1917
Literatur L. Kurt: Der Deutsche Schriftstellerinnen-Bund. In: Über Land und Meer, 20, 1906, S. 982–984
Einzelnachweise
Kategorie:Frauen und Literatur Kategorie:Schriftstellerverband (Deutschland) Kategorie:Ehemaliger Verein (Berlin) Kategorie:Berufsverband (Berlin) Kategorie:Verbandsgründung 1896 Kategorie:Aufgelöst 1930