mini|Farhad Tarasch mini|Farhad Tarasch

Der Farhād Tarāsch oder Tarāsch-e Farhād (, Farhads Schnitt) ist eine große geglättete Felsoberfläche am Berg Behistun (2752 m) im westlichen Iran.Heinz Luschey: BISOTUN ii. Archeology in Encyclopædia Iranica In der Nähe der berühmten Behistun-Inschrift gelegen, ist sie etwa 30 mal 200 Meter groß. 150 Meter entfernt davor steht eine Stützmauer. Das Werk gilt im Iran als nationales Erbe und das größte Werk dieser Art im Land. Der Farhād Tarāsch erweckte durch alle Zeiten hindurch das Interesse der Geographen wie al-Istachrī (gestorben 957) oder Yāqūt ar-Rūmī (gestorben 1229) sowie der Reisenden und Archäologen.

Entstehung mini|Schirin besucht Farhad am Berg Behistun. Die Miniatur stammt aus der Hamsa Nezamis und stammt aus etwa 1550. mini|Farhad Tarasch und die safawidische Karawanserei

Über die Entstehung gibt es verschiedene Theorien. Im frühen 19. Jahrhundert glaubte H. C. Rawlinson, dass der Farhād Tarāsch ursprünglich die Rückwand eines Palastes für König Chosrau II. (reg. 590–628) werden sollte, die mit einem Relief von Semiramis verziert werden sollte. Im frühen 20. Jahrhundert betrachteten Leonard William King und Reginald Campbell Thompson es als Standort für einen Palast eines sassanidischen Königs. Etwa im gleichen Zeitraum glaubte A. V. Williams Jackson, dass der Farhād Tarāsch der Ort einer geplanten Inschrift von Dareios I. dem Großen (r. 522–486 v. Chr.) sei. Ernst Herzfeld betrachtete es ebenfalls als Platz für eine achämenidische Inschrift, wies ihm jedoch keine spezifisches Datum wie Jackson zu. Auch Erich Friedrich Schmidt, M. Golzari und Dietrich Huff betrachteten den Farhād Tarāsch als ein Feld, das für eine Inschrift vorbereitet wurde, deren Erstellungsdatum unbekannt ist.

Nach lokaler Tradition wird der Farhād Tarāsch – wie es der Name auch sagt – dem legendären Architekten von Chosrau II. mit dem Namen Farhad zugeschrieben. Farhad spielt in Nezamis berühmter tragischer Romanze Chosrau und Schirin eine Rolle, in der Farhad ebenso wie Chosrau in die Prinzessin Schirin verliebt ist. In der Liebesgeschichte vollendete Farhad drei monumentale Werke: die Schaffung des Milchkanals, einen Durchgang durch den Berg Behistun und das Porträt der Prinzessin Schirin. Vom 15. bis zum 20. Jahrhundert war die Geschichte von Farhad und Schirin ein beliebtes Thema in verschiedenen Formen der bildenden Kunst, einschließlich Miniaturen. Heinz Luschey fügt in der Encyclopædia Iranica folgendes hinzu:

Eine andere Perspektive des Kontextes und der Entstehung des Farhād Tarāsch wurde in den 1970er Jahren vom Architekten Wolfgang Salzmann angeboten.Wolfgang Salzmann: Die „Felsabarbeitung und Terrasse des Farhad“ in Bisutun: Ein spätsasanidisches Monument. In: Archäologischer Anzeiger 1976, S. 110–134. Salzmann führte Untersuchungen an der Klippe und der Felswand durch, um die ursprünglichen sassanidischen Pläne zu rekonstruieren. Nach seinen Recherchen sollte „eine riesige Terrasse“ in 30 Metern Höhe gebaut und ein massiver Iwan in den Felsen geschlagen werden.Matthew Canepa: Ayvan Laut Salzmann wäre die Größe des Iwan wahrscheinlich ähnlich dem Taq-e Kisra in Seleukia-Ktesiphon, der sassanidischen Hauptstadt. Zusätzlich sollten auf beiden Seiten Reliefs hinzugefügt werden. Doch sind diese Theorien unmöglich endgültig zu beweisen.

Steinblöcke am Hang

Gleich neben dem Hang befinden sich mehrere hundert Steinquader. Sie wurden zwar von frühen europäischen Reisenden aufgezeichnet, aber nicht als aus der sassanidischen Zeit stammend identifiziert, bis es Heinz Luschey gelang, sie zu untersuchen. Luschey kam zu dem Schluss, dass diese Steine aus demselben Fels wie der Farhād Tarāsch waren.

Einzelnachweise

Literatur

Matthew P. Canepa: Ayvan. In: Oliver Nicholson (Hrsg.): The Oxford Dictionary of Late Antiquity. Oxford University Press, Oxford 2018, ISBN 978-0-19-866277-8, S. ?

Kategorie:Archäologischer Fundplatz im Iran Kategorie:Achämenidenreich Kategorie:Kermanschah (Provinz)