Die Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2025 (offiziell 2025 UEFA Women’s Championship; häufig auch als UEFA Women’s Euro 2025 bezeichnet) war die 14. Austragung des europäischen Kontinentalwettbewerbs im Frauenfußball. Die Schweiz war Gastgeberin des Turniers, das vom 2. bis 27. Juli 2025 stattfand.
England wurde mit dem Sieg im Elfmeterschießen über Spanien Europameister und verteidigte damit den Titel von 2022 erfolgreich.
Vergabe Bewerbung Das Interesse zur Ausrichtung musste bis zum 28. Oktober 2021 bekundet werden. Die Anforderungen an die Bewerber wurden durch die UEFA im Vergleich zur 13. Austragung 2022 angepasst. So wurden acht Stadien mit Kapazitäten von über 15.000 bis über 30.000 Zuschauern empfohlen. Die interessierten Verbände konnten bis zum 23. März 2022 eine offizielle Bewerbung abgeben, und die weiteren Unterlagen mussten bis zum 12. Oktober 2022 eingereicht werden.
Folgende Verbände hatten sich um die Ausrichtung beworben: Skandinavische Bewerbung von , , und
Abstimmungsergebnis Bewerber 1. Runde 2. Runde 3. Runde 4 6 9 Skandinavien 4 4 4 4 3 – 1 – – Gesamt 13 13 13
Diesem Abstimmungsergebnis folgend vergab das UEFA-Exekutivkomitee am 4. April 2023 den Zuschlag zur Austragung des Turniers an die Schweiz.
Qualifikation
Von den 55 Mitgliedsländern der UEFA nahmen 51 an der Qualifikation teil. Russland wurde aufgrund des Angriffskrieges auf die Ukraine vom Wettbewerb ausgeschlossen. Die Fußballverbände von San Marino, Gibraltar und Liechtenstein hatten ihre Frauen-Teams nicht angemeldet. Die Schweiz war als Ausrichterin des Wettbewerbs direkt qualifiziert, nahm aber dennoch am Qualifikationswettbewerb teil. Die Auslosung der Nationalteams zu den Qualifikationsgruppen erfolgte am 5. März 2024. Die folgenden sechzehn Mannschaften qualifizierten sich für das Turnier:
Nation Qualifikation Topf FIFA-Rang Endrundenteilnahmen als am Anzahl zuletzt Gastgeber 1 23 2 2022 Gruppensieger Gr. A4 1 3 11 2022 Gruppensieger Gr. A2 1 2 4 2022 Gruppenzweiter Gr. A4 2 13 5 2022 Gruppenzweiter Gr. A2 2 12 12 2022 Gruppensieger Gr. A3 1 11 7 2022 (TV) Gruppenzweiter Gr. A3 2 4 7 2022 Gruppensieger Gr. A1 2 14 11 2022 Gruppenzweiter Gr. A1 3 10 4 2022 Playoff-Sieger 4 22 2 2022 Playoff-Sieger 3 15 12 2022 Playoff-Sieger 4 25 4 2022 Playoff-Sieger 4 28 0 Debüt Playoff-Sieger 3 6 13 2022 Playoff-Sieger 3 20 2 2022 Playoff-Sieger 4 31 0 Debüt
Mannschaftsquartiere
Team Unterkunft Ort Kanton Trainingsanlage Trainingsort Kanton Belgien Les Bains de Saillon Hôtel Saillon VS-Kanton Wallis Stade Saint-Laurent Saillon VS Dänemark Hôtel Beaulac Neuchâtel Neuchâtel NE-Kanton Neuenburg Stade des Buchilles Boudry NE Deutschland FIVE Zürich Zürich ZH-Kanton Zürich Sportzentrum Buchlern Zürich ZH England The Dolder Grand Zürich ZH-Kanton Zürich Sportanlage Au Opfikon ZH Finnland InterContinental Genève Genf GE-Kanton Genf Centre Sportif de Versoix Versoix GE Frankreich Hotel Heiden Heiden AR-Kanton Appenzell Ausserrhoden Sportanlage Bützel Staad SG Island Parkhotel Gunten Gunten BE-Kanton Bern Sportplatz Zelgli Thun BE Italien Campus Hotel Hertenstein Weggis LU-Kanton Luzern Thermoplan Arena Weggis LU Niederlande Belvédère Strandhotel Spiez BE-Kanton Bern Stadion Lachen Thun BE Norwegen Beau-Rivage Hôtel Neuchâtel Neuchâtel NE-Kanton Neuenburg Stade des Chézards Colombier NE Polen SeminarHotel am Ägerisee Unterägeri ZG-Kanton Zug Stadion Herti Allmend Zug ZG Portugal Geneva Marriott Hotel Genf GE-Kanton Genf Stade des Arbères Meyrin GE Schweden On Your Marks Cham ZG-Kanton Zug Eizmoos Cham ZG Schweiz Hotel Seepark Thun Thun BE-Kanton Bern FC Dürrenast Thun BE Spanien Royal Savoy Hôtel & Spa Lausanne Lausanne VD-Kanton Waadt Stade Juan-Antonio-Samaranch Lausanne VD Wales Wellnesshotel Golfpanorama Lipperswil TG-Kanton Thurgau Sportanlage Güttingersreuti Weinfelden TG
Spielorte Acht Stadien wurden für das Turnier ausgewählt. Das Eröffnungs- sowie das Endspiel wurden im Basler St. Jakob-Park ausgetragen. Neben dem Eröffnungsspiel fanden alle K.-o.-Spiele in den vier größten Stadien der Titelkämpfe (Basel, Bern, Genf und Zürich) statt. Die beiden Halbfinalpartien waren in Genf und Zürich geplant. Die Auslosung der vier Endrundengruppen fand am 16. Dezember 2024 im SwissTech Convention Centre (STCC) in Lausanne statt. Die angegebenen Stadionkapazitäten entsprachen jenen, die von der UEFA für die EM 2025 genehmigt wurden. Bei den 31 Spielen waren die Stadien durchschnittlich zu 99 % ausgelastet. Beim Viertelfinalspiel Frankreich gegen Deutschland im Basler St. Jakob-Park wurde erstmals eine Mehrheit (52 %) weiblicher Fans im Stadion registriert.
+ Spielorte und Stadien Ort Stadion Kapazität Anzahl der Spiele Foto des Stadions Basel, BS St. Jakob-Park 34.250 3 Gruppenspiele,1 Viertelfinale,Finale 180px|St. Jakob-Park Bern, BE Stadion Wankdorf 29.800 3 Gruppenspiele,1 Viertelfinale 180px|Stadion Wankdorf Genf, GE Stade de Genève 26.750 3 Gruppenspiele,1 Viertelfinale,1 Halbfinale 180px|Stade de Genève Luzern, LU Allmend Stadion Luzern 14.350 3 Gruppenspiele 180px|Stadion Luzern Sitten, VS Stade de Tourbillon 7.750 3 Gruppenspiele 180px|Stade de Tourbillon St. Gallen, SG Arena St. Gallen 16.300 3 Gruppenspiele 180px|Stadion St. Gallen Thun, BE Arena Thun 8.100 3 Gruppenspiele 180px|Arena Thun Zürich, ZH Stadion Letzigrund 22.700 3 Gruppenspiele,1 Viertelfinale,1 Halbfinale 180px|Stadion Letzigrund
Vorrunde Der vorläufige Spielplan wurde am 23. September 2024 veröffentlicht. Die Spiele der Gruppenphase wurden um 18:00 Uhr und 21:00 Uhr (MESZ) angepfiffen. Ab der Finalrunde begannen alle Partien um 21:00 Uhr (MESZ).
Gruppe A
Das offizielle Eröffnungsspiel war das erste Spiel des Gastgebers, d. h. Schweiz – Norwegen, nicht die zuvor durchgeführte Partie Island – Finnland. Doris Keller, Turnier-Direktorin der Euro 2025, begründete dies mit den vorgeschriebenen drei Ruhetagen jedes Teams zwischen zwei Spielen, der vorgegebenen Turnierdauer, und letztlich mit dem Umstand, dass Schweiz – Norwegen als wesentlich zuschauerstärkeres Spiel nicht um 18 Uhr stattfinden sollte.
Gruppe B
Gruppe C
Gruppe D
Finalrunde
Übersicht V Sieg nach VerlängerungE Sieg im Elfmeterschießen
Viertelfinale
Halbfinale
Finale
Die Spielpaarung des Finales entsprach jener der Weltmeisterschaft von 2023. Spanien gewann damals 1:0. Bei den Herren war es im Finale der Europameisterschaft 2024 ebenfalls zu diesem Duell gekommen, das Spanien mit 2:1 gewinnen und damit erstmals seit der Europameisterschaft 2012 wieder Europameister werden konnte.
Beste Torschützinnen
Rang Spielerin Tore Vorlagen Spielzeit 1 4 0 387 2 3 4 550 3 3 1 363 4 3 0 362 5 2 3 284 6 2 3 507 7 2 2 209 8 2 2 224 9 2 2 225 10 2 2 343 11 2 2 427 12 2 2 508 13 2 2 511 14 2 1 269 15 2 1 280 16 2 0 106 17 2 0 138 18 2 0 231 19 2 0 254 20 2 0 274 21 2 0 308 22 2 0 377 23 2 0 391 24 2 0 519 Hinzu kamen 50 Spielerinnen mit je einem Tor und drei Eigentore der Finnin Eva Nyström im Spiel gegen Norwegen, der Französin Selma Bacha im Spiel gegen die Niederlande und der Schweizerin Julia Stierli im Spiel gegen die Norwegen.
Torschützenköniginnen des Gesamtwettbewerbes mit jeweils 9 Treffern wurden die Norwegerin Frida Maanum und die Slowenin Lara Prašnikar, wobei diese ihre Tore ausschließlich in der Qualifikation erzielte.
Mannschaft des Turniers Von den Technischen Beobachtern der UEFA wurde folgende Mannschaft des Turniers gewählt:
Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
Spieloffizielle Hauptschiedsrichterinnen Am 31. März 2025 gab die UEFA die 13 Hauptschiedsrichterinnen nebst 26 Assistentinnen für die Spiele der EM-Endrunde bekannt. Darunter befand sich im Rahmen eines Kooperationsabkommens mit der CONMEBOL auch ein brasilianisches Trio. Zudem wurden drei Unterstützungsschiedsrichterinnen benannt, die ausschließlich als Vierte Offizielle eingesetzt wurden. Zwischen Bekanntgabe der Nominierungen und Turnierbeginn verletzten sich die beiden Assistentinnen Paulina Baranowska aus Polen und Ainhoa Fernández (Andorra) und kamen daher nicht zum Einsatz.
Die ursprünglich lediglich als Vierte Offizielle eingeplante Spanierin Rivera Olmedo kam auch zu einem Einsatz als Hauptschiedsrichterin.
Schiedsrichterin Spiele 12px|klasse=noviewer 18px|klasse=noviewer 12px|klasse=noviewer Spieleals 4. Off. Assistentinnen Begegnungen Vorrunde Finalrunde 2 2 0 0 1 – , 5.7. – , 13.7. 4 10 0 0 1 / / / – , 4.7. – , 10.7. – , 16.7. – , 27.7. 2 7 0 1 3 Francesca Di Monte Emily Carney – , 8.7. – , 18.7. 2 2 0 1 1 / Francesca Di Monte – , 6.7. – , 12.7. 3 10 1 0 2 – , 7.7. – , 13.7. – , 22.7. 1 2 0 0 1 – , 8.7. 2 1 0 0 1 Amina Gutschi/ Franca Overtoom – , 3.7. – , 11.7. 2 4 1 0 1 – , 2.7. – , 10.7. 3 12 0 1 2 – , 5.7. – , 11.7. – , 19.7. 2 8 0 0 3 Susanne Küng – , 3.7. – , 9.7. 2 7 0 0 1 – , 6.7. – , 17.7. 1 2 0 0 3 Eliana Fernández Emily Carney – , 12.7. 2 5 1 0 3 Irina Pozdejeva – , 2.7. – , 7.7. 3 6 0 0 0 – , 4.7. – , 9.7. – , 23.7. Summe 31 78 3 3 23
Unterstützungsschiedsrichterinnen
Video-Schiedsrichter Wie bereits bei der vorangegangenen EM-Endrunde kam auch bei dieser EM-Endrunde der Videobeweis zum Einsatz. Dafür nominierte die UEFA 16 Offizielle, darunter vier Frauen. Land Schiedsrichter Spiele Christian Dingert 5 Katrin Rafalski 3 Jarred Gillett 5 Sian Massey-Ellis 5 Willy Delajod 7 Aleandro Di Paolo 4 Dennis Higler 7 Tiago Martins 6 Cătălin Popa 3 Fedayi San 6 Momčilo Marković 3 Jelena Cvetković 2 Alen Borošak 3 Judit Romano 3 Guillermo Cuadra Fernández 4 Tamás Bognár 3
Spielbälle mini|Einer von mehreren XXL-Fussbällen in Basel Bei der Europameisterschaft 2025 kam als offizieller Spielball der adidas „Konektis“ zum Einsatz. Der Name ist abgeleitet vom Esperanto-Wort für „verbunden“.
Mit ihm wurde erstmals bei einer Frauen-EM ein Ball mit inertialer Messeinheit eingesetzt, welche in einer kleinen Plastikkugel im Zentrum der Blase aufgehängt ist, die Bewegung des Balls aufzeichnet und mit den Daten den Schiedsrichterinnen schnelle Entscheidungen bei strittigen Spielsituationen ermöglichen sollte.
Das Design möchte die Topografie der Schweizer Berge sowie grafische Elemente der acht Austragungsstädte aufgreifen. Die Außenhülle mit speziellen Prägerillen soll für eine verbesserte Aerodynamik sorgen. Ab dem Halbfinale wurde ein farblich angepasster Ball verwendet, der mit Rot, Weiß und Silber gestaltet war.
Übertragung In Deutschland sicherten sich ARD und ZDF die Übertragungsrechte für sämtliche Spiele des Turniers. Der Streamingdienst DAZN erwarb eine Sublizenz von ARD und ZDF und übertrug ebenfalls alle Partien. Für ARD und ZDF kommentierten unter anderem mit Bernd Schmelzer, Stephanie Baczyk und Christina Graf (ARD) sowie Oliver Schmidt, Gari Paubandt und Claudia Neumann (ZDF) bekannte Kommentatoren die Spiele.
Mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von 10,70 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 52,2 % war die vom ZDF übertragene Viertelfinalpartie Frankreich – Deutschland das EM-Spiel mit der bislang zweithöchsten TV-Quote. Das Halbfinale gegen Spanien verfolgten 14,26 Millionen Personen, was eine Sehbeteiligung von 57,6 % bedeutete.
In Österreich waren trotz der verpassten Qualifikation der österreichischen Nationalmannschaft sämtliche Spiele im ORF zu sehen.
In der Schweiz wurden sämtliche Spiele auf Sendern der SRG übertragen. Mit Rachel Rinast wurden in der Schweiz einige Spiele erstmals von einer Frau kommentiert.
Prognosen Statistiker der TU Dortmund und der Universität Innsbruck hatten im Vorfeld des Turniers die Gewinnwahrscheinlichkeiten aller Mannschaften ermittelt. Demnach lag die Gewinnwahrscheinlichkeit für Spanien bei 27,2 Prozent, für Deutschland bei 23,0 Prozent, für Frankreich bei 17,6 Prozent und für England bei 17,2 Prozent. Grundlage der Analyse waren statistische Modelle auf Basis von Spieldaten aus der Vergangenheit und aktuellen Wettquoten, auf deren Basis das Turnier über 100.000 mal simuliert wurde.
Siehe auch