Michael Schmidt, auch Michel Schmidt, Michael Schmied († 15. Dezember 1561 in Görlitz) war ab 1545 Ratsherr in Görlitz, Stadtrichter und in den Jahren 1551 bis 1553 Bürgermeister. Er lebte zuvor in Thüringen, im Jahr 1510 war er an der Universität Leipzig immatrikuliert.
Beim Oberlausitzer Pönfall im September 1547 gehörte er zu den 81 Ratsherren und Zunftälteste der Sechsstädte, die wegen Untreue im Schmalkaldischen Krieg nach Prag zu König Ferdinand I. vorgeladen wurden. Nach Verkündung des Urteils wurden sie inhaftiert, bis die Hälfte der Geldstrafe von 100.000 Gulden hinterlegt war. Schmidt gehörte zu den fünf Gefangenen, die ein besseres Gefängnis im Schloss erhielten. Franz Schneider, der sich auch unter den fünf privilegierteren Gefangenen befand, und Schmidt wurden nach Görlitz abgesandt, um die Strafe zu verkünden. Die zwei Gesandten gingen „von Haus zu Haus, von Dorf zu Dorf“, um die immense Strafsumme einzutreiben. Gerade die reichsten Bürger sollen überhaupt nichts abgegeben haben. Die Zünfte der Tuchmacher waren nach dem Konflikt des Jahres 1527 mit dem Görlitzer Rat so in Aufregung, dass es fast einen erneuten Aufstand gab.
Am 22. Mai 1554 wurde Schmidt von Karl V. in Brüssel in den rittermäßigen Reichsadelsstand erhoben.Leonhard Dorst, Allgemeines Wappenbuch, Band 2, S. 175f. 1558 wurde er erneut Bürgermeister.
Nicht nachweislich aber wahrscheinlich war er verwandt mit der Familie Schmidt von Schmiedebach, wie das seinen Nachkommen verliehene Wappen und Görlitz als gemeinsamer Wohnort annehmen lässt.
Nachkommen Seine Tochter Anna heiratete am 19. Oktober 1573 Onophrius Schnitter den Jüngeren, Sohn des gleichnamigen Bürgermeisters Onophrius Schnitter.
mini|Darstellung des Wappens in Siebmachers Wappenbuch, nachträglich eingefärbt Sein gleichnamiger Sohn Michael Schmidt († 19. August 1646 in Frankfurt a. M.) hatte keine eigenen Nachkommen und adoptierte unter kaiserlicher Erlaubnis Maximilians II. seine „Vettern“ Barthel, Hans und Christoph Schmidt. Der Kaiser verlieh ihnen gleichzeitig am 24. September 1575 in Prag ein Wappen und den Namen Schmidt von Schmiedeburg. Hans wurde Beamter in der Böhmischen Hofkanzlei (‚Hofkanzleiexpeditor‘).
Literatur
Schmied von Schmiedeburg in: Paul Fritsch: Alte Görlitzer Geschlechter und die Wappen derselben. Görlitz 1891. S. 45. Digitalisat
Einzelnachweise
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