mini|Fresko des Vukašin von Klepci im Dom des Heiligen Sava in Belgrad. Auf der Schriftrolle die angeblich letzten Worte des Vukašin. Vukašin (; * angeblich in Klepci, zu Čapljina, Herzegowina; † angeblich 1942 oder 1943 im KZ Jasenovac), nach seinem angeblichen Herkunfts- bzw. Sterbeort auch Vukašin von Klepci (Вукашин из Клепаца Vukašin iz Klepaca) oder Vukašin von Jasenovac (Вукашин Јасеновачки Vukašin Jasenovački), ist ein Märtyrer und Heiliger der serbisch-orthodoxen Kirche. Die Existenz und das Martyrium des Vukašin als historische Person sind umstritten und mutmaßlich legendär. Die Angaben zu Vukašin stammen offenbar einzig aus einer Erzählung des jugoslawisch-kommunistischen Funktionärs Nedo Zec (1899–1971) aus dem Jahr 1961.
Heiligenlegende Während des Zweiten Weltkriegs soll Vukašin nach dem Balkanfeldzug der Wehrmacht, im besetzten Königreich Jugoslawien von der Ustascha im KZ Jasenovac inhaftiert worden sein. Dort soll er ein Opfer des „Tötungswettbewerbs“ des Petar Brzica geworden sein, der am 29. August 1942 stattgefunden haben soll.
Im Jahr 1961 berichtet erstmals der Nervenarzt Nedo Zec (1899–1971) über Vukašin. Sein Bericht trägt als Titel das angebliche Zitat Vukašins im Angesicht dessen Todes „Radi ti, dijete, svoj posao!“ (Mach du, Kind, deine Arbeit!); weitere Veröffentlichungen erfolgten 1969, 1970, 1971, 1973 und während des Zerfalls Jugoslawiens 1992. Zec berichtete, dass er im Januar 1943 auf Anweisung des KZ-Kommandeurs Ivica Matković als Nervenarzt einem neu gebildeten medizinischen Komitee angehört habe, um KZ-Wächter zu untersuchen. Der Ustascha Žile Friganović habe ihm berauscht berichtet:
Vukašin soll nach umstrittenen Recherchen verschiedener serbischer Quellen entweder den Familiennamen Toholj (Тохољ) oder Mandrapa (Мандрапа) getragen haben.
Auf der regulären Sitzung der Bischofssynode der serbisch-Orthodoxen Kirche im Jahr 1998 wurde Vukašin als Beichtvater in die Nomenklatur der Serbisch-Orthodoxen Kirche aufgenommen und heiliggesprochen.
Kritik Nedo Zec, der als Einziger von Vukašin berichtete, war nach dem Zweiten Weltkrieg der erste Gesundheitsminister der Volksrepublik Bosnien und Herzegowina sowie Gründer und erster Leiter der Klinik für Nerven- und Geisteskrankheiten in der Medizinischen Fakultät der Universität von Sarajevo, die früher auch seinen Namen trug. Wegen seiner kommunistischen Tätigkeit war Zec von 1942 bis 1943 Häftling im KZ Jasenovac. In seinem Bericht erzählt Zec, dass er im Januar 1943 auf Anweisung des KZ-Kommandeurs Ivica Matković als Nervenarzt einem neu gebildeten medizinischen Komitee angehört habe, um KZ-Wächter zu untersuchen.
Die Erzählung des Nedo Zec über diesen „Tötungswettbewerb“ und den ermordeten Vukašin wird angezweifelt. Laut dem serbischen Philosophen Aleksandar Pražić hat Zec die Erzählung für die jugoslawischen Kommunisten erfunden. Auch um sich selbst von jedem Verdacht freizusprechen, da er sich weitgehend als „freier Mann“ im Lager bewegen durfte.
Der kroatische Historiker Ivo Rendić-Miočević bemängelt, dass nur Zec diesen „Tötungswettbewerb“ bezeugt und es unmöglich sei, ein Gespräch nach vielen Jahren buchstäblich wiederzugeben. Vukašin sei keine historische Person und die Aufnahme in die Opferliste von Jasenovac sei erst 2007 erfolgt, nachdem der serbische Autor Marko Ručnov in einem Buch (2004) Vukašin unbewiesen den Familiennamen Mandrapa zugeschrieben habe, auch ohne wie üblich den Vatersnamen und den Herkunftsort zu benennen.
Der kroatische Akademiker Filip Škiljan weist in seiner von Sabrina P. Ramet herausgegebenen Schrift „Logorski sustav Jasenovac : konroverze“ (Lagersystem Jasenovac: Kontroversen) darauf hin, dass Vukašin in keiner Opferliste der Lager von Jasenovac oder Stara Gradiška enthalten sei.
Festtag Der Festtag des Vukašin ist der Tag seiner Heiligsprechung am . Zusammen mit anderen sogenannten „neuen Märtyrern“ der serbisch-orthodoxen Kirche die im KZ Jasenovac gestorben sein sollen, wird ihm wird auch am gedacht.
Troparion Im Troparion, 8. Ton (Tropar Ce. Novomučeiiku Vukašinu Jasenovačkom, glas 8), zu Vukašin lautet es:
In den Medien Der „Tötungswettbewerb“ und das angebliche Martyrium des Vukašin werden in dem serbischen Historien-Dramafilm Дара из Јасеновца Dara iz Jasenovca () des Regisseurs Predrag Antonijević aus dem Jahr 2020 inszeniert.
Literatur
Belege
Kategorie:Heiliger (20. Jahrhundert) Kategorie:Serbisch-Orthodoxe Kirche Kategorie:Fiktive Person (Religion) Kategorie:KZ Jasenovac Kategorie:Märtyrer Kategorie:Geboren im 19. oder 20. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann