Dobieszów (deutsch Dobersdorf, ) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Głubczyce im Powiat Głubczycki der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie Das Waldhufendorf Dobieszów liegt 13 Kilometer südwestlich von Głubczyce und 78 Kilometer südwestlich von Opole in der Schlesischen Tiefebene. 250 Meter östlich von Dobieszów fließt der Bach Ciekliec. Westlich des Dorfes erstrecken sich weitläufige Waldgebiet mit dem Tannenberg (). Einen Kilometer nördlich des Dorfes verläuft die Landesgrenze zu Tschechien.

Nachbarorte von Dobieszów sind im Südwesten Mokre, im Nordosten Równe und im Nordwesten Pielgrzymów.

Geschichte mini|Mariä-Empfängnis-Kirche mini|hochkant|Wegekapelle „Dobischindorf“ wurde 1285 erstmals urkundlich erwähnt.Walter Kuhn: Siedlungsgeschichte Oberschlesiens. Oberschlesischer Heimatverlag, Würzburg. 1954. S. 49. Der Ortsname leitet sich vom Personennamen „Dobesz“ ab, das Dorf des Dobesz. 1420 wurde es als Dobeschaw, 1532 als Dobeschowitze erwähnt.Stanisław Drzażdżyński: Die Slavischen Ortsnamen des Kreises Leobschütz. Leobschütz, 1896. S. 18 Digitale Version des Werkes, Archivlink abgerufen am 10. September 2026 Seit dem 16. Jahrhundert bestand im Ort ein BethausVgl. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 874, das 1740 zu einer Kirche umgebaut und erweitert wurde. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Dobersdorf mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.

Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Dobersdorf ab 1816 zum Landkreis Leobschütz, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1817 wurde im Ort eine katholische Schule errichtet. 1845 bestanden im Dorf ein Schloss, ein Vorwerk, eine katholische Schule, eine Brauerei, eine Windmühle, ein Rossmarkt, eine Wassermühle und 69 weitere Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 390, davon neun Einwohner evangelisch.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, StädGärtner#Der_Gärtner_als_Kleinbauer|te und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 97. 1861 waren 15 Bauern, 20 Gärtner- und neun Häuslerstellen.Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 874 1874 wurde der Amtsbezirk Dobersdorf gebildet, dem die Landgemeinden Dobersdorf und Mocker sowie der Gutsbezirk Dobersdorf eingegliedert wurden.Amtsbezirk Dobersdorf

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Dobersdorf 303 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und 0 für Polen. Dobersdorf verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich. 1933 wurden 286 Einwohner gezählt, 1939 waren es 281. Bis 1945 gehörte der Ort zum Landkreis Leobschütz. Das Schloss Dobersdorf wurde im März 1945 leicht beschädigt und in den 1970er Jahren abgetragen.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Dobersdorf 1945 mit dem größten Teil Schlesiens an Polen und wurde in Dobieszów umbenannt. Von 1945 bis 1950 gehörte es zur Woiwodschaft Schlesien. 1950 wurde es der Woiwodschaft Opole eingegliedert. Seit 1999 gehört es zum Powiat Głubczycki.

Sehenswürdigkeiten Die katholische Mariä-Empfängnis-Kirche (Kościół Niepokalanego Poczęcia NMP) wurde 1740 erbaut. 1899 wurde der Glockenturm erbaut. Die Ausstattung stammt größtenteils aus dem 18. Jahrhundert.Geschichte der Dorfkirche Der Kirchenbau steht seit 1966 unter Denkmalschutz.Denkmäler Woiwodschaft Opole S. 23 (poln.) Während der Reformation bestand im Ort ein Bethaus. Grabstein der Familie Schmidt, die das Schloß erbaute. Zwei Wegekapellen sowie ein Schrein. Steinernes Wegekreuze des Ehepaars Krömer an Weg nach Troplowitz. Steinernes Gedenkkreuz der Hedwig Siegmund. Etwa 20 Gräber mit deutschen Inschriften im Südteil des Friedhofs.

Literatur Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz 1914–1946. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1990. ISBN 3-87595-277-4

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Einzelnachweise

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